So finanziert sich Healthcare in schwierigen Zeiten

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2024. Foto: jchizhe - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2024. Foto: jchizhe - stock.adobe.com

Der deutsche Gesundheitsmarkt sah sich in den vergangenen Jahren mit einigen einschneidenden Turbulenzen konfrontiert. Neben dem chronischen Fachkräftemangel musste die Branche zunächst den Schock der Corona-Pandemie überwinden. Direkt im Anschluss sorgte die rasant gestiegene Inflation für erheblichen Kostendruck auf der Ausgabenseite, während die höheren Zinsen gleichzeitig die Finanzierungsvorhaben erschwerten.

Besonders hart traf die Krise den stationären Sektor und den Pflegebereich. Dennoch bleibt die deutsche Gesundheitswirtschaft ein Wachstumsmarkt und entwickelt sich deutlich besser und stabiler als andere Industriezweige. Beispielsweise betrug das durchschnittliche Wachstum der Gesundheitsausgaben pro Jahr in Deutschland seit 2017 mehr als 4 Prozent. Dafür sorgen diverse Faktoren: der demographische Wandel, die zunehmende Digitalisierung von Prozessen und Dienstleistungen, der steigende Anteil an E-Health-Services sowie das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung.

Wie können also Marktteilnehmer und Unternehmen im Gesundheitssektor diese Potentiale nutzen, sich in diesen sehr dynamischen Zeiten möglichst gut aufstellen – und vor allem solide finanzieren?

In Kooperationen denken

Kooperationen, wie zum Beispiel im Bereich der ambulanten Versorgung, bieten sich hierfür besonders an. Denn in größeren Versorgungsstrukturen kann es einfacher sein, den genannten Herausforderungen zu begegnen und mehr Stabilität zu erreichen. Der Haken: Die Finanzierung kann sich als durchaus komplex erweisen, insbesondere für solche Strukturen, die für den direkten Kapitalmarktzugang – zum Beispiel über Anleihen – zu klein, aber für lokale Finanzierungen zu groß sind. In diesen Fällen ist es hilfreich, mehrere Partner aus den verschiedenen Bereichen des Bankensystems einzubinden. So kann eine langfristig stabile Investition besser gelingen.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, auch institutionelle Finanzierungspartner mit ins Boot zu holen. Gute Kenntnisse des Gesundheitsmarktes bei den Finanzierungspartnern sind dabei hilfreich, denn das notwendige Branchen-Know-how ermöglicht oft schnellere, passgenauere und zukunftssichere Lösungen.

Zudem kann ein Sparringspartner mit guten Marktkenntnissen für den Kreditnehmer von Vorteil sein, der als Bindeglied zu den verschiedenen Finanzierungspartnern dient. Im Gesundheitsmarkt sind vor allem Kenntnisse in der allgegenwärtigen Regulatorik gefragt. Hier gilt es, Veränderungen nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern auch deren Auswirkungen bewerten zu können. Ein greifbares und aktuelles Beispiel ist die Einführung des E-Rezepts: Durch die Umstellung von einem papierbasierten auf einen digitalen Prozess steht ein milliardenschwerer Markt vor spürbaren Veränderungen.

Ohne eine fundierte Einschätzung zu den finanziellen Auswirkungen solcher regulatorischer Änderungen kann es für Unternehmen schwierig werden, Finanzierungspartner für zukunftsgerichtete Investitionen zu gewinnen.

Auch abseits von konkreten Finanzierungsanlässen sollten Unternehmen die Vorteile einer guten Vernetzung im Gesundheitsmarkt nicht unterschätzen. Durch den stetigen und intensiven Austausch mit Ärzten, Apothekern, Politikern und letztlich auch den Patienten als Endkunden können Unternehmen von den Erfahrungen und Erfolgen anderer Marktakteure profitieren, näher an den Marktentwicklungen sein sowie zukünftige Investitionen besser einschätzen.

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