Solarworld

18.05.12
Wirtschaft

Solarworld gewinnt US-Klage

Das US-Handelsministerium verhängt Antidumpingzölle über importierte Solarprodukte aus China. Durch steigende Preise könnte das Urteil doch noch zum Nachteil von Solarworld werden.

Der deutsche Solarkonzern Solarworld und sechs weitere Solarhersteller haben in den USA ihre Klage gegen chinesische Importeure von Solarzellen gewonnen. Das US-Handelsministerium bestätigte nach einer Prüfung, dass die Chinesen ihre Solarprodukte zu Dumpingpreisen auf dem US-Markt verkaufen und verhängte Antidumpingzölle auf die Importe aus China. Die Strafzölle liegen je nach Fabrikat zwischen 31 und 250 Prozent und werden zusätzlich zu den bereits im März verhängten Gebühren von 3 bis 5 Prozent fällig. Damals hatte die US-Behörde Antisubventionszölle aufgrund von unfairen Exportsubventionen verhängt. Die jetzige Entscheidung des US-Handelsministeriums ist zunächst vorläufig. Das endgültige Urteil über die Antisubventions- und Antidumpingzölle wird für den 1. Oktober erwartet.

Die vorläufig verhängten Zölle dürften für die Chinesen, die rund die Hälfte des amerikanischen Solarmarktes bedienen, schmerzhaft sein, wird aber nicht zu deren Untergang führen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Preise für Solaranlagen steigen werden. Das könnte zu einem Nachfragerückgang führen, was letztlich auch den deutschen Solarkonzern Solarworld treffen könnte. Damit würde dem Konzern seine Klage doch noch auf die Füße fallen.

Für die deutschen Produzenten dürften die Strafzölle keinen positiven Effekt haben. Die Mehrheit der wenigen Zellen- und Modulhersteller, die es in Deutschland noch gibt, verbauen chinesische oder taiwanesische Zellen oder lassen sie im Auftrag fertigen.

Die deutsche Solarbranche steht wegen des wachsenden Wettbewerbsdruck aus China und Überkapazitäten stark unter Druck. Die Pleitewelle in der deutschen Solarbranche riss vor einigen Tagen ein weiteres Schwergewicht mit sich. Der Zellen- und Modulhersteller Sovello stellte am 14. Mai beim Amtsgericht Dessau-Roßlau Insolvenzantrag. Nach Solar Millennium, Solar Hybrid, Solon und Q-Cells ist die Insolvenz von Sovello die fünfte Pleite in der deutschen Solarbranche. Der US-Hersteller First Solar will zudem seine Werke in Frankfurt (Oder) aufgeben. Andere deutsche Solarunternehmen wie Conergy kämpfen ums Überleben. Der angeschlagene Solarkonzern hatte sich  vor einigen Monaten selbst zum Verkauf gestellt und steht nun einem Bericht der FTD zufolge kurz vor einem Teilverkauf nach China. Ein chinesischer Solarhersteller will demnach knapp 30 Prozent der Aktien übernehmen. Das Geschäft soll bis zum Sommer abgeschlossen sein.


sabine.paulus[at]finance-magazin.de