Hans Dieter Pötsch soll für seinen vorzeitigen Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats bereits 15 Millionen Euro kassiert haben. Seine früheren Vorstandskollegen soll er nun zu einem freiwilligen Boni-Verzicht bewegen.

Volkswagen

11.04.16
Wirtschaft

Wirbel um Sonderbonus für früheren VW-CFO Pötsch

Für den vorzeitigen Wechsel vom Finanzchef zum Chefaufseher bei Volkswagen soll Hans Dieter Pötsch 15 Millionen Euro erhalten haben. Jetzt muss ausgerechnet Pötsch seine ehemaligen Vorstandskollegen von einem Boni-Verzicht überzeugen.

Der ehemalige Volkswagen-CFO Hans Dieter Pötsch ist in einer prekären Lage. Wie die Welt am Sonntag berichtet hat Pötsch für seinen vorzeitigen Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats des Wolfsburger Autobauers bis zu 15 Millionen Euro erhalten.

Der Sonderbonus sollte die Gehaltseinbußen kompensieren, die Pötsch durch die frühzeitige Aufgabe des CFO-Postens entstanden. Ursprünglich lief das Mandat bis 2017, der Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats erfolgte im Oktober vergangenen Jahres.

Pötsch soll VW-Vorstände zu Boni-Verzicht bewegen

Solche Kompensationszahlungen sind an sich nicht unüblich, und vor zwei Jahren hätte dem wohl kaum jemand Beachtung geschenkt. Doch der Abgasskandal bei VW macht diesen Vorgang brisant. Denn Arbeitnehmer fordern vehement, dass die Vorstände auf einen Teil ihrer Bonuszahlungen verzichten.

Pötsch leitet die Aufsichtsratssitzung am 20. April, in der über die Angelegenheit entschieden wird. Ausgerechnet er muss also die Vorstände davon überzeugen, bei den Sonderzahlungen klein beizugeben. Sein stärkstes Instrument, um für Frieden zu sorgen, ist, auf einen Teil der 15 Millionen Euro zu verzichten, die ihm ausbezahlt wurden. Ob er dazu bereit ist, könnte sich schon heute auf einer Präsidiumssitzung des VW-Aufsichtsrats zeigen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de