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08.11.17
Wirtschaft

13. SF: CFOs plädieren bei Risiken für Gelassenheit

Seit heute Morgen läuft die 13. Structured FINANCE. Gleich zu Beginn entwickelte sich auf der Podiumsdiskussion eine spannende Debatte, wie CFOs und Konzerne mit den vielen geopolitischen Risiken umgehen sollten.

Es ist wieder soweit: Seit dem heutigen Mittwochmorgen ist die 13. Structured FINANCE eröffnet. In rund 100 Workshops können sich Finanzentscheider in den kommenden zwei Tagen über die Themen austauschen, die Deutschlands Finanzchefs bewegen. Über 2.100 Besucher haben sich für das Event angemeldet, davon sind mehr als 60 Prozent Unternehmensvertreter.

Den Auftakt machte am Morgen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Das Ende der Globalisierung? Der CFO als Risikomanager“. Eine restriktiver werdende Handelspolitik, der Brexit und volatile Währungen, aber auch die Flut an Cyberangriffen und Betrugsversuchen wie etwa Fake President lassen in vielen Finanzabteilungen den Eindruck aufkommen, weitaus stärker im Fadenkreuz externer Bedrohungen zu stehen als früher.

So sah es auch Stefan Hansen, Finanzchef des industriellen Familienunternehmens Prym. „Die Risiken durch die Lage in der Türkei oder den Brexit haben in den vergangenen zwei Jahren zugenommen“, sagte er in der Podiumsdiskussion. Ähnlich sah es Emese Weissenbacher, Finanzchefin des Autozulieferers Mann+Hummel. Sie plädierte aber dafür, dass CFOs gelassener mit den Makrothemen umgehen und sich eher auf das Wesentliche konzentrieren sollten.

„Wir wollen erst einmal unsere eigenen Prozesse etablieren, etwa im Treasury.“ Erst dann mache es Sinn, sich über geopolitische Gefahren Gedanken machen oder was die Digitalisierung an Möglichkeiten biete. „Da machen wir derzeit unsere Hausaufgaben“, betonte Weissenbacher. Auf die Frage, was den CFOs momentan am meisten Sorgen bereite, nannte Prym-Finanzchef Hansen das Thema Währungen, seine CFO-Kollegin Weissenbacher hingegen Elektromobilität und die Digitalisierung.

Wer wird „CFO des Jahres 2017“?

Im Anschluss an die Expertenrunde starteten die Praxis-Workshops. Insgesamt präsentieren 120 Finanzverantwortliche auf der 13. Structured FINANCE Case Studies zu Themen wie Schuldschein- oder Anleiheplatzierungen, ABS-Transaktionen oder Digitalisierungsprojekten im Finanzbereich. Unter den Referenten befinden sich Schwergewichte der Industrie wie der Medienkonzern Axel Springer, die RWE-Tochter Innogy oder der Energiekonzern Vattenfall.

Neu ist in diesem Jahr die „SF Speakers‘ Corner“. Hier können sich Besucher bei Fachvorträgen oder Praxisberichten direkt mit Dienstleistern austauschen und wertvolle Informationen sammeln. Angebotene Themen sind unter anderem „Banking 4.0 – Digitalisierung Ihrer Banking-Prozesse“ oder „Treausry im Umfeld steigender Zinsen“.

Am heutigen Mittwochabend wird außerdem bei einer großen Gala der „CFO des Jahres 2017“ gekürt. Im vergangenen Jahr hat der langjährige Dürr-Finanzchef Ralph Heuwing den Award gewonnen. Auch das „Treasury des Jahres“ wird im Rahmen der Gala geehrt. 2016 hatte das Treasury des Windanlagenbauers Nordex den Preis mit nach Hause genommen.

Daimler-Treasurer spricht über Blockchain-Schuldschein

Zum Start in den zweiten Veranstaltungstag erwartet die Frühaufsteher unter den SF-Gästen eine interessante Case Study. Beim „SF Breakfast Club“ berichtet Kurt Schäfer, Chef-Treasurer des Autokonzerns Daimler, wie die Stuttgarter als erster Industriekonzern einen Schuldschein mit Hilfe der Blockchain begeben haben.

Zum Abschluss der 13. Structured FINANCE präsentiert sich Ex-Außenminister Joschka Fischer dem Auditorium. Thema des On-Stage-Interviews: „Europa und die Welt am Wendepunkt? Die Herausforderungen unserer Generation“ – angesichts aktueller Brandherde wie beispielsweise in Katalonien, der nach wie vor schwelenden Migrationskrise und dem Erstarken rechter Bewegungen weltweit auch für Finanzchefs ein brisantes Thema.

jakob.eich[at]finance-magazin.de