FINANCE-Studie

Nachhaltigkeit und Green Finance

Vom Pflichtprogramm zum Wettbewerbsvorteil

Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg werden längst zusammengedacht. Green Finance etabliert sich unter anderem als Instrument für besseren Kapitalzugang, strategische Glaubwürdigkeit und langfristige Finanzierungsstrukturen. Zugleich sorgen eine unruhige Weltlage und regulatorische Änderungen für mehr Komplexität. Der Markt für Green Finance reift; das ESG-Reporting professionalisiert sich.

Die siebte Ausgabe der Studienreihe zeigt, wie Unternehmens- und Finanzentscheider aktuell auf Green Finance blicken und welche Instrumente die Transformation vorantreiben. Die ausführliche Fassung können Sie über den folgenden Button herunterladen.

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Bildquelle: ING Deutschland

Nachhaltigkeit bleibt auf Agenda – auch in unsicheren Zeiten

Kostendruck, Wettbewerb, Konjunktur – die kurzfristigen Themen dominieren die Agenda der befragten Unternehmensentscheider. Mehr als die Hälfte legt aktuell ein besonderes Augenmerk auf Kostenoptimierung, Wettbewerbsfähigkeit und die konjunkturelle Lage.

Doch auch langfristige strategische Themen behalten ihr Gewicht. Das eigene Geschäftsmodell zu transformieren und sich klimaneutral auszurichten sind für rund ein Drittel der Unternehmen Top-Themen. Bei Konzernen ab 500 Millionen Euro Umsatz ist Nachhaltigkeit sogar für mehr als die Hälfte zentral.

Was sind für Sie derzeit wichtige Themenfelder?;
Mehrfachnennungen möglich; in Prozent der Unternehmensentscheider; n = 152

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

Haben die geo- und wirtschaftspolitischen Verwerfungen die nachhaltige Transformation in Ihrem Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten verzögert?; in Prozent der Unternehmensentscheider; n = 152

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

Verlangsamt, aber nicht gestoppt

Die geo- und wirtschaftspolitischen Verwerfungen der vergangenen zwölf Monate haben Spuren hinterlassen. So melden 63 Prozent der Unternehmensentscheider, dass die Krisen die nachhaltige Transformation in ihrer Organisation verzögert haben. Zugleich blieben 30 Prozent der Unternehmen von den Verwerfungen unbeeinflusst. Sie verfolgen konstant ihre Transformation, auch weil Investitionen in Nachhaltigkeit die eigene Resilienz stärken können – etwa gegenüber Schocks bei Energiepreisen oder in der Lieferkette.

ESG als strategischer Anker

Längst ist Nachhaltigkeit kein Schönwetter- oder Nischenthema mehr: Rund sieben von zehn Finanzentscheidern bewerten ESG auch in unruhigen Zeiten als strategisch relevantes Thema für die eigene Organisation.

Die Studie zeigt zudem, dass Unternehmen ihre ESG-Aktivitäten breit aufstellen, und zwar in allen drei Dimensionen. Eine detaillierte Betrachtung der einzelnen ESG-Maßnahmen finden Sie im kostenfreien Studien-PDF. Als größtes Hemmnis für mehr Nachhaltigkeit zeigt sich bei den Befragten dabei nicht die Wirtschaftslage, sondern das regulatorische Umfeld.

72%

ESG bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlichen Drucks ein strategisch relevantes Thema.

Zustimmungsanteil der Finanzentscheider; n = 135

Unklare Spielregeln hindern mehr als schwache Konjunktur1

57%

unklare Regulatorik

51%

aufwendige Dokumentation

36%

konjunkturelle Lage

1 „Welche Hindernisse begegnen Ihrem Unternehmen aktuell bei der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit?“;
Mehrfachnennungen möglich; Finanzentscheider; n = 136

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

Nachhaltige Finanzierungen spielen eine Schlüsselrolle

Um die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu stemmen, benötigt es neue Finanzierungslösungen, -partner und -quellen. An genau dieser Stelle setzen nachhaltige Finanzierungsinstrumente an. Von den Finanzentscheidern haben sich bereits 77 Prozent mit diesen Instrumenten auseinandergesetzt – ein neuer Rekordwert in der siebten Auflage dieser Studienreihe. Weitere 14 Prozent haben das Thema auf ihrer Agenda. Damit beschäftigen sich mehr als neun von zehn Befragten aktiv oder perspektivisch mit Green Finance.

Getrieben wird die Entwicklung auch vom Kapitalmarkt. Dieser wird zu einer wichtigeren Quelle für die Finanzierung der Transformation, wie 56 Prozent der Finanzentscheider attestieren. Eigenkapital und staatliche Förderungen reichen allein oft nicht aus. Green Finance bildet hier eine Brücke für Kapitalzugang.

Haben Sie sich in Ihrem Unternehmen mit dem Thema „nachhaltige Finanzierungen“ auseinandergesetzt?;
in Prozent der Finanzentscheider; n = 159

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

81%

planen in Zukunft erneut nachhaltige
Finanzierungen zu nutzen.

Zustimmungsanteil der Finanzentscheider, die nachhaltigen Finanzierungen genutzt haben; n = 72

Nutzer planen weitere Einsätze

Wer den Schritt zu nachhaltigen Finanzierungen geht, macht überwiegend positive Erfahrungen. Rund vier von fünf Finanzentscheidern, die solche Instrumente eingesetzt haben, planen dies auch künftig zu tun. Unter Konzernen mit einem Umsatz ab 5 Milliarden Euro liegt dieser Wert sogar bei über 90 Prozent. Das ist ein klares Signal, dass nachhaltige Finanzierungen in diesem Segment zum festen Bestandteil der Finanzierungsstrategie geworden sind.

Green-Finance-Markt im Reifeprozess

Die siebenjährige Zeitreihe zur Nutzung nachhaltiger Finanzierungen zeigt einen Markt im Reifeprozess. Das meistgenutzte Instrument bleiben zwar ESG-linked Loans mit 19 Prozent, doch nach Jahren des starken Wachstums verzeichnen sie einen leichten Rückgang. Im Aufwind befinden sich hingegen projektbezogene Formate wie Green Loans (15 Prozent) und Green Bonds (13 Prozent), die weiterhin bei den Finanzentscheidern an Bedeutung gewinnen.

Use-of-Proceeds-Instrumente, bei denen die aufgenommenen Mittel zweckgebunden in nachhaltige Projekte fließen, werden gegenüber performancegebundenen Formaten mit ESG-Link bevorzugt. Unternehmen und Investoren schätzen zunehmend Formate, bei denen die Nachvollziehbarkeit zwischen eingesetztem Kapital und erzielter Nachhaltigkeitswirkung unmittelbar erkennbar ist. Spezialisierte Instrumente wie Sustainable Factoring oder ESG-linked Leasing spielen aktuell eher eine Nebenrolle.

Welche nachhaltigen Finanzierungsinstrumente hat Ihr Unternehmen schon genutzt?;
Mehrfachnennungen möglich; in Prozent der Finanzentscheider; n = 159 (2026); 134 (2025);  177 (2024)

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

Vielfältige Vorteile von nachhaltigen Finanzierungsinstrumenten1

51%

positiver PR-/Marketingeffekt

49%

steigert Reputation

49%

untermauert Nachhaltigkeitsstrategie

1 „Welche Vorteile sind aus Ihrer Sicht besonders relevant für projektbezogene/Use-of-­Proceeds Finanzierungen (wie z.B. Green Bonds)?“;
Mehrfachnennungen möglich; Finanzentscheider; n = 148

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

ESG wird professioneller, strategischer und komplexer

Die ESG-Verankerung in Unternehmen entwickelt sich weiter, denn strukturierte Steuerungsinstrumente und belastbare ESG-Daten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Rund die Hälfte der Finanzentscheider erfasst in ihrem Unternehmen standardisiert ESG-Kennzahlen im Zuge der CSRD-Vorbereitung. Ein Viertel erhebt ESG-Daten, obwohl das eigene Unternehmen nicht unter die CSRD fällt.

Nicht ohne Grund: 84 Prozent der Finanzentscheider sind überzeugt, dass robuste Erhebungssysteme eine langfristig gute ESG-Performance unterstützen. Belastbare Nachhaltigkeitskennzahlen bilden zudem die Grundlage für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation.

Ergreift Ihr Unternehmen Maßnahmen, um ESG-Kennzahlen standardisiert zu erfassen und Daten zu erheben?;
in Prozent der Finanzentscheider; n = 147

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

73%

Der bürokratische Aufwand bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist zu hoch.

Zustimmungsanteil der Finanzentscheider; n = 135

Die richtige Balance finden

Jedoch stellen die aufwendige Datenerfassung und das Reporting für Unternehmen eine Herausforderung dar. Rund drei Viertel der Finanzentscheider sind der Auffassung, der Aufwand für ESG-Datenerfassung und -Reporting stehe in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen. Mit dem „Omnibus I“-Paket will die EU diese Berichtspflichten vereinfachen. 59 Prozent der Finanzentscheider begrüßen das Paket. Wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Praxis aufstellen, zeigen vertiefende Experteninterviews im Studien-PDF.

Wunsch nach Planungssicherheit

Damit die nachhaltige Transformation weiter an Fahrt gewinnt, sind die richtigen Rahmenbedingungen entscheidend. Am meisten würde den Unternehmen eine vereinfachte Bürokratie helfen, fast 60 Prozent der Befragten wünschen sich dies. Daneben sind für die Unternehmensentscheider auch eine stabilere Regulierung und eine stärkere Harmonisierung von Nachhaltigkeitsstandards zuträglich.

Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit sehen die Unternehmen als lohnend. Rund drei von fünf Unternehmensentscheidern halten die Nachhaltigkeitswende für einen wichtigen Wachstumsmotor für den Standort Deutschland. Zudem sehen etwa zwei Drittel in ESG einen langfristigen Wettbewerbsvorteil für ihr Unternehmen.

Mit Blick auf die nächsten 24 Monate: Welche der folgenden Aspekte würden Ihrem Unternehmen besonders helfen, die nachhaltige Transformation stärker voranzutreiben?;
Mehrfachnennungen möglich; in Prozent der Unternehmensentscheider; n = 127

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

 

Nachhaltigkeit als Hebel für Wachstum

62%

Die nachhaltige Transformation ist ein
wichtiger Wachstumsmotor für Deutschland.

65%

ESG ist langfristig ein Wettbewerbsvorteil
für unser Unternehmen.

Zustimmungsanteil der Unternehmensentscheider; n = 146

Quellen: ING, FINANCE/F.A.Z. Business Media | research

Diese Studie wurde in Kooperation zwischen F.A.Z. Business Media | research, FINANCE und der ING Deutschland durchgeführt.

Im Firmenkundengeschäft betreut die ING große deutsche Unternehmen mit nachhaltigen Finanzierungslösungen bei der Transformation.
Mehr zum Wholesale Banking der ING Deutschland.

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