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16.05.12
Wirtschaft

Fitch analysiert Euro-Exit Griechenlands

Der potentielle Austritt Griechenlands aus der Eurozone hätte in ganz Europa Einfluss auf Unternehmen. Wie schlimm es wird, hinge davon ab, wie Griechenland aussteigt. Die Ratingagentur Fitch hat zwei Szenarien analysiert.

Die Regierungsbildung in Griechenland ist geplatzt. Damit rückt ein Ausscheiden des Landes aus dem Euroraum immer näher. Die Ratingagentur Fitch hat zwei verschiedene Szenarien und die Folgen analysiert: ein geordneter Austritt und ein ungeordneter.

In jedem Fall wären die Konsequenzen für die griechischen Unternehmen enorm, sollte Griechenland den Euro abschaffen. Dies würde den Zugang zu internationalem Kapital de facto blockieren und der Wirtschaft droht der Zusammenbruch. Viele Unternehmen hätten mit dem Ruin zu kämpfen, Forderungen ausländischer Geschäftspartner wären größtenteils wohl verloren.

Für Unternehmen außerhalb Griechenlands ist laut Fitch die Art und Weise des Austritts von besonderer Bedeutung. Es drohen verlangsamtes Wachstum, schlechterer Kapitalzugang und Abgrenzung von den anderen Staaten. Im Falle eines geordneten Rückzugs Griechenlands aus der Eurozone wären die Auswirkungen auf die angeschlagenen Länder Portugal, Irland, und in kleinerem Maße, Spanien und Italien begrenzt. Grund: die Bonität der Peripherieländer würde durch eine Griechenlandkrise stärker leiden, was in einem zweiten Schritt auch die Banken- und Unternehmensratings belasten würde.

Im Falle eines ungeordneten Griechenlandexits wären die Bonitätsabstufungen nicht nur umfangreicher, sondern würden auch mehr Länder, Banken und Unternehmen treffen. Die daraus resultierende Panik in Europa und auf dem Weltmarkt hätte laut Fitch so starke Auswirkungen, dass das BIP der Eurozone mehrere Jahre lang sinken würde.

Unternehmen in Portugal, Irland, Spanien und Italien hätten mit Abstufungen von bis zu drei Noten zu rechnen. Jedoch müssten auch anfällige Unternehmen aus der restlichen Eurozone mit Herabstufungen von bis zu zwei Noten ausgehen. Das größte Unheil droht laut Fitch den Energieversorgern, da sich die Staaten dort verstärkt einmischen und zum Beispiel Tarife bestimmen würden, um den Endverbraucher vor den Folgen von Unternehmenspleiten zu schützen und die weitere Versorgung zu garantieren.

gerrit.appeldorn[at]finance-magazin.de