Philipp Hafner, Autor bei FINANCE https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/redaktion/hafner/ für kluge Finanzentscheidungen Thu, 08 Oct 2026 06:54:18 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.7 Konjunktur, Zinsen und Anleihen belasten den Schuldscheinmarkt https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/schuldscheine/konjunktur-zinsen-und-anleihen-belasten-den-schuldscheinmarkt-252241/ Thu, 08 Oct 2026 06:04:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252241 Die Porsche SE hat erneut den Schuldscheinmarkt im großen Stil angezapft. Foto: piter2121 – stock.adobe.com

Am Schulscheinmarkt trifft auch im dritten Quartal (zu) wenig Angebot auf eine hohe Nachfrage. Der größte Deal kommt erneut von der Porsche SE.

]]>
Die Porsche SE hat erneut den Schuldscheinmarkt im großen Stil angezapft. Foto: piter2121 – stock.adobe.com

Am Schulscheinmarkt trifft auch im dritten Quartal (zu) wenig Angebot auf eine hohe Nachfrage. Der größte Deal kommt erneut von der Porsche SE.

Der Schuldscheinmarkt blickt auf ein ruhiges drittes Quartal 2026 zurück. Knapp 5,5 Milliarden Euro verteilt auf 19 Transaktionen wurden platziert. Dies entspricht einem Volumenrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, in dem es 6,9 Milliarden Euro und 32 Deals zu verzeichnen gab.

Dies geht aus dem neuen Schuldschein-Update hervor, das das Datenanalysehaus LSEG exklusiv für FINANCE aufbereitet. Auf Neunmonatssicht liegt der Markt damit aber noch immer über dem Vorjahr: Laut LSEG summiert sich das Volumen von Januar bis September 2026 auf knapp 16 Milliarden Euro. 2025 waren es zu diesem Zeitpunkt mit 14,8 Milliarden Euro rund 8 Prozent weniger.

„Der Markt ist solide unterwegs. Etwas mehr Angebot wäre allerdings wünschenswert. Gerade mit Blick auf die hohe Liquidität auf der Nachfrageseite ginge definitiv noch mehr“, sagt Klaus Distler, Head of Corporate DCM & Credit Basket bei der Helaba. So seien die Transaktionen im bisherigen Jahresverlauf im Durchschnitt um das 2,2-Fache überzeichnet gewesen, was im langfristigen Vergleich einen überdurchschnittlich hohen Wert darstelle.

Schuldscheininvestoren werden selektiver

Gleichwohl seien die Investoren zuletzt tendenziell selektiver geworden: „Es wird noch genauer geprüft, um welche Branchen und Emittenten es sich handelt. Im Automotive Sektor schauen die Investoren zum Beispiel aktuell ganz genau auf Geschäftsmodell und Kreditqualität“, sagt Distler.

Deutlich attraktiver werden laut Christian Link, Head of Corporate Schuldschein Origination DACH bei der Commerzbank, derzeit hingegen die Sektoren Technologie, Ingenieurwesen, Versorgungswirtschaft sowie Einzelhandel gesehen. „Noch selten in der Emissionsaktivität vertreten, auf Investorenseite jedoch stark nachgefragt, sind außerdem Emissionen aus dem Verteidigungssektor“, so Link.

Bondmarkt bleibt für viele Emittenten attraktiver

Die insgesamt spürbare Zurückhaltung auf Emittentenseite im bisherigen Jahresverlauf führt der Commerzbanker auf drei Faktoren zurück: „Erstens die weiterhin schwache konjunkturelle Entwicklung im europäischen Wirtschaftsraum. Zweitens das gestiegene Zinsniveau und die damit verbundenen höheren Finanzierungskosten. Und drittens bleibt der Anleihemarkt für Emittenten mit einem externen Investmentgrade-Rating oftmals die attraktivere Finanzierungsalternative.“

Nach Einschätzung von Helaba-Banker Distler liegen die Schuldschein-Spreads bei vergleichbarem Investmentgrade-Rating derzeit circa 20 bis 30 Basispunkte höher. „Das ist aber nur eine grobe Hausnummer. Gerade gute Adressen sind hin und wieder bereit, einen kleinen Aufschlag zu zahlen, da für sie die höhere Flexibilität des Schuldscheins wertvoller ist.“

Für den größten Deal im zurückliegenden dritten Quartal zeichnete gemäß LSEG-Statistik abermals die Porsche Automobil Holding (Porsche SE) verantwortlich, die über zwei private Platzierungen insgesamt 1,06 Milliarden Euro einsammelte. Im dritten Quartal 2025 hatte das Unternehmen sogar 1,5 Milliarden Euro am Schuldscheinmarkt platziert.

Porsche SE vor Bilfinger und Merz

Es folgen der Industriedienstleister Bilfinger und der Pharmakonzern Merz, die im Juli 2026 Schuldscheine über jeweils 450 Millionen Euro begaben. „Neben deutschen Emittenten sind aber weiterhin auch ausländische Unternehmen aktiv, vor allem aus Italien, der Schweiz und Frankreich“, berichtet Distler.

Zudem gab es wie gewohnt auch einige Debütanten am Markt, darunter der deutsche Glasfaseranbieter Gelsen-Net, der im September ein Schuldscheindarlehen im mittleren zweistelligen Millionenbereich platzierte. Erstmals wurde darüber hinaus eine Schuldscheintransaktion eines koreanischen Unternehmens über dessen deutsche Tochtergesellschaft realisiert: Konkret hat der Energieversorger Hanwha Solutions aus Seoul mithilfe seiner Berliner Tochter Q Energy 145 Millionen Euro eingesammelt.

Schuldschein-Bookrunner: LBBW vor Helaba

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Klaus Distler von der Helaba mit einem Volumen zwischen 23 und 24 Milliarden Euro. Etwas vorsichtiger ist Commerzbanker Link, demzufolge die Emittenten ihren Blick bereits auf 2027 richten. „Stand heute erwarten wir, dass im vierten Quartal nicht mehr viele Transaktionen in den Markt gehen werden. Damit sollte das Gesamtvolumen für das Gesamtjahr 2026 bei 20 Milliarden Euro liegen.“

Bei den Bookrunnern liefern sich weiter zwei Landesbanken ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Die LBBW führt das Ranking nach neun Monaten mit einem Marktanteil von 21,8 Prozent vor Helaba (18,9 Prozent) an. Es folgen Commerzbank und BayernLB, die es jeweils auf rund 10 Prozent bringen.

Info

Hier können Sie das neue FINANCE-Schuldschein-Update herunterladen.

]]>
Finanzierungen: RWE, Henkel, Dürr  https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/finanzierungsticker/finanzierungen-rwe-henkel-duerr-251957/ Mon, 05 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251957 RWE hat in den USA eine milliardenschwere Finanzierung eingetütet. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

RWE zapft zum dritten Mal den US-Anleihemarkt an, Henkel sammelt über seine US-Tochter 1 Milliarde Euro ein, und Dürr platziert einen neuen Schuldschein – die wöchentlichen Finanzierungsnews.

]]>
RWE hat in den USA eine milliardenschwere Finanzierung eingetütet. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

RWE zapft zum dritten Mal den US-Anleihemarkt an, Henkel sammelt über seine US-Tochter 1 Milliarde Euro ein, und Dürr platziert einen neuen Schuldschein – die wöchentlichen Finanzierungsnews.

RWE begibt grüne Dual Tranche in den USA

RWE hat nach 2024 und 2025 zum dritten Mal den US-Bondmarkt angezapf. Der Essener Energieversorger entschied sich diesmal für eine grüne Dual Tranche im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar.  

Die Tranchen sind je 750 Millionen US-Dollar schwer, die Laufzeiten betragen fünf und zehn Jahre, die Kupons liegen bei 5,625 beziehungsweise 6,0 Prozent. Die Emission war laut RWE mehr als sechsfach überzeichnet.  

Henkel sammelt über US-Tochter 1 Milliarde Euro ein

Henkel hat über seine amerikanische Tochter Henkel US Finance zwei neue Anleihetranchen begeben. Das Volumen beträgt jeweils 500 Millionen Euro. Die erste Tranche hat einen Kupon von 3,875 Prozent und ist im September 2029 fällig, die zweite trägt einen Kupon von 4,250 Prozent mit Fälligkeit im September 2033. Beide Anleihen notieren an der Luxemburger Börse. 

Arrangiert hat die Transaktion die Deutsche Bank, die zudem als Zahlstelle für die Anleihen fungiert. Zu den Konsortialführern gehörten BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank und Société Générale.  

Neuer Dürr-Schuldschein über 200 Millionen Euro

Dürr hat einen neuen Schuldschein im Volumen von 200 Millionen Euro platziert. Der Betrag verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von vier, sechs, sieben und acht Jahren sowie fester und variabler Verzinsung. BNP Paribas, DZ Bank, ING und LBBW haben die Emission arrangiert und strukturiert.  

Mit der Transaktion verbessert Dürr eigenen Angaben zufolge das Laufzeitenprofil seiner Finanzierung. Im bisherigen Jahresverlauf hat der SDax-Konzern bereits eine Wandelanleihe sowie ältere Schuldscheintranchen über insgesamt 270 Millionen Euro zurückgezahlt.  

Weitere Finanzierungsmeldungen

E.on hat den chinesischen Bondmarkt angezapft. Der Essener Energieversorger sammelte dabei 750 Millionen Yuan (umgerechnet knapp 100 Millionen Euro) ein. Die Schuldverschreibungen haben eine Laufzeit von sechs Jahren und einen fixen Kupon von 2,05 Prozent.  

Der österreichische Faserspezialist Lenzinghat eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten für bestehende Aktionäre gestartet. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro pro Aktie festgelegt.Für zehn bestehende Aktien kann jeder Inhaber neun neue Aktien beziehen.Der angestrebte Bruttoerlös liegt bei rund 300 Millionen Euro, die Bezugsfrist endet am 20. Oktober. Die Kapitalerhöhung wird von BNP Paribas, Unicredit, der Commerzbank, der Erste Group sowie der Raiffeisen Bank International vollständig garantiert. 

Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat seine Finanzierungsbasis neu aufgestellt: Unter Führung der Unicredit Bank Austria haben sich sieben Finanzinstitute aus Österreich und Deutschland zu einem Konsortium zusammengefunden, das dem Unternehmen eine Kreditlinie über 190 Millionen Euro bereitstellt. Die Finanzierung mit einer Grundlaufzeit von drei Jahren – mit zweimaliger Verlängerungsoption um je ein Jahr – löst vorzeitig den bisherigen Konsortialkredit über 225 Millionen Euro ab, der ursprünglich bis Februar 2027 gelaufen wäre.

Rating-Meldungen

Fitch hat das Rating A- von Volkswagen bestätigt, der Ausblick bleibt negativ. 

Scope hat das Rating des Chemiekonzerns Lanxess von BBB zu BBB- herabgestuft. Den Ausblick änderte die Ratingagentur von negativ auf stabil.  

]]> Finanzierungen: Continental, Deutsche Börse, Traton   https://www.finance-magazin.de/nachrichten-ressort/finanzierungsticker/finanzierungen-continental-deutsche-boerse-traton-250392/ Mon, 07 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250392 Der Reifenhersteller Continental hat eine 750-Millionen-Euro-Anleihe mit einem jährlichen Kupon von 3,625 Prozent platziert. Foto: Rafael Rut – stock.adobe.com

Continental hat eine neue Benchmark-Anleihe platziert, die Deutsche Börse begibt eine Hybridanleihe und Traton kehrt an den UK-Bondmarkt zurück – die wöchentlichen Finanzierungs-News.

]]> Der Reifenhersteller Continental hat eine 750-Millionen-Euro-Anleihe mit einem jährlichen Kupon von 3,625 Prozent platziert. Foto: Rafael Rut – stock.adobe.com

Continental hat eine neue Benchmark-Anleihe platziert, die Deutsche Börse begibt eine Hybridanleihe und Traton kehrt an den UK-Bondmarkt zurück – die wöchentlichen Finanzierungs-News.

Continental mit Benchmark-Anleihe

Der Reifenhersteller Continental hat eine neue Unternehmensanleihe in Höhe von 750 Millionen Euro platziert. Die Schuldverschreibung hat eine Laufzeit von vier Jahren und trägt einen festen jährlichen Zinskupon von 3,625 Prozent. Die Emission erfolgte unter dem 7,5 Milliarden Euro schweren Debt Issuance Programme des Hannoveraner Dax-Konzerns.  

Am Ende war das Papier rund 2,5-fach überzeichnet. Mit den Erlösen refinanziert das Unternehmen einen Euro-Bond in gleicher Höhe, der im August fällig wurde. Die Continental-Transaktion zählte zu den ersten nach der Sommerpause am Euro-Corporate-Bondmarkt. Aus Deutschland waren noch Tennet und die Deutsche Börse am Start. 

Deutsche Börse platziert elektronische Hybridanleihen

Die Deutsche Börse hat unbesicherte Hybridanleihen mit einem Volumen von 600 Millionen Euro begeben. Die Emission erfolgte im Rahmen des 6 Milliarden Euro schweren Debt Issuance Programms der Deutschen Börse. Die Schuldverschreibungen werden bis zum Reset-Termin mit 4,2 Prozent pro Jahr verzinst, haben eine Laufzeit von 26 Jahren und können von der Deutschen Börse erstmals zum 2. Juni 2032 regulär zurückgezahlt werden. 

Es ist die erste öffentlich platzierte Hybridanleihe, die durch Zentralregisterwertpapiere gemäß dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) verbrieft ist, teilt die Kanzlei Linklaters mit, die die Deutsche Börse begleitet hat. Die Wertpapiere wurden über die digitale Plattform D7 von Clearstream begeben. 

Die Nettoerlöse aus der Emission können für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, dienen aber auch der Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten. Die beteiligten Emissionsbanken wurden von White & Case beraten. 

Traton kehrt an den UK-Bondmarkt zurück 

Der Nutzfahrzeughersteller Traton hat nach zweieinhalb Jahren wieder den britischen Bondmarkt betreten. Die Münchener sammelten mit einer Anleihe mit vierjähriger Laufzeit 250 Millionen Pfund (rund 290 Millionen Euro) ein. Der Kupon liegt bei 5,5 Prozent. Die von Deutscher Bank und Barclays begleitete Emission stieß laut Traton auf hohes Interesse, wodurch nach eigener Aussage eine breite Platzierung bei institutionellen Investoren inklusive einer finalen Preisfestsetzung innerhalb der Vermarktungsspanne ermöglicht wurde. 

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Energiekonzern E.on hat neue grüne Schuldscheinverschreibungen im Volumen von 140 Millionen Franken (rund 148 Millionen Euro) am Schweizer Bondmarkt begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von neun Jahren und einen fixen Kupon von 1,44 Prozent. Der Essener Dax-Konzern finanziert mit den Erlösen neue sowie bestehende geeignete grüne Vermögenswerte gemäß seines Green Financing Frameworks. 

Aukera hat eine strukturierte Kreditfazilität über 460 Millionen Euro aufgesetzt. Die ursprünglich mit 200 Millionen Euro zugesagte Finanzierung wurde mit einer Akkordeon-Fazilität in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro ausgestattet. Diese wurde bei der Refinanzierung in eine fest zugesagte Serie-2-Tranche von 260 Millionen Euro umgewandelt. Lead Investor ist EIG. Mit dem Kapital will die Plattform für Batteriespeicher ihr Energieinfrastrukturportfolio weiter ausbauen. A&O Shearman beriet Aukera bei der Transaktion.

Der Logistikdienstleister Schnellecke Group hat die Refinanzierung der Konsortialkreditfinanzierungen ihrer Teilkonzerne Schnellecke Logistics und KWD Automotive abgeschlossen. Die neue Finanzierung umfasst zwei Konsortialkreditfazilitäten über jeweils 70 Millionen Euro und damit ein Gesamtvolumen von 140 Millionen Euro. Die Finanzierungsberatung FCF begleitete den Refinanzierungsprozess.  

Givaudan hat am Schweizer Heimatmarkt Anleihen in zwei Tranchen mit einem Gesamtvolumen von 300 Millionen Franken (rund 319 Millionen Euro) platziert. Davon entfallen 100 Millionen Franken auf eine Anleihe mit einer Laufzeit bis März 2032 und einem festen Kupon von 1,0 Prozent. Die zweite Tranche in Höhe von 200 Millionen Franken hat eine Laufzeit bis September 2035 und einen festen Kupon von 1,35 Prozent. Die Erlöse will das Unternehmen für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. 

Rating-Meldungen

Moody’s hat das Rating von TK Elevator von „B1“ auf „B2“ heraufgestuft und prüft derzeit eine weitere Anhebung. Der Ausblick ist stabil. 

Zudem hat Moody’s den Ausblick des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen von negativ auf stabil angehoben und das „Ba2“-Rating bestätigt. 

]]>
Ex-Stabilus CFO Andreas Jaeger geht zu Schweizer Großkonzern https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/ex-stabilus-cfo-andreas-jaeger-geht-zu-schweizer-grosskonzern-250254/ Thu, 03 Sep 2026 08:51:25 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250254 Der Schweizer Logistikkonzern Bossard hat den Ex-Stabilus-CFO Andreas Jaeger engagiert. Foto: Bossard

Sein Abgang als CFO bei Stabilus schlug jüngst hohe Wellen. Nun steht fest, für wen Andreas Jaeger die Koblenzer verlassen hat: Er geht zu einem Schweizer Konzern, wo ihn ein ruhigeres Umfeld erwarten dürfte.

]]>
Der Schweizer Logistikkonzern Bossard hat den Ex-Stabilus-CFO Andreas Jaeger engagiert. Foto: Bossard

Sein Abgang als CFO bei Stabilus schlug jüngst hohe Wellen. Nun steht fest, für wen Andreas Jaeger die Koblenzer verlassen hat: Er geht zu einem Schweizer Konzern, wo ihn ein ruhigeres Umfeld erwarten dürfte.

Gut drei Wochen ist es her, dass Andreas Jaeger überraschend den CFO-Posten bei Stabilus geräumt hat. Nun steht sein künftiger Arbeitgeber fest: Jaeger wechselt zum 1. Januar 2027 zur Bossard Group, ein auf Schraubenhandel und Logistiksysteme spezialisiertes Unternehmen aus Zug in der Schweiz, wie Bossard mitgeteilt hat.

Jaeger übernimmt dort nach einer Übergangsphase Anfang März die CFO-Funktion von Stephan Zehnder, dessen Rücktritt per Ende März 2027 bereits seit Mai dieses Jahres bekannt ist.

Bei dem Autozulieferer Stabilus war Jaeger Mitte August nach nur zehn Monaten als CFO wieder ausgeschieden. Laut Unternehmen hatte Jaeger aus persönlichen Gründen um die vorzeitige Auflösung seines Vorstandsvertrags gebeten. Sein Abgang schickte die Aktie des Koblenzer Traditionskonzerns anschließend auf Talfahrt. Zuvor war er von 2021 bis 2025 CFO, interimistischer CEO und Konzernleitungsmitglied der ebenfalls in der Schweiz beheimateten Forbo Gruppe.

Stabilus-CFOs mit kurzer Halbwertszeit

Wer Andreas Jaeger bei Stabilus als CFO nachfolgt, ist noch offen. Interimistisch kümmert sich CEO Michael Büchsner um das Finanzressort. Er wird dabei von dem Interim-Finanzer Thomas Kresser unterstützt. Schon Jaegers Vorgänger bei Stabilus, Stefan Bauerreis, schied 2025 vorzeitig aus dem Vorstand aus. Wie nun bei Jaeger übernahm CEO Büchsner anschließend interimistisch die CFO-Aufgaben.

Verglichen mit Stabilus, das seit längerem mit der schwachen Nachfrage im Automotive-Geschäft kämpft, erwartet Jaeger bei Bossard eine komfortablere operative Ausgangslage. Der international tätige Konzern konnte seinen Gruppenumsatz im ersten Halbjahr 2026 um gut 5 Prozent auf rund 575 Millionen Schweizer Franken steigern, bei einer Ebit-Marge von 12,7 Prozent.

]]>
Finanzierungen: Tennet Germany, Deutz, VW https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/finanzierungsticker/finanzierungen-tennet-germany-deutz-vw-250009/ Mon, 31 Aug 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250009 Tennet Germany hat 2,6 Milliarden Euro über eine Hybridanleihe eingesammelt. Foto: Tennet Germany

Tennet Germany feiert ein weiteres milliardenschweres Anleihedebüt, Deutz stellt seine Konzernfinanzierung neu auf und VW platziert eine Anleihe in Kanada – die wöchentlichen Finanzierungs-News.

]]>
Tennet Germany hat 2,6 Milliarden Euro über eine Hybridanleihe eingesammelt. Foto: Tennet Germany

Tennet Germany feiert ein weiteres milliardenschweres Anleihedebüt, Deutz stellt seine Konzernfinanzierung neu auf und VW platziert eine Anleihe in Kanada – die wöchentlichen Finanzierungs-News.

Tennet Germany mit Hybrid-Debüt

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany hat erstmals eine Hybridanleihe emittiert. Der Bond hat ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro, das sich auf zwei Tranchen verteilt. Die erste ist 1,2 Milliarden Euro schwer und trägt einen Kupon von 4,25 Prozent. Die erste Call-Option für Tennet besteht nach 5,25 Jahren. Die zweite Tranche über 1,4 Milliarden Euro hat einen Kupon 4,75 Prozent und kann erstmals nach 8,5 Jahren von Tennet zurückgezahlt werden. 

Wie bereits bei dem Senior-Bond-Debüt von Tennet vor knapp zwei Monaten handelt es sich um eine grüne Anleihe gemäß des relativ jungen und als besonders streng geltenden EU-Green-Bond-Standards. Das Orderbuch war in der Spitze etwa 5,4-fach überzeichnet. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um die bislang größte Corporate-Hybridanleihe eines DACH-basierten Utility-Unternehmens sowie die bislang größte Corporate-Hybridemission im EuGB-Format.

Deutz stellt Konzernfinanzierung neu auf

Im Zuge der Übernahme des Rüstungsunternehmens FFG (Kaufpreis: 1,6 Milliarden Euro) hat Deutz seine Konzernfinanzierung neu aufgesetzt. Wie CFO Oliver Neu im Gespräch mit der „Börsen-Zeitung“ mitteilte, besteht diese nach dem Closing aus drei Säulen. Dazu zählen zwei endfällige Term Loans über insgesamt 1,25 Milliarden Euro, eine revolvierende Kreditlinie (RCF) über 600 Millionen Euro sowie Avallinien in Höhe von 750 Millionen Euro. Mit den beiden Term Loans finanziert Deutz die FFG-Übernahme, die RCF dient dem operativen Geschäft und die Avale benötigt das Unternehmen zur Absicherung von Anzahlungen.

VW Credit Canada platziert neue Anleihe

Die kanadische Finanzierungstochter von Volkswagen, VW Credit Canada, hat eine Anleihe in Höhe von 750 Millionen kanadischen Dollar (rund 465 Millionen Euro) platziert. Garantiert wird die Anleihe von der Volkswagen-Muttergesellschaft. 

Die erste Tranche der Anleihe hat ein Volumen von 400 Millionen kanadischen Dollar (rund 248 Millionen Euro) mit einem halbjährigen Kupon von 3,95 Prozent und einer Laufzeit von drei Jahren. Die zweite Tranche über 350 Millionen kanadische Dollar (217 Millionen Euro) wird 2031 fällig und trägt einen halbjährigen Kupon von 4,33 Prozent. 

Die Transaktion ist Teil des 30 Milliarden Euro schweren Debt-Issuance-Programms der Volkswagen-Gruppe, über das der Konzern regelmäßig Fremdkapital an internationalen Kapitalmärkten aufnimmt. Als Konsortialbanken fungierten CIBC World Markets, Scotia Capital und TD Securities. Die Papiere gingen an institutionelle Investoren. Clifford Chance und Norton Rose Fulbright berieten Volkswagen bei der Emission.

Tonies refinanziert seine revolvierende Kreditlinie

Der Spielzeughersteller Tonies hat seine revolvierende Konsortialkreditlinie refinanziert. Das Volumen beläuft sich auf 150 Millionen Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr.

Das 2013 in Düsseldorf gegründete Unternehmen löst mit der neuen, höher dotierten Kreditlinie den alten Kontrakt ab. Insgesamt beteiligten sich fünf Banken an der Finanzierung, wobei die Commerzbank als federführende Konsortialbank fungierte. 

Das Bankenkonsortium wurde von Clifford Chance beraten.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Unternimmt der Panzerbauer KNDS einen neuen Anlauf für seine Börsenambitionen? Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte das deutsch-französische Unternehmen bereits in der zweiten Septemberhälfte an die Börse gehen. Der Zeitplan hänge allerdings stark von den nun anstehenden Investorengesprächen ab. Je nach Ausgang bleibe auch ein Börsengang Anfang 2027 eine Option, schreibt Bloomberg. KNDS hatte seine IPO-Pläne Anfang Juli aufgrund ungünstiger Marktbedingungen verschoben.

Auch der Autozulieferer Mahle soll an einem Börsengang arbeiten. Bei den Stuttgartern geht es laut Bloomberg um das Indien-Geschäft, das rund 450 Millionen Euro an Jahresumsatz abwirft. Ein IPO könnte Mahle dem Bericht zufolge rund 300 bis 400 Millionen US-Dollar einbringen.

Der Lkw- und Bushersteller Daimler Truck hat den Teilverkauf seiner japanischen Archion-Beteiligung abgeschlossen. Die Transaktion wurde im Zuge einer Sekundärplatzierung („secondary offering“) abgeschlossen, der Anteil von Daimler Truck an Archion reduzierte sich dabei wie geplant auf 25 Prozent. Durch den Verkauf der Anteile flossen den Stuttgartern rund 600 Millionen Euro zu. An Archion ist auch Toyota beteiligt.  

Das Münchener Aquakulturunternehmen Oceanloop hat sich eine neue Finanzierung gesichert. Die Mittel umfassen neue Eigenkapitalzusagen des Blue Revolution Fund von Hatch Blue und von Stolt Ventures sowie eine Venture-Debt-Kreditlinie der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 32 Millionen Euro. Insgesamt stehen Oceanloop bis zu 38,5 Millionen Euro für den Ausbau seiner landbasierten Aquakulturtechnologie zur Verfügung.

Rating-Meldungen

Moody’s hat das Rating „Baa2“ von RWE bestätigt, der Ausblick ist stabil.

]]> „Treasury des Jahres“ 2026: Wer folgt auf Covestro? https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/treasury-des-jahres/treasury-des-jahres-2026-wer-folgt-auf-covestro-248899/ Tue, 11 Aug 2026 07:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=248899 Die Shortlist-Kandidaten für das "Treasury des Jahres 2025" (v.l.): Stefan Welter (SoftwareOne), Fabian Lander (Vonovia), Blerim Osmanaj & Thomas Böttger (Covestro), Finn Marten Körner (Henkel), Christoph Willeke & Jean Dohrmann (Continental/Aumovio). Foto: F.A.Z. Business Media GmbH/Dirk Beichert BusinessPhoto

Zum 17. Mal wird die begehrte Auszeichnung „Treasury des Jahres“ verliehen. Nutzen Sie die Chance und bewerben Sie sich bis zum 1. September!

]]> Die Shortlist-Kandidaten für das "Treasury des Jahres 2025" (v.l.): Stefan Welter (SoftwareOne), Fabian Lander (Vonovia), Blerim Osmanaj & Thomas Böttger (Covestro), Finn Marten Körner (Henkel), Christoph Willeke & Jean Dohrmann (Continental/Aumovio). Foto: F.A.Z. Business Media GmbH/Dirk Beichert BusinessPhoto

Zum 17. Mal wird die begehrte Auszeichnung „Treasury des Jahres“ verliehen. Nutzen Sie die Chance und bewerben Sie sich bis zum 1. September!

Im vergangenen Jahr konnte das Treasury von Covestro den begehrten Award „Treasury des Jahres“ mit nach Hause nehmen. Thomas Böttger und sein Team überzeugten die Jury mit der Transformation des eigenen FX–Risikomanagement unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Konkret wurde mithilfe Maschinellen Lernens die Währungssicherung des Spezialchemiekonzerns von einem Kostenfaktor in einen Gewinnbringer verwandelt. So generiert das neu aufgesetzte Währungsmanagement Erträge in zweistelliger Millionenhöhe.

Vielleicht haben Sie und Ihr Team in den vergangenen Monaten mit herausragenden Leistungen glänzen können? Etwa mit erfolgreichen Ideen im Cash Management, mit innovativen Finanzierungen oder wegweisenden strategischen Treasury-Projekten. Haben Sie durch den Einsatz neuer Technologien die Zukunft des Treasury mitgestaltet? Dann warten wir auf Ihre Bewerbung!

Die Auszeichnung „Treasury des Jahres“ wird von der Redaktion von DerTreasurer verliehen und würdigt herausragende Projekte im Treasury-Bereich. Um sich zu bewerben, benötigen Sie lediglich ein Exposé über Ihr Projekt, das maximal zwei DIN-A4-Seiten umfasst.

Die Voraussetzungen zum Treasury des Jahres

Was sind die Voraussetzungen für eine Bewerbung? Ihr Projekt muss innerhalb der vergangenen zwölf Monate vor Ende der Bewerbungsfrist abgeschlossen worden sein. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen außerhalb des Finanzsektors aus dem deutschsprachigen Raum. Auch Empfehlungen von Dritten sind willkommen, falls Sie exzellente Projekte kennen, die für die Auszeichnung in Frage kommen.

Eine unabhängige Jury, bestehend aus erfahrenen Corporate-Treasurern und Vertretern von Banken, wird anhand einer Shortlist die besten Bewerbungen auswählen. Leitfragen bei der Beurteilung sind: Welchen Mehrwert hat das Treasury-Projekt dem Unternehmen gebracht? Wie wegweisend, erfolgreich und innovativ war es?

Preisverleihung auf der Structured FINANCE

Die begehrte Auszeichnung wird auch dieses Jahr wieder durch den Supply-Chain-Finance-Anbieter Traxpay gefördert. Die offizielle Preisverleihung findet im Rahmen der 22. Structured FINANCE, der Leitveranstaltung für CFOs und Treasurer, statt. Diese findet am 25. und 26. November in Stuttgart statt.

Nutzen Sie die Gelegenheit, die Leistungen Ihres Teams und die Erfolge Ihrer Projekte ins Rampenlicht zu rücken. Bewerben Sie sich jetzt und vielleicht halten Sie schon bald den Titel „Treasury des Jahres 2026“ in den Händen! Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie auf unserer Webseite. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Info

Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie hier. Bewerben Sie sich bis zum 1. September!

]]>
Liane Santenero übernimmt globale Führungsrolle bei Société Générale https://www.finance-magazin.de/banking-berater/banker-wechsel/liane-santenero-uebernimmt-globale-fuehrungsrolle-bei-societe-generale-248468/ Mon, 03 Aug 2026 09:44:32 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=248468 Liane Santenero bei einem Auftritt beim Cash Management Campus. Ab Oktober wechselt sie zu Société Générale nach Paris. Foto: Johannes Jost

Von BNP Paribas zurück nach Paris: Liane Santenero wechselt vom Firmenkundengeschäft in Frankfurt auf eine globale Führungsrolle bei Société Générale.

]]>
Liane Santenero bei einem Auftritt beim Cash Management Campus. Ab Oktober wechselt sie zu Société Générale nach Paris. Foto: Johannes Jost

Von BNP Paribas zurück nach Paris: Liane Santenero wechselt vom Firmenkundengeschäft in Frankfurt auf eine globale Führungsrolle bei Société Générale.

Die frühere BNP-Bankerin Liane Santenero übernimmt eine neue Rolle: Sie wechselt zum Oktober als Head of Global Transaction & Payment Services zur Société Générale nach Paris. Erst Mitte Juli meldete FINANCE exklusiv, dass sie ihre Rolle als Head of Corporate Coverage bei BNP Paribas in Frankfurt aufgibt; dort war sie auch für das Transaction Banking in Deutschland zuständig. Im aktuellen FINANCE-Banken-Survey 2026 belegt Société Générale im Kreditgeschäft mit deutschen Firmenkunden Platz 7; beim Thema Cash Management schneidet sie mit Platz 14 dagegen schlechter ab. 

Bei Société Générale soll Santenero nun eine globale Führungsrolle übernehmen und an Anne-Christine Champion sowie Alexandre Fleury berichten, die beiden Co-Heads der Sparte Global Banking and Investor Solutions (GBIS). Außerdem wird Santenero Mitglied des Group Management Committee von Société Générale. Ihren Vorgänger David Abitbol ernannte die Großbank zum Chief Operating Officer für die Region Asien-Pazifik. 

Santeneros Nachfolge bei BNP ist offen

Liane Santenero war seit dem Jahr 2000 für BNP Paribas tätig und bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Firmenkundengeschäft mit. Nach rund acht Jahren in Paris und Brüssel wechselte sie 2014 nach Frankfurt und war zunächst rund sechs Jahre als Head of Credit Analysis Germany tätig. Anfang 2021 stieg sie zur Head of Large & Mid Cap Corporate Coverage auf, seit 2024 war sie für das gesamte Firmenkundengeschäft von BNP in Deutschland verantwortlich. Wer ihr nachfolgt, ist bislang nicht bekannt. 

Santeneros Abschied bei BNP folgte, kurz nachdem die Bank bekanntgab, dass der Chef des hiesigen Corporate & Investmentbanking, Frank Vogel, das Geldhaus im September verlässt. Als Nachfolge ist ab Herbst eine Doppelspitze aus dem früheren Deutsche-Bank-Manager Jan-Philipp Gillmann und Nico Ruse vorgesehen, der von der Bank of America kommt. 

Société Générale-Bereich wächst deutlich

Santeneros neuer Verantwortungsbereich Global Transaction & Payment Services gehört innerhalb der Société Générale zur Sparte Global Banking and Investor Solutions. Im ersten Halbjahr 2026 kam GBIS auf Einnahmen von knapp 5,5 Milliarden Euro, ein leichtes Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Teilbereich Global Transaction & Payment Services setzte sich davon positiv ab mit einem Wachstum von 2,1 Prozent von Januar bis Juni; das zweite Quartal fiel dabei mit einem Plus von 6,7 Prozent deutlich stärker aus als die ersten drei Monate. Das Nettoergebnis in der Sparte GBIS erreichte von Januar bis Juni rund 1,6 Milliarden Euro.

Insgesamt meldete Société Générale im ersten Halbjahr Einnahmen von 14,2 Milliarden Euro, um 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Nettoergebnis der Bank erhöhte sich um knapp 14 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio der Bank belief sich im ersten Halbjahr auf 59,7 Prozent und entsprach damit grob der Prognose des Managements.

]]>
Finanzierungen: Ista, Sixt, Smag https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/finanzierungsticker/finanzierungen-ista-sixt-smag-247564/ Mon, 20 Jul 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=247564 Ista ist auf die Abrechnung von Energiekosten spezialisiert. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

Ista hat sich ein Rating von S&P besorgt, Sixt erzielt seine bislang besten Konditionen am Bondmarkt und das Smag erlebt einen schwachen Börsenstart – die wöchentlichen Finanzierungs-News.

]]>
Ista ist auf die Abrechnung von Energiekosten spezialisiert. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

Ista hat sich ein Rating von S&P besorgt, Sixt erzielt seine bislang besten Konditionen am Bondmarkt und das Smag erlebt einen schwachen Börsenstart – die wöchentlichen Finanzierungs-News.

Ista refinanziert Term Loan B und besorgt sich S&P-Rating

Der Essener Energiedienstleister Ista hat seine syndizierte Kreditfazilität refinanziert. Die neu abgeschlossene Linie hat ein Gesamtvolumen von 1,55 Milliarden Euro, wie Ista auf Anfrage von DerTreasurer mitteilte. Laut einem Report der Ratingagentur Moody’s sollen gut zwei Drittel des Volumens auf einen Term Loan B entfallen, der Rest auf eine Revolving Credit Facility (RCF). Damit refinanzieren die Essener unter anderem einen Term Loan B in Höhe von rund 750 Millionen Euro, der 2027 zur Fälligkeit steht. 

Anlässlich des neuen syndizierten Kredits hat S&P der Trionista SE, der Holdinggesellschaft hinter der Ista Gruppe, erstmals ein langfristiges Investment-Grade-Rating von „BBB“ mit stabilem Ausblick zugewiesen.  

Sixt mit neuer Bestmarke bei Benchmark-Anleihe

Sixt hat eine neue Unternehmensanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro begeben. Das Papier hat eine Laufzeit bis Januar 2031 und trägt einen Kupon von 3,75 Prozent. Laut Unternehmensangaben betrug der Spread bei Zuteilung 90 Basispunkte, was die bislang günstigsten Konditionen in der Sixt-Geschichte seien. Das Orderbuch war mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro mehr als dreifach überzeichnet. Die Ratingagentur S&P bewertet die Anleihe mit „BBB“, was dem unteren Bereich des Investment-Grade-Spektrums entspricht. 

Die Erlöse will der Münchener Mobilitätsdienstleister vor allem in den Ausbau der Fahrzeugflotte, die Erweiterung des internationalen Standortnetzes sowie in Technologieinvestitionen stecken. Als Joint Lead Manager der Emission fungierten BayernLB, Commerzbank, Deutsche Bank, ING sowie Unicredit. 

Rüstungsunternehmen Smag stolpert an die Börse

Smag Mobile Antenna Masts ist Anfang vergangener Woche an die Frankfurter Börse gegangen und wird dort in dem KMU-Segment Scale gelistet. Das Unternehmen aus Salzgitter ist ein Hersteller von mobilen Mastsystemen für Militär- und Verteidigungsanwendungen. Der Ausgabepreis der Aktie betrug 46 Euro und spülte Smag rund 30 Millionen Euro brutto in die Kasse.  

Das Papier geriet allerdings gleich zu Beginn massiv unter Druck: Allein am ersten Handelstag fiel der Preis um rund 40 Prozent. Zum Ende der Woche betrug das Kursminus immer noch knapp 10 Prozent. 

Weitere Finanzierungsmeldungen

Europäische Rüstungs-Start-ups sammeln weiter große Summen ein: Helsing hat eine neue Series-E-Runde über 1,8 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, was umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro entspricht. Die Bewertung des 2021 gegründeten Münchener Drohnen- und Softwareherstellers steigt damit auf 18 Milliarden US-Dollar (etwa 15,7 Milliarden Euro). Zu den Investoren zählen unter anderem Growth Equity at Goldman Sachs Alternatives, JP Morgan Chase und Stepstone. Die Finanzierungsrunde folgt wenige Monate nach dem Amtsantritt von CFO Anita Szarek. 

Der Online-Autoteilehändler Autodoc hat sich erstmals auf den institutionellen Kreditmarkt begeben und ein Finanzierungspaket von insgesamt 580 Millionen Euro gesichert. Das Kernstück bildet ein Term Loan B über 530 Millionen Euro mit siebenjähriger Laufzeit und einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Ergänzend wurde eine revolvierende Kreditfazilität (RCF) über 50 Millionen Euro zu 3 Prozent mit einer Laufzeit von sechseinhalb Jahren vereinbart. Mit dem frischen Kapital aus dem Term Loan B will Autodoc den Rückkauf von Aktien der Autodoc SE finanzieren, die zurzeit noch vom Private-Equity-Investor Apollo gehalten werden,sowie zur Begleichung der mit der Transaktion verbundenen Gebühren und Aufwendungen. Die Transaktion dient der Neustrukturierung der Gruppe: Mit dem Kapital wurde die Autodoc Holding SE als neue Konzernmutter gegründet. Alleinige Eigentümerin der Holding ist Autotech, die Investmentgesellschaft der drei Autodoc-Gründer.

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aton hat erstmals einen Schuldschein begeben. Das Unternehmen sammelte dabei 87 Millionen Euro. Das angestrebte Volumen habe aufgrund hohen Investoreninteresses übertroffen werden können, teilte Aton mit.  

Der Erdölkonzern OMV hat sich eine Finanzierung bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) gesichert. Die Fazilität hat ein Volumen in Höhe von 450 Millionen Euro und dient dem Bau einer neuen Produktionsstätte von grünem Wasserstoff südlich von Wien. 

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz, hat einen EU Green Bond mit Fälligkeit 2040 um 104 Millionen Euro aufgestockt.Die zusätzlichen Mittel sollen für Investitionen in die Stromnetzinfrastruktur genutzt werden. Der ursprüngliche Bond wurde im Herbst 2025 als Teil der ersten Emission eines EU Green Bond nach dem neuen europäischen Standard durch ein deutsches Unternehmen begeben. Das Volumen lag damals bei 1,1 Milliarden Euro. 

Der Münchner Hersteller von Quantensensoren Forschungsingenieur QuantumDiamonds hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 91 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Eigenkapitalrunde von 15 Millionen Euro wurde von dem Climate-Tech-Investor World Fund angeführt, während unter anderem IQ Capital als Co-Investor beteiligt war. Zusätzlich stellen das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie der Freistaat Bayern 76 Millionen Euro an nicht-dilutiven Fördermitteln bereit. Mit dem frischen Kapital plant das im Jahr 2022 gegründete Start-up, seine auf Quantensensoren basierende Inspektionstechnologie für Halbleiter auszubauen. Taylor Wessing hat in diesem Zusammenhang IQ Capital rechtlich beraten. 

Das auf Quantencomputing spezialisierte Unternehmen Aqarios ist an die Börse gegangen. Das Unternehmen wählte dafür eine Spac-Transaktion, bei der die Fonterelli SPAC 4 AG als Mantelgesellschaft fungierte. Aqarios wurde 2021 als Spin-off der Ludwig-Maximilians Universität München (LMU) gegründet.  

Das auf Immobiliensoftware spezialisierte Start–up Nestermind aus Zürich hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich abgeschlossen. Getragen wurde diese von nicht näher genannten Investoren aus der Schweizer Immobilienbranche. Das frische Kapital fließt in die Produktentwicklung und den Ausbau des Teams. 

Rating-Meldungen

Fitch hat das Rating „BBB“ von Bayer bestätigt, der Ausblick ist unverändert negativ.  

S&P hat denAusblick für die Bonität der Commerzbank von positiv auf stabil gesenkt, das Rating liegt weiter bei „A“. 

S&P hat Trionista, der Holdinggesellschaft des Energiedienstleisters Ista, ein initiales Rating „BBB” mit stabilem Ausblick gegeben.   

]]> Tennet-CFO: „Wir werden zu den Top-3 am Euro-Anleihemarkt gehören“ https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-interviews/tennet-cfo-wir-werden-zu-den-top-3-am-euro-anleihemarkt-gehoeren-247097/ Mon, 13 Jul 2026 07:03:21 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=247097 Markus Binder ist seit Mai 2025 CFO bei Tennet Germany. Foto: Tennet Germany

Ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro, vier Tranchen und Orders von mehr als 22 Milliarden Euro: Das Anleihedebüt von Tennet Germany ist ambitioniert. Doch CFO Markus Binder will noch mehr.

]]> Markus Binder ist seit Mai 2025 CFO bei Tennet Germany. Foto: Tennet Germany

Ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro, vier Tranchen und Orders von mehr als 22 Milliarden Euro: Das Anleihedebüt von Tennet Germany ist ambitioniert. Doch CFO Markus Binder will noch mehr.

]]>
Schuldscheinmarkt: Viel Liquidität trifft auf knappes Angebot https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/schuldscheine/schuldscheinmarkt-viel-liquiditaet-trifft-auf-knappes-angebot-246920/ Thu, 09 Jul 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=246920 Der Süßwarenspezialist Ferrero hat den einzigen Milliarden-Schuldschein im ersten Halbjahr 2026 platziert. Foto: monticellllo – stock.adobe.com

Am Schuldscheinmarkt geht es im zweiten Quartal bergauf, allerdings ist das Segment weiter mit angezogener Handbremse unterwegs. Der größte Deal kommt diesmal aus Luxemburg.

]]>
Der Süßwarenspezialist Ferrero hat den einzigen Milliarden-Schuldschein im ersten Halbjahr 2026 platziert. Foto: monticellllo – stock.adobe.com

Am Schuldscheinmarkt geht es im zweiten Quartal bergauf, allerdings ist das Segment weiter mit angezogener Handbremse unterwegs. Der größte Deal kommt diesmal aus Luxemburg.

Am Schuldscheinmarkt wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 8,5 Milliarden Euro platziert. Damit liegt das Volumen knapp 10 Prozent über dem Niveau der ersten sechs Monate 2025. Auch die Anzahl der Deals lag mit 45 über den 37 aus dem Vorjahreszeitraum. Dies geht aus dem neuen Schuldschein-Update hervor, das das Datenanalysehaus LSEG exklusiv für FINANCE aufbereitet.

Deutlich lebhafter ging es im zurückliegenden zweiten Quartal zu, in dem 28 neue Schuldscheine im Gesamtvolumen von rund 5,9 Milliarden Euro begeben wurden. Die größte Transaktion stammte von der Luxemburger Dachgesellschaft des italienischen Süßwarenherstellers Ferrero, der im Mai 1,2 Milliarden Euro einsammelte.

Ferrero mit einzigem Milliarden-Schuldschein

Trotz der zuletzt gesteigerten Aktivitäten sehen Experten noch Luft nach oben. „Der Markt ist nach wie vor von einem anhaltendem Unterangebot gekennzeichnet“, sagt Klaus Pahle, Head of Schuldschein-Syndicate der ING in Deutschland. Die gute Nachricht sei, dass dieses Unterangebot auf eine sehr robuste Nachfrage treffe. „Das zeigt sich in deutlich überzeichneten Orderbüchern sowie in oftmals nach oben angepassten Platzierungsvolumina“, berichtet Pahle.

Neben Ferrero waren im ersten Halbjahr noch diverse weitere Unternehmen aus dem Einzelhandel mit Großtransaktionen am Markt aktiv, darunter der Discounter Lidl (850 Millionen Euro), der italienische Papierspezialist Sofidel (800 Millionen Euro) oder die Düsseldorfer Intersnack Group (700 Millionen Euro). Der Trend, wonach der Schuldschein auch bei nicht-deutschen Emittenten immer häufiger genutzt werde, sei intakt. „Wir sehen weiter viele europäische Unternehmen, die den Markt regelmäßig anzapfen beziehungsweise neu für sich entdecken, vor allem aus Frankreich, Italien, Spanien und der Schweiz“, so Pahle.

E.on und Telekom platzieren private Schuldscheine

Von den zehn größten Deals aus dem ersten Halbjahr stammen gleichwohl noch immer acht aus Deutschland. Darunter befanden sich mit E.on und Deutsche Telekom auch zwei Dax-Adressen, die ihre Schuldscheine jeweils via Private Placement platzierten. Solche Privatplatzierungen sind laut Pahle relativ selten, dennoch hätten sie in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. „Das kann für beide Seiten Sinn machen, vor allem da die Standarddokumentation eines Schuldscheins dafür ebenfalls genutzt werden kann.“

Auffallend ist laut Pahle zudem, dass mehrere deutsche Flughafenbetreiber den Markt zuletzt für sich entdeckt hätten. So haben nach Fraport und München in diesem Jahr auch die Flughafenbetreiber BER und Köln-Bonn ihre Debüts gefeiert. „Das sind Infrastrukturanbieter mit stabilen Cashflows, was gut zum Schuldschein passt“, sagt Pahle. So gut wie keine Rolle spielten momentan hingegen unverändert die herausfordernden Sektoren Immobilien und Automotive. Laut Marktteilnehmern befindet sich Dräxlmaier aktuell als Zulieferer in der Vermarktung für einen neuen Schuldschein befinde.

Bookrunner: Helaba verdrängt LBBW

Für das Gesamtjahr erwartet Pahle, dass sich der Markt über dem Vorjahresniveau bei rund 25 Milliarden Euro einpendeln wird.

Bei den Bookrunnern gibt erstmals seit längerem wieder einen Wechsel an der Spitze zu vermelden. Die Helaba hat – gemessen am Marktanteil – mit 24,3 Prozent den Platzhirsch LBBW (18 Prozent) von Platz 1 verdrängt. Nimmt man hingegen die absolute Anzahl der Deals, so geben die Stuttgarter mit 19 weiter die Richtung vor der Helaba (14 Deals) an.

Info

Hier können Sie das neue FINANCE-Schuldschein-Update herunterladen.

]]>