Zahlungsverkehrsprojekte erfolgreich steuern

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

Die Anforderungen an den Zahlungsverkehr nehmen stetig zu – getrieben durch regulatorische Vorgaben, wachsende Transparenzanforderungen und den Druck, Liquidität im Unternehmen effizient zu managen. Neuerungen wie Verification of Payee (VoP), ISO 20022 und Camt zeigen: Für eine erfolgreiche Umsetzung reicht technisches Know-how allein nicht aus. Gefragt sind strategisches Projektmanagement, klare Prioritäten und die Fähigkeit, komplexe Anforderungen in praxistaugliche Lösungen zu übersetzen.

Regulatorik: Treiber und Stolperfalle

Regulatorische Initiativen wie ISO 20022 oder VoP sind mehr als reine Umstellungen im Hintergrund. Sie betreffen Prozesse, Verantwortlichkeiten und oft die Zusammenarbeit mit Banken und Aufsichtsbehörden. Die größte Herausforderung: Regulatorik ist komplex, verändert sich häufig und geht meist mit engen Fristen einher. Wer nicht frühzeitig alle relevanten Bereiche – von Treasury über Finance bis hin zu Compliance – einbindet, riskiert Verzögerungen und Zusatzaufwand.

Technologie kann vieles erleichtern – aber sie wirkt nur, wenn das Projekt klar strukturiert ist. Erfolgreiche Zahlungsverkehrsprojekte zeichnen sich durch abgestimmte Meilensteine, kurze Feedback-Zyklen und die enge Zusammenarbeit von Fachbereichen, Systemanbietern und Banken aus. Entscheidend sind Transparenz, frühzeitige Tests sowie die aktive Einbindung von Endanwendern.

Auch Treasurer wie Isabella Strobl-Hirczy, Teamleiterin Group Treasury der Saubermacher Dienstleistungs AG, machen diese Erfahrung. Angesichts der Vielzahl an Stakeholdern plädiert sie für eine durchdachte, strategische Vorgehensweise, bei der die enge Zusammenarbeit mit Banken, internen Fachbereichen und dem TMS-Anbieter eine zentrale Rolle einnimmt. Strobl-Hirczys Credo: Wenn alle Beteiligten frühzeitig eingebunden werden, lässt sich die Umsetzung effizient gestalten und unnötiger Aufwand vermeiden.

Fünf Praxistipps für Treasurer

Es können somit fünf Praxistipps für Finanzverantwortliche abgeleitet werden. Erstens: Frühzeitige Planung und klare Kommunikation mit allen Stakeholdern sind entscheidend. Zweitens: Regulatorik muss als Business-Thema verstanden und nicht nur technisch abgearbeitet werden. Drittens: Standardisierung reduziert Komplexität – besonders bei Formaten wie Camt oder ISO. Viertens: Iteratives Vorgehen mit Pilotphasen steigert die Erfolgsquote. Und fünftens: Banken und Dienstleister sollten von Beginn an eng eingebunden werden.

Zahlungsverkehrsprojekte sind heute weit mehr als technische Aufgaben. Sie sind strategische Initiativen, die Liquidität, Regulatorik und Unternehmensprozesse gleichermaßen betreffen. Wer alle relevanten Fachbereiche frühzeitig einbindet, regulatorische Anforderungen pragmatisch umsetzt und Technologie gezielt nutzt, schafft nicht nur den Go-live – sondern echte Effizienz und Zukunftsfähigkeit.

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SF Themen