29.05.12
Wirtschaft

China nervt mit Regulierung, erfreut mit Wachstum

Chinas regulatorisches Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren zwar verschlechtert; der Attraktivität des Landes scheint das aber keinen Abbruch zu tun. Im Gegenteil: europäische Top-Manager wollen ihre Investitionen erhöhen, wie aus einer neuen Umfrage der europäischen Handelskammer in China hervorgeht.

Viele Führungskräfte zeigen sich zunehmend frustriert von der chinesischen Bürokratie, von der sie glauben, dass sie inländischen Konkurrenten einen unfairen Vorteil verschafft. Diese Unzufriedenheit hat sich mittlerweile bis zu einem Punkt gesteigert, an dem mehr als ein Fünftel der Führungskräfte angeben, über eine Verlagerung von Investitionen weg von China nachzudenken. Das zeigt eine neue Umfrage der Europäischen Handelskammer in China. Der Anteil der Befragten, die sich durch die Politik der Regierung diskriminiert fühlen, sprang in diesem Jahr auf 42%, gegenüber 32% im Jahr 2010.

Allerdings wird die Anti-China-Stimmung mehr durch die Tatsache mehr als aufgewogen, dass die befragten Führungskräfte von der weiter wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung Chinas tief überzeugt sind: Nur eine verschwindend geringe Minderheit von 3% sagte, sie plane die Bedeutung Chinas in der Gesamtstrategie des Unternehmens reduzieren.

China bleibt an der Spitze

Der anteilige Anstieg von China an dem weltweiten Umsatz europäischer Unternehmen, der von 17% im Jahr 2009 auf 26% nur drei Jahre später stieg, zusammen mit EBIT-Margen, die fast immer über oder zumindest auf gleichem Niveau liegen wie der konzernweite Durchschnitt, zeigen, wie wenig Ermessensspielraum Führungskräfte in Bezug auf China haben. In der Tat plant eine überwältigende Mehrheit von 63% der Führungskräfte, in den nächsten zwei Jahren die Investitionen in China auszuweiten, gegenüber nur 39% im Jahr 2009.

Was Führungskräfte in China weitaus stärker zu belasten scheint als unlauterer Wettbewerb sind dagegen die unsicheren Aussichten und steigende Arbeitskosten, die 65% bzw. 63% der Befragten als die Top-Business-Risiken dort ansehen

steven.arons[at]finance-magazin.de

 

Download der Studie HIER.