Euro Commercial Papers (ECPs) sind kurzfristige Geldmarktinstrumente mit typischen Laufzeiten von einer Woche bis zu einem Jahr. Sie ähneln Anleihen, da sie Zinsen zahlen, feste Fälligkeiten haben und in mehreren Währungen begeben werden können. Im Rang sind ECPs den Senior-Unsecured-Anleihen gleichgestellt; durch die kurze Laufzeit ist das Zinsänderungsrisiko jedoch gering.
Vier Emittentengruppen
In Europa dominieren Emissionen in Euro, gefolgt von US-Dollar, Britischem Pfund und Schweizer Franken – abhängig vom jeweiligen Investorenbedarf. Emittenten finanzieren sich über ECPs häufig günstiger als über Bankkredite und profitieren von einer flexiblen, bedarfsgerechten Liquiditätsaufnahme am Geldmarkt.
Der ECP-Markt lässt sich grob in vier Emittentengruppen einteilen: Agenturen mit Staatsgarantie, Banken, Unternehmen mit einem Rating besser als Investmentgrade BBB– sowie Emittenten ohne Rating beziehungsweise aus dem High-Yield-Segment. Je höher die Emittentenqualität, desto niedriger die geforderte Verzinsung. In Stressphasen – etwa rund um die Credit-Suisse-Krise im vergangenen Jahr – hatten Banken teilweise Schwierigkeiten, Papiere zu platzieren.
Der europäische ECP-Markt ist in Frankreich am weitesten entwickelt. In Deutschland wird dieses Instrument dagegen seltener aktiv von Hausbanken adressiert. Gründe sind niedrige Margen für Banken und der Rückbau spezialisierter Geldmarkteinheiten, was die Marktinfrastruktur schwächt. Für Investoren ist die von Händlern bereitgestellte Liquidität zentral; einige Banken bieten Rückkaufvereinbarungen an. Viele deutsche Institute können dies bilanziell jedoch nicht darstellen.
Spreads nähern sich an
Auf der Investorenseite engagieren sich vor allem große Asset Manager über Geldmarktfonds. Zudem investieren Zentralbanken, supranationale Institutionen, Banken und Versicherungen – und zunehmend auch Unternehmen direkt, anstatt überschüssige Liquidität in Fonds zu parken.
Seit Anfang 2025 hat sich die Zinskurve normalisiert. Im dritten Quartal 2025 lag das kurze Ende unter dem langen Ende. Das beeinflusst das Investorenverhalten: Länger laufende Papiere werden häufiger platziert. Mit der Normalisierung komprimierten sich auch die Spreads: Im Dreimonatsbereich beträgt der Unterschied zwischen Papieren mit der Bestnote AAA und nicht-gerateten Emittenten nur noch 50 Basispunkte.
Autor
José Zimmermann Vaz Sarafana
José Zimmermann Vaz Sarafana ist zuständig für Money Market and Fixed Income bei der Bred Banque Populaire in Paris.