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10.05.12
Wirtschaft

Finanzchefs erwarten Auseinanderbrechen des Euro-Raums

Die Eurozone wird es in ihrer jetzigen Form bald nicht mehr geben. Das ist die mehrheitliche Meinung der deutschen CFOs laut einer neuen Studie. Doch trotz dieser Unsicherheit freuen sie sich über derzeit gute Finanzierungsbedingungen.

Mehr als die Hälfte der deutschen CFOs glauben, dass die Eurozone kollabieren oder sich zumindest verkleinern wird. Das ergab eine aktuelle Studie von Deloitte. 43 Prozent der befragten Finanzchefs gehen davon aus, dass der Euro-Währungsraum in den nächsten fünf Jahren schrumpfen wird. Weitere 10 Prozent glauben, in diesem Zeitraum würden sich wieder nationale Währungen oder gar ein zweigeteilter Währungsraum (Nord- und Süd-Euro) durchsetzen. Eins ist sicher: Wenn dies geschähe, stiegen die Währungsrisiken für Unternehmen deutlich an.

Entsprechend sehen die Finanzchefs die politischen Bemühungen, die Euro- und Schuldenkrise zu lösen, als unzureichend an. Lediglich 3 Prozent der Teilnehmer beurteilen die Maßnahmen als ausreichend. Es ist demnach auch nicht überraschend, dass die CFOs trotz einer positiven Grundstimmung im eigenen Unternehmen das ökonomische und finanzielle Umfeld als sehr unsicher empfinden. „Die CFOs haben das Gefühl, es könnte jederzeit etwas Schlimmes passieren“, sagt Alexander Börsch, Senior Manager bei Deloitte. „Die Eurokrise als Schlüsselfaktor für die Unsicherheit ist in den Augen der CFOs weit von einer nachhaltigen Lösung entfernt.“

Trotz dieser Unsicherheiten können sich die Finanzchefs über gute Finanzierungsbedingungen freuen. „Es gibt derzeit keine Kreditklemme in Deutschland“, erklärt Börsch weiter. „Zudem werden die Kredite derzeit als sehr günstig angesehen.“ Dabei gab es in der Umfrage nur sehr geringe Unterscheide zwischen großen und kleinen Unternehmen. Auffallend war allerdings, dass deutlich mehr Unternehmen mit weniger als  500 Millionen Euro Umsatz die derzeitigen Kreditkosten als günstig bewerten. In den kommenden 12 Monaten will allerdings nur ein Viertel der Finanzchefs eine Fremdfinanzierung nutzen, um sich höher zu leveragen.  

sabine.paulus[at]finance-magazin.de