BASF

12.02.18
Wirtschaft

Verdacht auf Millionenbetrug bei BASF

Der Chemiekonzern BASF hat durch eine jahrelang andauernde Betrugsmasche einen Millionenschaden erlitten. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt gegen externe wie interne Mitarbeiter.

Jahrelang sollen vier BASF-Mitarbeiter gemeinsam mit externen Arbeitskräfte dem Ludwigshafener Chemiekonzern Scheinrechnungen ausgestellt haben. Recherchen der Regionalzeitung „Rheinpfalz“ zufolge soll die Gruppe BASF um eine zweistellige Millionensumme betrogen haben, indem sie dem BASF-Verbundwerk in Ludwigshafen Leistungen in Rechnungen stellten, die offenbar nie erbracht worden sind.

Einer der vier beschuldigten BASF-Mitarbeiter ist inzwischen verstorben, heißt es in dem Bericht. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die eigenen Angaben zufolge ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere beschuldigte Personen eröffnet hat. Zu den konkreten Vorwürfen oder dem Stand der Ermittlungen wollten weder die Staatsanwaltschaft noch der Dax-Konzern Angaben machen.

Durchsuchungen bei BASF-Mitarbeitern

Bestätigt wurde allerdings, dass am 30. Januar Arbeitsplätze und Wohnungen der beschuldigten BASF-Mitarbeiter sowie fünf externer Dienstleister durchsucht wurden. Dabei stellte die Staatsanwaltschaft Datenträger und Unterlagen sicher, die nun ausgewertet werden sollen.

Neben dem Verdacht auf Betrug ermittelt die Staatsanwaltschaft auch in Richtung Bestechlichkeit. BASF teilte mit, dass eine im vergangenen Jahr angestoßene interne Überprüfung der getätigten Zahlungen zu den Verdachtsmomenten geführt habe. Dabei seien die zweifelhaften Rechnungen aufgefallen, so ein Konzernsprecher.

Dritter Betrugsfall bei BASF in neun Jahren

Es ist nicht das erste Mal, dass BASF Opfer eines großangelegten Abrechnungsbetrugs wird.  Schon zwischen 2005 und 2009 hatten Dienstleister zahlreiche Arbeitsleistungen doppelt abgerechnet, der Schaden belief sich auf 1,5 Millionen Euro. Auch damals waren sowohl interne als auch externe Mitarbeiter in die Betrugsfälle involviert.

Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass eine Spedition im Lauf mehrerer Jahre 300.000 Europaletten vom BASF-Gelände gestohlen hatte. Damals wurden täglich 400 Paletten entwendet und weiterverkauft. Der daraus entstandene Schaden wurde mit rund 2 Millionen Euro beziffert.  
Über Jahre hinweg beschäftigten diese Fälle die Ermittlungsbehörden. Als Reaktion hatte der Konzern seine internen Kontrollmechanismen im Bereich Auftrags- und Rechnungsmonitoring verschärft, um Fällen dieser Art vorzubeugen.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de