Der frühere Zurich-CEO Martin Senn hat sich am Freitag das Leben genommen.

Zurich

30.05.16
Wirtschaft

Früherer Zurich-CEO Martin Senn ist tot

Erneuter Schicksalsschlag beim Zurich-Konzern: Der langjährige Vorstandschef Martin Senn ist tot. Er nahm sich das Leben – wie der damalige CFO Pierre Wauthier vor drei Jahren.

Der frühere CEO des Versicherungskonzerns Zurich ist tot. Wie heute bekannt wurde, ist Martin Senn am Freitag im Alter von 59 Jahren freiwillig aus dem Leben geschieden. Senn war im Dezember des vergangenen Jahres nach mehreren Gewinnwarnungen von seinem Posten zurückgetreten.

Senn, der 2006 zu Zurich kam, war 2010 vom Chief Investment Officer zum CEO aufgestiegen. Zuvor hatte er leitende Positionen im Finanz- und Investmentbereich verschiedener Banken inne. Von 1976 bis 1994 arbeitete Senn beim damaligen Schweizerischen Bankverein (heute UBS) unter anderem als Treasurer in Hongkong und Regional Treasurer für Asien und den pazifischen Raum in Singapur, später leitete er die Niederlassung in Tokio.

1994 wechselte Senn in das Treasury der Credit Suisse. 2001 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung und leitete den Bereich Trading und Investment Services. Von 2003 bis 2006 war Senn Chief Investment Officer der Swiss Life Group.

Martin Senn arbeitete mit CFO Pierre Wauthier

Senns Freitod ist der zweite Selbstmord eines Top-Managers von Zurich innerhalb weniger Jahre. 2013 war bereits der Finanzvorstand der Zurich Insurance Group, Pierre Wauthier, tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. In einem Abschiedsbrief soll Wauthier damals von starkem Druck auf das Management berichtet haben. Der damalige Verwaltungsratschef Josef Ackermann trat kurz nach Wauthiers Freitod von seinem Amt zurück.

Wauthier war 2011 zum Zurich-CFO ernannt worden und war in dieser Zeit einer der engsten Mitarbeiter von Martin Senn. Nach insgesamt zehn Jahren bei Zurich war Senn Ende 2015 von seinem Vorstandsposten zurückgetreten. Zuvor hatte es nach einer Serie schwacher Quartalsergebnisse zunehmend Kritik an der Zurich-Führung gegeben. Zurich teilte nun mit, die Nachricht von Martin Senns plötzlichem Tod habe das Unternehmen „fassungslos gemacht und tief erschüttert“.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de