Money Market Funds investieren unter anderem in hochliquide kurzfristige Schuldtitel mit hoher Bonität, sogenannte Commercial Papers (CPs). Diese Fonds bieten Investoren eine Möglichkeit, überschüssige Liquidität bei geringem Risiko zu parken. Als Anlageinstrument überzeugen sie vor allem durch höchste Liquidität, Diversifikation, Kreditqualität und Transparenz.
Dies allerdings ist nur eine Seite der Medaille. Denn neben dem Cash Management spielen CPs und Geldmarktfonds auch bei der kurzfristigen Unternehmensfinanzierung eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen schnell und effizient ihren Liquiditätsbedarf steuern. Nicht selten kommt es dabei zu einer strategischen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Geldmarktfonds.
Diese Partnerschaft ergibt sich allgemein formuliert aus sich gut ergänzenden Interessen. Während die Unternehmen ihre Papiere am Markt platzieren möchten, suchen Geldmarktfonds nach bonitätsstarken Schuldtiteln für ihre Portfolios. Ein aktiver Dialog der Beteiligten kann helfen, die Bedürfnisse beider Parteien zum Nutzen beider effizient zu steuern.
Win-win-Situation für Unternehmen und Geldmarktfonds
Aus Treasury-Sicht ist es entscheidend, dass die Emission von CPs nicht nur technisch sauber abläuft, sondern auch marktgerecht und planbar ist. Hierfür spielt der kontinuierliche Austausch mit Geldmarktfonds eine wichtige Rolle. Rückmeldungen zu Volumina, Laufzeiten, Zinsanforderungen oder ESG-Kriterien ermöglichen eine bedarfsgerechte Ausrichtung des Emissionsprofils. Umgekehrt erhalten die Fonds durch den direkten Kontakt zur Treasury-Abteilung eine höhere Transparenz über das Unternehmen, was sich positiv auf die Investitionsbereitschaft auswirken kann.
Der Informationsfluss in beide Richtungen sorgt dafür, dass Angebot und Nachfrage effizient aufeinander abgestimmt werden können. Für Treasurer bedeutet das eine höhere Planungssicherheit, bessere Konditionen und eine stabilere Investorenbasis. Für Fondsmanager ergibt sich ein verlässlicher Zugang zu attraktiven Papieren bei verringertem operativem Aufwand.
Insbesondere in volatilen Marktphasen oder in Hochzinsphasen zeigt sich der Nutzen des engen Austauschs zwischen Unternehmen und Geldmarktfonds. Während Banken unter solchen Bedingungen zögerlicher bei der kurzfristigen Kreditvergabe agieren, bleiben Geldmarktfonds bei entsprechender Bonität des Emittenten häufig ein verlässlicher Liquiditätslieferant. Voraussetzung ist jedoch, dass die Emissionsstrukturen transparent, standardisiert und professionell gemanagt sind.
Aktiver Dialog ist entscheidend
Geldmarktfonds ermöglichen dem Treasurer also nicht nur, Cash-Bestände sicher und hochliquide zu parken. Sie helfen dem Unternehmen auch bei der kurzfristigen Beschaffung von Finanzmitteln über die Emission von Commercial Papers.
Voraussetzung dafür ist ein aktiver Dialog zwischen Unternehmen und Geldmarktfonds. Wenn dieser Austausch funktioniert, kann daraus ein gut eingespieltes System entstehen, von dem beide Seiten profitieren: Das Unternehmen kann seine kurzfristige Finanzierung planbar gestalten, während der Geldmarktfonds gezielt passende Anlageprodukte erhält. Diese enge Zusammenarbeit schafft Vertrauen, verbessert die Marktliquidität und reduziert Transaktionskosten.
Autor
Sven Lorenz
Sven Lorenz ist Managing Director, Liquidity Solutions bei Amundi in Frankfurt am Main.