Aufgrund der Sorgen um einen potentiellen Grexit erfährt der Euro dieser Tage wieder eine Abwertung, nachdem er sich in den vergangenen Wochen leicht erholt hatte.

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11.02.15
Wirtschaft

Euro-Abwertung nimmt wieder Fahrt auf

Der Abwertungsdruck, den der Euro nach der EZB-Ankündigung zum Staatsanleihenkauf erfahren hat, setzt wieder ein. Zwischenzeitlich hatte der Euro an Wert gewonnen, da sich einige Notenbanken gegen die Aufwertung der eigenen Währung gestemmt hatten. Doch nun belastet die Griechen-Angst.

Die leichte Erholungstendenz beim Euro ist schon wieder vorbei. So beginnt der Euro nicht nur gegenüber dem Schweizer Franken einen Teil seiner zwischenzeitlichen Kursgewinne wieder abzugeben, die er bis zum 4. Februar erzielt hatte. Der Franken wertete in den vergangenen Tagen gegenüber dem Euro um 1,7 Prozent auf. Auch gegenüber den meisten anderen Währungen verliert der Euro wieder an Wert.

Am deutlichsten fällt die Aufwertung des chinesischen Renminbi aus, der am 9. Februar mit rund 7 CNY/EUR 1,6 Prozent über dem Niveau vom 4. Februar lag. Der US-Dollar gewann im gleichen Fünftageszeitraum 1,5 Prozent. Für die Indische Rupie schlug immerhin noch ein Plus von 1 Prozent zu Buche.

Helaba: Der Euro dreht bald wieder nach oben

Doch die erneute Talfahrt könnte schnell wieder enden, da immer mehr Notenbanken entschlossen sind, der lockeren Geldpolitik der Europäer die Stirn zu bieten. So wurden in Indien, Australien und Singapur in den zurückliegenden Tagen die Zinsen gesenkt.

Auch die dänische Notenbank stemmt sich verzweifelt gegen die Kapitalflüsse aus dem Euro-Raum nach Dänemark, die die dänische Krone unter Aufwertungsdruck setzen. Noch gelingt es den Dänen, mit kräftigen Interventionen am Devisenmarkt die Krone im angestrebten Wechselkursband zum Euro zu halten. Jedoch mehren sich die warnenden Stimmen, wonach die Dänen womöglich bald ebenso kapitulieren müssen wie die Schweizer.

CFOs von exportorientierten Unternehmen sollten jedoch nicht darauf setzen, dass sich die wieder an Dynamik gewinnende Talfahrt des Euro auch in den nächsten Monaten weiter fortsetzt. Zwar sehen manche Devisenexperten mittelfristig schon die Euro-Dollar-Parität heraufziehen, doch es gibt auch andere Stimmen.

So glaubt Christian Apelt, Devisenexperte der Helaba, wegen der auch in anderen Teilen der Welt lockerer werdenden Zinspolitik an eine Trendumkehr des Euro. Mit 1,20 US-Dollar und 138 Yen wird der Euro im vierten Quartal 2015 nach seiner Prognose rund 6 Prozent bzw. 4 Prozent höher als aktuell notieren.

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