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Grüne Fernwärme in einer deutschen Stadt

Mit einer optimalen KfW-Refinanzierungsstruktur, intelligenten Zinsmanagementinstrumenten und starken Konsortialpartnern sind ambitionierte Klimaziele realisierbar.

Hannover hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und möchte bereits 2035 klimaneutral sein. Hierfür wird auch die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt, die aktuell zum überwiegenden Teil noch auf Basis fossiler Energieträger erfolgt, nachhaltig und klimaneutral gestaltet. Bereits im September 2021 schlossen Enercity und Hannover eine Vereinbarung zum Kohleausstieg. In zwei Etappen sollen Ende 2024 und Ende 2026 die beiden Blöcke eines Kohleheizkraftwerks stillgelegt werden. Damit und durch Heizungsmodernisierungen sollen CO2-Emissionen im Volumen von rund 800.000 Tonnen eingespart werden. Das Investitionsvolumen des Enercity-Konzerns im Kontext des Kohleausstieges wird sich dabei in den nächsten Jahren auf mehr als 500 Millionen Euro allein für die Ersatzanlagen belaufen.

Die Transformation läuft bereits

Diese Transformation der Fernwärmeerzeugung Hannovers ist bereits in vollem Gange. Seit 2020 wird Abwärme einer thermischen Müllverwertung in das Fernwärmenetz eingespeist, ab 2023 kommt eine thermische Klärschlammverwertung hinzu. Unter dem Motto „Grüne Wärme Hannover“ hat der Enercity-Konzern bereits sehr frühzeitig die wegweisende Entscheidung getroffen, auf fossile Brennstoffe in der Fernwärmeversorgung zu verzichten, nicht auf eine Brückentechnologie namens Gas zu setzen und stattdessen nachhaltige Lösungen umzusetzen. Zur Substitution des ersten stillzulegenden Kohlekraftwerksblocks werden neben der erwähnten Klärschlammverwertung ein mit Altholz betriebenes Heizkraftwerk sowie zwei Biomethananlagen in Hannover errichtet.

Aufgrund der Expertise in der Realisierung großer und vergleichbarer Projekte hat Enercity ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft Danpower, ein Wärmeversorgungs- und Contracting-Unternehmen aus Potsdam, mit Vorbereitung und Umsetzung von Projekten für die „Grüne Wärme Hannover“ beauftragt. Diese wiederum wird die Investitionen für das Altholzheizkraftwerk in einer eigens gegründeten Gesellschaft namens BEH Bioenergie Hannover realisieren.

Zinsgünstigere Lösung gefunden

Mit Blick auf das Investitionsvorhaben sowie die langen Nutzungsdauern der Infrastrukturinvestitionsgüter zeichnete sich hinsichtlich der Finanzierung bereits frühzeitig eine Lösung in Gestalt eines Konsortialdarlehens ab. Eine vollständige Refinanzierung aus verschiedenen Förderkreditprogrammen der KfW führte, verglichen mit einer kapitalmarktorientierten Variante, zu einer zinsgünstigeren Lösung für den Kunden.

Gleichzeitig führte auch das (langfristige) Kapitalmarkt-Funding spürbar zu Entlastungen bei den involvierten Konsortialbanken. Um das bis zur Zusage der Förderkredite immanente Zinsänderungsrisiko in einem Marktumfeld teilweise stark steigender Kapitalmarktzinsen abzusichern, wurden intelligente Zinsmanagementinstrumente eingesetzt, die in die KfW-Struktur eingebettet wurden.

Dieses auch unter ESG-Gesichtspunkten interessante Investitions- und Finanzierungsvorhaben überzeugte die im Vorfeld der Syndizierung mit dem Kunden abgestimmten Konsortialpartner auch in den höchst unsicheren Zeiten infolge des Russland-Ukraine-Konflikts. Mit dieser Konsortialfinanzierung gelingt es, die Energiewende im dynamischen Umfeld der Zins- und Zeitenwende erfolgreich zu gestalten und damit einen Beitrag zu leisten, ambitionierte Klimaziele zu erreichen. «

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