Von Komplexität zu Klarheit

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

Die Herausforderungen, denen sich Treasury-Abteilungen bei der Verwaltung globaler Zahlungsströme über zahlreiche Bankbeziehungen und Back-Office-Systeme hinweg stellen müssen, sind gewaltig. Diese Komplexität wird durch bevorstehende regulatorische Veränderungen wie die ISO-20022-Migration oder die Verification of Payee (VoP) und operatives Wachstum verstärkt.

Balanceakt im täglichen Betrieb

Unternehmensausgliederungen stellen Treasury-Teams vor besonders knifflige Aufgaben. Oft bleiben nur wenige Monate Zeit, um eine komplett neue Strategie für Zahlungsprozesse und Bankbeziehungen zu entwickeln. In solchen kritischen Übergangsphasen muss das Treasury einen Balanceakt vollbringen: die Geschäftskontinuität sicherstellen und gleichzeitig neue Infrastrukturen aufbauen – und das, ohne den täglichen Betrieb zu stören.

Mit engen Zeitplänen, Hunderten von Banken und Konten und sich wandelnden Formatstandards wie ISO 20022 stellt sich die Frage: Wie kann das Treasury flexibel auf Veränderungen reagieren? Der Schlüssel kann in einem agilen, anpassungsfähigen, digitalen Ökosystem liegen – über Banken, Systeme und Regionen hinweg. Erreicht wird dies durch Vereinfachung, Harmonisierung und skalierbare Prozesse.

Ein Beispiel dafür liefert Manova Partners, ein Immobilieninvestment-Experte mit 12 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen. Das Unternehmen stand vor einem kritischen Carve-out mit einem nur dreimonatigen Zeitfenster für die Entwicklung einer neuen Strategie. Manova entschied sich für eine radikale digitale Transformation: Gesucht wurde eine Lösung, die die globale Komplexität mit zahlreichen Banken und Konten bewältigen und nahtlos in Kernsystemen wie SAP S/4 Hana integriert werden kann.

Gleichzeitig wollte man für die ISO-20022-Migration gerüstet sein. Die Wahl fiel deshalb auf eine zentrale Software-as-a-Service-Plattform als Drehscheibe zwischen Banken und Back-Office-Systemen. Diese sollte viele Probleme gleichzeitig lösen: Salden, Kontoauszüge und Zahlungen – alles sollte automatisiert an einem Ort sichtbar sein, mit durchgängigen Prozessen, klaren Workflows und lückenlosen Audit-Pfaden.

Ansatz brachte Erfolg

Der Erfolg dieses konsequenten Ansatzes ließ nicht lange auf sich warten: Innerhalb von nur drei Monaten erreichte Manova eine vollständige Cash-Visibilität in ganz Europa. Nach weiteren sechs Monaten, in denen die Plattform global ausgerollt wurde, konnte die Bankenanbindung von nur 20 Prozent vor der Implementierung der Plattform auf insgesamt 90 Prozent gesteigert werden. Die Verwaltung Hunderter Bankkonten und des gesamten Zahlungsverkehrs erfolgt nun über eine einzige Plattform. Die Anzahl der Logins reduzierte sich dadurch von 21 Systemen auf nur eines – begleitet von optimierten Freigabeprozessen, klarer Verantwortlichkeit und deutlich weniger zahlungsbezogenen Zwischenfällen.

Manova verwandelte die Herausforderung einer Ausgliederung nicht nur in eine umfassende Verbesserung seiner globalen Zahlungs- und Cash-Prozesse, sondern schuf gleichzeitig die Grundlage für mehr Agilität in der Zukunft. Ein Paradebeispiel dafür, wie selbst unter Zeitdruck aus bemerkenswerter Komplexität Klarheit entstehen kann.

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