Mit dem Ausstieg der US-Notenbank aus der ultralockeren Geldpolitik haben Investoren massiv Geld aus den Emerging Markets abgezogen. Die dortigen Banken geraten jetz

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17.04.14
Wirtschaft

Fed-Tapering: Welche Schwellenländer am meisten leiden

Mit dem Ausstieg der US-Notenbank aus der ultralockeren Geldpolitik haben Investoren massiv Geld aus den Emerging Markets abgezogen. Die dortigen Banken geraten jetzt unter Druck. Insbesondere zwei Banksysteme halten die Experten von S&P für gefährdet.

Die Schwellenländer stehen unter Zugzwang: Seit die Fed Ende vergangenen Jahres mit dem Tapering begonnen hat, fließt massenhaft Geld aus den Emerging Markets ab.  Die Währungen sind kollabiert, Wachstumsraten eingebrochen. Zwar hat sich die Lage zuletzt stabilisiert, doch das strukturelle Problem bleibt: Viele Schwellenländer sind von Geldpolitik der US-Notenbank abhängig. Das geht auch an ihren Bankensystemen nicht spurlos vorbei, wie jetzt die Ratingagentur S&P warnt: Durch den Abfluss der Liquidität wird das Funding erschwert, die Refinanzierungskosten der Banken steigen.

Zum anderen droht auch die Qualität der Assets und damit die Profitabilität der Banken Schaden zu nehmen: Wenn die Zentralbanken in den Schwellenländern mit einer Erhöhung des Leitzinses reagieren – wie etwa in der Türkei bereits in drastischer Weise geschehen – könnte dies das Wachstum der Emerging Markets abwürgen. Die Prognosen für die BIP-Wachstumsraten 2014 und 2015 nähern sich in einigen Schwellenländern den niedrigen westeuropäischen Standards an. Die Zahl der faulen Kredite dürfte so steigen, mahnt S&P. Sehen Sie in unserer Bildergalerie, welchen Bankensystemen laut der Ratingagentur das größte Ungemach bevorsteht.

desirée.backhaus[a]finance-magazin.de