Wenn Märkte großen Veränderungen unterliegen, Lieferketten reißen oder die Nachfrage massiv schwankt, geraten starre Jahrespläne an ihre Grenzen. CFOs und Finanzteams brauchen heute deshalb ein Planungsmodell, das Annahmen zügig prüft, Alternativen transparent macht und Entscheidungen absichert. Genau hier gewinnt die Szenarioplanung in einer integrierten Umgebung für erweiterte Planung und Analyse (Extended Planning and Analysis, kurz: xP&A) an Bedeutung.
In der Praxis zeigt sich, dass eine lineare, feste Planung Volatilitäten unberücksichtigt lässt und die finanziellen Auswirkungen alternativer Entwicklungen oft im Dunkeln bleiben. Iterationen verlaufen zu langsam, weil Szenarien manuell ausgeführt und verglichen werden müssen, insbesondere wenn Modelllogik, Annahmen und Daten aktualisiert werden müssen. Das kostet Zeit und verzögert wichtige Entscheidungen. Bei Abweichungen fehlen zudem häufig Kontext und Ursachenanalyse, wodurch die Steuerung reaktiv bleibt und wirksame Stellhebel unentdeckt bleiben. Hinzu kommen Datensilos: Erst wenn operative und finanzielle Daten verknüpft werden, gewinnen Szenarien die Tiefe und Belastbarkeit, die es braucht.
Umfassendes Datenmodell als Basis für Szenarioplanung
Moderne Szenarioplanung setzt daher auf treiberbasierte Modelle, die mehrere Werttreiber und Abhängigkeiten abbilden – von der Nachfrage und Preisen über Kapazitäten bis hin zu Kostenstrukturen. Sie beschleunigt darüber hinaus Simulationen und vergleicht Best- und Worst-Case-Szenarien sowie Sensitivitäten und Versionen, ohne die Planungslogik erneut aufzubauen. Entscheidungswege werden dadurch kürzer und die Reaktionsfähigkeit steigt. Plan-Ist-Vergleiche liefern den fehlenden Kontext, machen Ursachen sichtbar und zeigen, welche Maßnahmen den größten Effekt haben.
Eine integrierte Datenbasis führt operative und finanzielle Informationen in einem Modell zusammen und sorgt für durchgängig nachvollziehbare Datenflüsse. KI-gestütztes Forecasting nutzt in dieser Umgebung historische Muster und operative Treiber, unterstützt beim Modellaufbau und führt eine zuverlässige Prognoseberechnung aus, damit das Finanzteam mehr Zeit für strategische Aufgaben und Projekte hat. Die Zusammenarbeit des Teams findet dabei in einem gemeinsamen Arbeitsbereich statt, in dem Annahmen, Ergebnisse und Schlussfolgerungen geteilt werden, so dass Entscheidungen funktionsübergreifend verankert sind.
Mit zentralen Treibern starten
Unternehmen berichten von spürbaren Effekten: einem deutlich geringeren Zeitaufwand für Finanzabschlüsse, durchgängig nachvollziehbaren Daten und einer schnellen, unkomplizierten Einführung – so wird Szenarioplanung zum produktiven Standard im Tagesgeschäft.
Für den Weg in die Praxis empfiehlt es sich, mit wenigen, wirkungsstarken Treibern, wie zum Beispiel Preis, Volumen, Wechselkurs und Personal, zu starten und diese konsequent mit den zentralen KPIs zu verknüpfen. Szenarien sollten in rollierende Forecasts integriert, Plan-Ist-Erkenntnisse direkt mit Maßnahmen verknüpft und ein klarer Entscheidungsrhythmus etabliert werden. Moderne xP&A-Lösungen führen so von der ersten Annahme zur zielgerichteten Aktion mit einer integrierten Berichterstattung, damit aus Daten belastbare Entscheidungen werden.
Autor
Saskia Mätzschker
Saskia Mätzschker ist Senior Content Marketing Manager bei Lucanet in Berlin.