Kluge Finanzierungen für die Energiewende

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

Die Energiewende braucht nicht nur technologische Innovationen, sondern auch kluge Finanzierungslösungen. Das Berliner Greentech-Unternehmen etwa Enpal treibt, gemeinsam mit Banken und Leasinggesellschaften, den Ausbau von Aufdach-Solaranlagen in Europa voran.

Ein Zusammenschluss internationaler Geldhäuser stellt dem Energie-Start-up Kapital für Asset-Gesellschaften bereit – rechtlich eigenständigen Einheiten, die Solaranlagen für Privatkunden finanzieren und betreiben. Diese sogenannten Special Purpose Vehicles (SPVs) refinanzieren sich über die stabilen Cashflows aus langfristigen Mietverträgen und machen Solaranlagen so zu einer attraktiven Anlageklasse für institutionelle Investoren.

Keine hohen Anfangskosten

Ein aktuelles Beispiel: Enpal sicherte sich eine Refinanzierungslinie von mehreren Hundert Millionen Euro, die von einem Bankenkonsortium sowie institutionellen Investoren in einer Projektfinanzierungsstruktur zur Verfügung gestellt wird. Damit können Zehntausende Haushalte mit Lösungen zur Nutzung erneuerbarer Energien, bestehend aus Solaranlagen, Batterien und Wallboxen, ausgestattet werden – ein bedeutender Schritt in Richtung flächendeckender grüner Energieversorgung für den Haushalt und die Elektromobilität. Durch die Speicherung kann nachhaltiger Strom auch zu Zeiten ohne Sonneneinstrahlung genutzt werden.

Finanzierungsmodelle spielen auch eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Photovoltaikprojekten im gewerblichen und industriellen Bereich. Unternehmen, die ihre Dachflächen zur Energieerzeugung einsetzen möchten, nutzen Modelle, die Investitionen ohne hohe Anfangskosten erlauben. Leasinglösungen erleichtern die Umsetzung solcher Projekte. Neben der Kapitalbereitstellung sind Kenntnisse in der Bewertung technischer Assets entscheidend. Durch die Einbindung spezialisierter Finanziers können Projekte nicht nur realisiert, sondern auch effizient strukturiert werden.

Partnerschaften als Treiber

Solarunternehmen und Finanziers kooperieren zunehmend, damit Investitionen in erneuerbare Energien skaliert werden und gleichzeitig der Zugang für unterschiedliche Kundengruppen verbessert wird. Diese Partnerschaften verbinden technisches Know-how und Prozessexpertise mit individuellen Finanzierungsmodellen. Solche Modelle können Unternehmen, Hausbesitzern und Investoren den Einstieg in nachhaltige Technologien erleichtern.

Enpal hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 ein Finanzierungsvolumen von 10 Milliarden Euro zu erreichen und über eine halbe Million dezentrale Energieanlagen zu installieren. Durch den leichteren Zugang sollen Hürden abgebaut und viele Tonnen an CO2-Emissionen vermieden werden. Diese langfristigen Zielsetzungen verdeutlichen, wie stark die Rolle von Finanziers über die reine Kapitalbereitstellung hinausgeht.

Finanzinstitute können proaktiv zur Dekarbonisierung und strukturellen Veränderung des Energiemarkts beitragen. Durch die Kombination aus Projektfinanzierung, Asset Leasing und technologischem Know-how wird die Energiewende nicht nur beschleunigt, sondern auch demokratisiert: Haus- und Gewerbeimmobilienbesitzer werden so in die Lage versetzt, Teil der Lösung zu werden.

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