Die Anforderungen an Rentenfondsmandate können sehr unterschiedlich sein. Mandate, die eine betriebliche Altersvorsorge abdecken sollen, haben ein besonderes Augenmerk auf einen hohen Ausfinanzierungsgrad und eine Harmonisierung der Aktiv- und Passivseite. Mandate, die in einem Multi-Asset-Kontext geführt werden, haben hingegen andere Anforderungen und Restriktionen als etwa eine Rentenbeimischung in einem Family-Office-Mandat.
Allen gemeinsam ist aber, dass für die erfolgreiche Umsetzung einer individuellen Anlagestrategie ein schneller, verlässlicher und umfassender Zugang zu einem Informations-Pool notwendig ist. Das umfasst beispielsweise Rendite-, Volatilitäts- und Liquiditätsdaten, aber auch Daten aus dem ESG-Bereich, die sinnvoll untereinander verknüpft werden können.
Gesteigerte Komplexität
Das im derzeitigen Kapitalmarktumfeld attraktive Universum von Unternehmensanleihen stellt den Anleger vor eine gesteigerte Komplexität. In der Steuerung und Umsetzung von Rentenmandaten bieten Credits dennoch interessante Erfolgsmöglichkeiten. Das breite Anlageuniversum, das durch etwas höhere Kupons einen Mehrertrag verspricht, erfordert aber eine gründliche fundamentale Einschätzung und fortlaufende Überwachung. Daher ist es erfolgsentscheidend, rasch und verlässlich informierte Anlageentscheidungen treffen zu können. Eine Möglichkeit bieten etwa dezidierte Übersichtsplattformen.
Ein Faktor kann die Titelselektion sein. Durch sie lassen sich für den Investor auch Effizienzgewinne erzielen. Historisch zeigt sich beispielsweise, dass nicht in jeden Emittenten investiert werden muss, um ein Risikoprofil in einem Portfolio zu erstellen, das einem Vergleichsindex (Benchmark) entspricht. Beobachtungen der vergangenen 20 Jahre haben gezeigt, dass sich mit gut einem Fünftel der Emittenten bereits knapp vier Fünftel des Anlagerisikos aus einem globalen Credit-Universum abdecken lässt. Dieser Effekt wirkt transaktionskostenschonend, ist damit doch ein gezielter Kauf von speziell ausgewählten Anleihen möglich, um höhere Renditen ins Portfolio zu holen und es gleichzeitig möglichst nahe am Risikoprofil des Universums zu halten.
Permanentes Screening
Sinnvoll ist im aktuellen, geopolitisch unsicheren Umfeld auch ein permanentes Screening des gewünschten Durations-, Währungs-, Rating- oder Sektorprofils. Darüber hinaus lässt sich ein Frühwarnsystem für das jeweilige Anlageuniversum eines Mandats etablieren. So sind die Identifizierung und das Monitoring potentieller Problemkandidaten im Portfolio rasch und konsistent möglich. Ein Erfolgsfaktor liegt auch im Neuemissions-Screening – in Kombination mit einem guten Marktzugang.
Mit Neuemissionen lassen sich Prämien verdienen, die zur Renditesteigerung im Portfolio beitragen können. Gerade für Cashflow-orientierte Mandate ist dies sehr interessant. Dabei sind jeweils spezifische Anforderungen zu erfüllen, die rasch ermittelt werden müssen. Größere Investment-Adressen profitieren dabei von ihrer höheren Analysekapazität und erhalten bei Neuemissionen in der Regel eine bessere Zuteilung, wodurch der Neuemissions-Prämieneffekt verstärkt wird.
Ebenso wichtig ist der Einbezug von Lösungen für die Optimierung und Gestaltung effizienter Portfoliokonstruktionen. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Verschuldungsrisiken bei Staatsanleihen können Investmentgrade-Unternehmenspapiere damit ihre Vorzüge als attraktive Alternative in einem Portfolio ausspielen.
Autor
Stephan Ertz
Stephan Ertz ist Leiter Credits, Portfoliomanagement Renten bei Union Investment in Frankfurt am Main.
stephan.ertz@union-investment.de
Felix Steuer
Felix Steuer ist Leiter Corporates, Öffentliche & Family Offices bei Union Investment in Frankfurt am Main.