Eine schlanke Alternative zu Bankkrediten

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

Viele Banken sind in den vergangenen Jahren wegen gestiegener regulatorischer Anforderungen zurückhaltender in der Kreditvergabe an Mittelstandsunternehmen geworden. Die steigenden Eigenmittelhinterlegungen für Banken machen die Kreditvergabe für Sub-Investmentgrade-Firmen immer unattraktiver. Dadurch ist es für Mittelstandsunternehmen generell schwieriger geworden, einen passenden und kostengünstigen Kredit aufzunehmen.

Für viele stellt sich daher nicht mehr die Frage, ob alternative Finanzierungen in Betracht gezogen werden sollen, sondern welche. Private-Debt-Fonds konnten zwar einen Teil des wegfallenden Kreditangebots der Banken kompensieren, allerdings sind diese Finanzierungen oft mit hohen Kosten und komplexen Vertragsbedingungen verbunden. Für viele Unternehmen stellen sie daher keine nachhaltige oder vollumfänglich zufriedenstellende Lösung dar.

Anleihe als effizientes Instrument

Um dennoch den Finanzierungsbedarf zu decken, rücken kapitalmarktorientierte Finanzierungsformen stärker in den Fokus. Kostengünstiger als Private Debt und mit weniger Einschränkungen als ein Bankkredit, hat sich die kleine Anleihe zwischen 20 Millionen und 100 Millionen Euro beziehungsweise Schweizer Franken als Finanzierungsalternative etabliert. Die kleine Anleihe ist attraktiv für Emittenten, weil sie unbesichert ist, über keine einengenden Financial Covenants verfügt, einen fixen Zinssatz aufweist und das Kapital erst am Ende der drei- bis sechsjährigen Laufzeit zurückgezahlt werden muss.

Für die Unternehmen bedeutet das eine bessere Planbarkeit. Zudem vergrößert sich durch die Fremdkapitaldiversifizierung der Verhandlungsspielraum bei den Hausbanken. Nicht zuletzt wird mit dem öffentlichen Instrument auch die Sichtbarkeit des Unternehmens erhöht.

Banken können Festübernahme der Anleihe anbieten

Geprägt vom historisch niedrigen Zinsniveau des Schweizer Franken (CHF), ist der Schweizer Kapitalmarkt für ausländische Emittenten besonders interessant. Bei aktuell mittelfristigen CHF-Swap-Sätzen von nahe 0 Prozent können auch ausländische Unternehmen von den attraktiven Konditionen am Schweizer Kapitalmarkt profitieren. Gepaart mit den relativ niedrigen Kredit-Spreads für Unternehmen im Crossover-Bereich – das sind Unternehmen mit einem Kreditrating im Bereich BBB oder BB – und bei Bedarf einem kosteneffizienten Euro/Schweizer Franken-Swap sind die Finanzierungskosten in Euro (oder Schweizer Franken) attraktiv.

Um die Transaktionssicherheit zu gewährleisten, können Banken eine Festübernahme der Anleihe anbieten. Die Sicherheit, die Anleihe losgelöst von der Investorennachfrage platzieren zu können, hilft dem Emittenten bei der Planung. Gleichzeitig schafft eine solche Festübernahme bei den Investoren das Vertrauen, dass die begleitende Bank von der Transaktion überzeugt ist.

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