Finanzierungsbedarf trifft Anlagevolumen

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Foto: Coloures-Pic - stock.adobe.com

Was vor rund drei Jahren im Schuldschein­markt noch Neuland war, wird zunehmend zum Marktstandard: Digitale Finanzierungsplattfor­men haben in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf sich aufmerksam gemacht und wirken inzwischen bei jeder zweiten Schuldscheintransaktion mit. Das betrifft im Wesentlichen die breit­ platzierten Emissionen.

Privatplatzierungen da­ gegen sind in der Regel noch „handmade“ und auf dem analogen Kommunikationsweg über die jeweiligen Haus­ und Kernbanken überwiegend in Richtung Investoren adressiert. Doch durch die Unterstützung und Etablierung einer digitalen Plattform können Kreditnehmer und Kreditgeber deutlich einfacher und zielgerichteter zusammen­ geführt werden.

Marktplatz für Privatplatzierungen

Digitale Schuldscheinplattformen bieten sowohl Emittenten als auch Investoren die Vorteile einer einfachen und nutzerfreundlichen Abwicklung von Emissionen, die beide Seiten zu schätzen gelernt haben. Diese Technologie gilt es nun auszu­bauen und den Vertragspartnern weiteren Kom­fort bei der Kreditaufnahme beziehungsweise der Geldanlage zu verschaffen.

Plattformen bieten Emittenten und Inves­toren, analog zur Emission von Schuldschein­darlehen und Namensschuldverschreibungen, auch einen Marktplatz für die Begebung einer Privatplatzierung. Ihr Ziel ist es, Kreditnehmer und Kreditgeber den Bedürfnissen entsprechend zusammenzuführen und zielgerichtet zu kontak­tieren. Dies geschieht mit Hilfe von Angaben zu Branchen, Kreditvolumen, Laufzeiten, Währun­gen und Zinskonventionen.

Mit diesem Feature und der daraus entstehenden Transparenz werden Transaktionen effizient, mit geringeren Kosten und Aufwand auf Seiten der Kreditnehmer sowie Kreditgeber abgewickelt. Dabei können im Rah­men der jeweiligen Plattformtechnologie sowie der bereits vorhandenen Nutzer auf Emittenten­ und Investorenseite durchaus Synergieeffekte ge­nutzt werden.

Individuelle Strukturen sind gefragt

Privatplatzierungen werden heutzutage überwie­gend in bilateralen Gesprächen oder über die Haus­ und Kernbanken vermittelt. Impulsgeber ist dabei in der Regel ausschließlich der Emittent. Das Marktvolumen sowie die Anzahl der Trans­aktionen sind jedoch intransparent, so dass sich – im Sinne eines Marktplatzes für Angebot und Nachfrage – sowohl für digitale Plattformen als auch auf Seiten der Marktteilnehmer zusätzliche Chancen in der Umsetzung von Transaktionen bieten.

„Transaktionen kön­nen so effizient, mit geringeren Kosten und Aufwand abgewickelt werden.“

Doch was sind die Vorteile der Privat­platzierung gegen­ über einer breiten Platzierung, welche individu­ellen Strukturmöglichkeiten, Kreditlaufzeiten und Kreditvolumen gibt es? Und wie groß ist der Markt? Bei Privatplatzierungen besteht etwa die Möglichkeit, im Gegensatz zu breitplatzierten Schuldscheindarlehen mit vorgegebenen Struktu­ren (Laufzeit/Spread) individuelle Finanzierungs­laufzeiten sowie Spreads mit Forward­ und/oder Tilgungsvarianten zu vereinbaren. Auf Seiten der Emittenten können zudem Fälligkeitenprofile optimal ergänzt werden.

Autor

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.