Liquiditätsplanung in turbulenten Zeiten

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2024. Foto: jchizhe - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2024. Foto: jchizhe - stock.adobe.com

Steigende Inflation, volatile Zinsmärkte und geopolitische Spannungen belasten die Liquidität vieler Unternehmen. Um in diesem unsicheren Fahrwasser handlungsfähig zu bleiben, brauchen Finanzentscheider mehr als Intuition. Sie benötigen eine digitale Strategie, um ihre Cashflows proaktiv zu steuern und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Studien wie der „EACT Treasury Survey 2023“ unterstreichen die Dringlichkeit: Für knapp 44 Prozent der Treasurer hat die Cashflow-Prognose höchste Priorität. Sie fordern in diesem Zusammenhang bessere Steuerungsinstrumente für Forderungen und Verbindlichkeiten; die Unternehmensleitung verlangt immer häufiger Einblick in die Liquiditätssituation. Hemmschuh ist häufig die IT-Strategie: Viele Finanzabteilungen kämpfen mit veralteten Prozessen und halbmanueller Datenauswertung. Zeitverluste, Fehler und ungenaue Prognosen sind die Folgen.

Daten und Tools als Erfolgsfaktoren

Eine effektive Liquiditätsplanung setzt ein zentrales und integriertes Treasury- und Working Capital Management voraus. Dies ermöglicht eine einheitliche Zahlungsstruktur und Transparenz der Finanzströme über die gesamte Wertschöpfungskette. Die Liquiditätswerte sind jederzeit abrufbar und können mit hoher Genauigkeit prognostiziert werden.

Zwei Elemente sind dafür entscheidend: valide Daten und fortschrittliche Analysetools. Ohne exakte Daten liefern auch die besten Analysetools keine verlässlichen Ergebnisse. Umgekehrt liefern auch die genauesten Daten ohne die richtigen Analysewerkzeuge nicht die gewünschten Ergebnisse. Im Sinne valider und aktueller Finanzinformationen müssen Daten aus allen relevanten Quellen integriert werden, darunter ERP- und Finanzsysteme sowie externe Marktdaten.

Diese Daten werden zentral konsolidiert, um ein umfassendes Bild der finanziellen Situation zu erhalten. Die Voraussetzungen: Validierungsprozesse zur Minimierung von Fehlern und Inkonsistenzen sowie ein einheitliches Datenformat zur Erleichterung von Analysen und Reportings.

Datenanalyse in Echtzeit

Im Anschluss werten moderne Analysewerkzeuge die Daten in Echtzeit aus und erkennen zuverlässig Muster. Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie ermöglichen detaillierte Cashflow-Prognosen unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien, etwa der voraussichtlichen Veränderung des Kauf- und Zahlungsverhaltens.

KI und ML verbessern die Prognosegenauigkeit erheblich, indem sie große Datenmengen analysieren und Muster erkennen, die für menschliche Analysten nur schwer auszumachen wären. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, Anomalien und potentielle Risiken frühzeitig zu erkennen. Mit Hilfe von Dashboards und interaktiven Visualisierungen können Ergebnisse leicht interpretiert und schnell Maßnahmen ergriffen werden. Auch ist es möglich, die Auswirkungen verschiedener Ereignisse auf die Liquidität zu simulieren, etwa von Zins- und Wechselkursänderungen.

Mit verlässlichen Daten und modernen Analysewerkzeugen optimieren CFOs und Treasurer die finanzielle Performance und sind für zukünftige Herausforderungen gerüstet. Sie können ihre Liquidität besser steuern und strategische Entscheidungen fundierter treffen. Das schafft eine solide Basis für nachhaltiges Wachstum und Stabilität – auch in turbulenten Zeiten.

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