FINANCE-Studie

Cloud in der Finanzabteilung

Herausforderungen und Chancen

An der Cloud kommt heute kein Unternehmen mehr vorbei. Nicht zuletzt durch die Coronakrise und Remote Work sind die Vorteile von Cloud Computing klar in den Vordergrund gerückt. Dies zeigt die vorliegende Studie von FINANCE und F.A.Z. Business Media | research im Auftrag von SAP.

Wie sind Unternehmen bei der Cloud aufgestellt? Was muss bei der Migration beachtet werden? Die Studie gibt Antworten auf diese und weitere Fragen.

Die ausführliche Fassung steht als Download zur Verfügung.

Download PDF

Cloud in der Finanzabteilung - Titelbild Finance-Studie

Quelle:  ©idambeer – stock.adobe.com

Cloud im Finance

Die Cloud ist inzwischen fest verankert in Unternehmen

Unternehmen setzen auf Cloud-Lösungen: Etwa zwei Drittel der befragten Entscheidungsträger erklären, dass ihre Geschäftsstrategie Cloud-Anwendungen beinhaltet, weitere 10 Prozent planen dies. Die aktuellen Krisen, beispielsweise die Lieferkettenengpässe und die Corona-Pandemie, haben die Bedeutung der Cloud für Unternehmen nochmals gesteigert. Derzeit sind schnelles Handeln, flexible Arbeitsweisen und innovative Lösungen gefragt, um diese Krisen gut zu überstehen.

Cloud-Lösungen sind hier naheliegend und aus dem Geschäftsalltag nicht wegzudenken: Sie ermöglichen Entscheidungsfindung mittels Echtzeitdaten, die Zusammenarbeit in crossfunktionalen Teams und neue Funktionalitäten durch aktuellste Software. Die bislang großen Vorbehalte hinsichtlich Sicherheit, Datenschutz und Verfügbarkeit scheinen an Gewicht verloren zu haben. Die Chancen und Risiken der Technologie werden zunehmend neu bewertet.

„Beinhaltet Ihre aktuelle Geschäftsstrategie eine Cloud-Komponente oder ist eng damit verknüpft?“;
in Prozent der Befragten (nach Unternehmensgröße)¹; n = 127

¹Darstellung ohne Antwortoption „weiß nicht/keine Angabe“
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

„Sind Ihnen Anwendungsbeispiele von Cloud im Finanzbereich bekannt bzw. nutzen Sie diese?“; in Prozent der Befragten, die eine Cloud-Komponente als Teil der Geschäftsstrategie haben oder dies planen; n = 88

Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

Finanzabteilungen als eine zentrale Schaltstelle können von der Umstellung auf Cloud Computing profitieren. Dort sind die Schnittstellen zu anderen Bereichen besonders zahlreich. Auch das Datenaufkommen steigt dort stetig. Die Frage ist nicht, ob die Cloud genutzt werden soll, sondern nur noch, welche Anwendungen konkret migriert werden sollen.

Die breite Masse der Befragten mit Cloud-Lösungen als Teil der Geschäftsstrategie setzen auch auf entsprechende Anwendungen in der Finanzabteilung oder planen/diskutieren dies. Während große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 250 Millionen Euro bei der Cloud-Migration schon vorangeschritten sind, ziehen kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 50 Millionen Euro Umsatz jetzt nach. Folglich stecken diese aktuell überproportional oft in der Planungsphase.

Bei den Anwendungsbereichen zeigt sich ein interessantes Bild: Von den Entscheidern, in deren Finanzabteilung mindestens eine Cloud­-Software genutzt wird, verwenden zwei Drittel Cloud-Lösungen für Office-Anwendungen und weitere 61 Prozent für ihre ERP-Systeme. Im Steuerbereich und dem Datenmanagement nutzt diese Befragtengruppe Cloud-Anwendungen gleich oft. Auffällig weit abgeschlagen sind Treasury-Anwendungen. On-Premise-Lösungen sind hier immer noch die bevorzugte Wahl.

„Welche Cloud-Anwendungen nutzt Ihre Finanzabteilung ­bereits bzw. plant sie zu nutzen?“; in Prozent der Befragten, die eine Cloud-basierte Software im Finanzbereich nutzen bzw. dies planen1,2; n = 66

¹Mehrfachnennungen möglich
²Darstellung ohne Antwortoption „Sonstiges“, „keine der genannten Anwendungen“ und „weiß nicht/keine Angabe“
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

Pro und Contra

Die Cloud modernisiert die Finanzabteilung – die Bedenken nehmen ab

„Was denken Sie, was sind die wichtigsten Vorteile, die Cloud-Anwendungen für die Finanzabteilung ­bieten?“; in Prozent der Befragten1,2; n = 103

¹Mehrfachnennungen möglich
²Darstellung ohne Antwortoption „Sonstiges“ und „weiß nicht/keine Angabe“
3z.B. KI, Data Analytics
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

Die Mehrheit der Befragten sieht die neuen Zugriffsmöglichkeiten, die die Cloud bietet, als den wichtigsten Vorteil für die Finanzabteilung. Das Arbeiten aus dem Home ­Office sowie das gemeinsame Arbeiten an einer Datei, ohne diese in diversen Versionen extra im eigenen Arbeitsbereit zwischenspeichern zu müssen, sind Vorzüge der Cloud, die gerade in Corona-Zeiten eine neue Wertschätzung erfahren haben. Unternehmen mit einem Umsatz von 50 Millionen Euro und mehr nennen diesen Vorzug überproportional oft.

Die Befragten erhoffen sich von Cloud Computing zudem den Aufbau einheitlicher Datenquellen. Die Cloud soll interne Datensilos überwinden und stattdessen eine übergreifende Informationsbasis bereitstellen. Das schafft neue Transparenz und Qualität bei den Daten. Die Skalierbarkeit und die erhöhte Datensicherheit werden von den Befragten als gleich wichtig bewertet.

Die gesteigerte Innovationsfähigkeit sieht mehr als ein Drittel als Vorteil. Hierbei gilt: Je umsatzstärker das Unternehmen, desto häufiger nennen die Entscheider die Innovationskraft der Technologie als Gewinn für das Finanzressort. Etwa ein Drittel der Entscheider rechnet mit Kosteneinsparungen. So muss ein Großteil der IT-Infrastruktur und des Personals beim Cloud Computing nicht mehr von den Unternehmen in Eigenbetrieb gestemmt werden.

Schnellere Entscheidungsfindung und Compliance-Überlegungen nennen die Befragten seltener als Vorteile der Cloud. 13 Prozent aller Befragten sehen beim Cloud Computing keinerlei Vorteile gegenüber einer On-Premise-­Lösung.

Bei den Nachteilen der Cloud betonen die Befragten vor allem zwei Aspekte: Über die Hälfte hegt in Bezug auf Datenschutz und -sicherheit Bedenken gegenüber der Cloud. Insbesondere Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro geben diese Sorge überdurchschnittlich oft an. Eng damit verbunden sind die Vorbehalte über die unklare Rechtslage und über die Abhängigkeit von außereuropäischen Cloud-Dienstleistern.

Hinsichtlich der Kosten einer Cloud-Einführung sind die Befragungsteilnehmer gespalten: Ein Viertel sieht die Umstellungskosten und Nutzungsgebühren als ein Hemmnis für Cloud-Anwendungen in der Finanzabteilung. Knapp ein Drittel sieht in den Kosten gerade einen Punkt, der für Cloud-Lösungen spricht. Offensichtlich kommen Unternehmen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wenn sie die Neuinvestitionskosten und die laufenden Betriebskosten gegenüberstellen.

Knapp ein Viertel ist skeptisch mit Blick auf die Integration von Cloud-Lösungen in die Inhouse-IT. Verschärft wird diese Problematik aus Sicht von jedem fünften Befragten durch fehlendes IT-Personal für die Umstellung auf Cloud-Anwendungen. Die Migration ist für die Unternehmens-IT oft komplex und ohne ausreichende Personalkapazitäten schwierig, in einer überschaubaren Frist umzusetzen. Die regulatorischen Anforderungen an die Cloud werden ebenfalls als Nachteil gesehen, genauso wie vermeidbare Schnittstellen.

„Gibt es aus Ihrer Sicht auch Gründe gegen die Nutzung von Cloud-Anwendungen in der Finanzabteilung?“; in Prozent der Befragten (nach Unternehmensgröße)1,2; n = 101

¹Mehrfachnennungen möglich
²Darstellung ohne Antwortoption „Sonstiges“, „keine der genannten Anwendungen“ und „weiß nicht/keine Angabe“
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

ERP-Systeme in der Cloud

Zukunftsfähig als Unternehmen durch Cloud-basierte ERP-Systeme

Spezielle Software für die Ressourcenzuordnung, sogenannte Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme), ist weitverbreitet und übernimmt unternehmensweit eine Vielzahl von Funktionen. Nur 16 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über kein spezielles ERP-System.

Die Umstellung des ERP-Systems auf eine Cloud-Lösung ist kein einfaches Unterfangen, aber aus Sicht der Befragten lohnt es sich. Für die Finanzabteilung hat der Wechsel des ERP-Systems in die Cloud folglich eine große Bedeutung. Eine komplette Migration ihres ERP-Systems in die Cloud haben erst 37 Prozent der Finanzressorts mit ERP-Anwendungen erreicht. 17 Prozent der Befragten befinden sich gerade im Umstellungsprozess oder in dessen Vorbereitung. 15 Prozent diskutieren aktuell einen Umstieg, haben sich aber noch nicht entschieden. Lediglich 19 Prozent der ERP-System-Nutzer lehnen einen Wechsel in die Cloud grundsätzlich ab.

Allein immer auf die aktuellste Software Zugriff zu haben wird von mehr als der Hälfte der Befragten, die über ein ERP-System als Cloud-Anwendung verfügen oder dies planen, wertgeschätzt. Dies gilt auch für die erhoffte Etablierung neuer Arbeits- und Organisationsformen.

Die deutlich bessere Skalierbarkeit von Cloud-basierten ERP-Systemen sowie der erleichterte Datenaustausch mit Externen wie Banken und Steuerbehörden sind aus Sicht der betrachteten Befragtengruppe weitere wichtige Vorzüge von ERP-Systemen aus der Cloud. Mehr als ein Drittel dieser Befragten erwarten sich zudem Kosteneinsparungen und einen Gewinn an Datensicherheit.

Die Verfügbarkeit aller Unternehmensdaten spielt auch eine zentrale Rolle im Finance. Eine ERP-Cloud-Lösung sieht knapp ein Drittel als Grundlage für eine gesteigerte Innovationsfähigkeit. Wer beispielsweise Big-Data-Analytics betreiben möchte, kommt um diesen Schritt nicht herum.

Die verbreitetsten ERP-Systeme

  1. 1. SAP (30%), u.a. SAP R/3 und SAP S4/HANA
  2. 2. DATEV (21%)
  3. 3. Microsoft Dynamics (20%)

„Verfügt Ihr Finanzbereich über ein ERP-System und wenn ja, welches?“; in Prozent der Befragten1; n = 100

¹Mehrfachnennungen möglich
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

Wir haben, planen oder diskutieren eine
Cloud-ERP-Lösung.¹

69%

¹Antworten auf die Frage „Ist Ihr ERP-System bereits eine Cloud-Anwendung?“
mit „ja“, „Nein, aber der Umstellungsprozess ist bereits angestoßen.“, „Nein, aber wir werden auf eine Cloud-Lösung umstellen.“ und „Nein, wir sind noch unentschlossen, ob wir eine Cloud-Lösungen wollen.“;
in Prozent der Befragten, die über ein ERP-System verfügen; n = 81
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

ERP-Cloud-Lösungen wecken große Hoffnungen

„Was versprechen Sie sich von einem ERP-System als Cloud-Lösung?“; in Prozent der Befragten, die ein Cloud-basiertes ERP-System nutzen oder dies planen1,2; n = 54

¹Mehrfachnennungen möglich
²Darstellung ohne Antwortoption „weiß nicht/keine Angabe“
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

Migration

Kooperation ist gefragt

Eine Umstellung auf Cloud-Lösungen ist in vielen Unternehmen ein komplizierter Prozess, der zudem kurzfristig wichtige IT-Kapazitäten bindet. Die über Jahre gewachsene IT-Struktur ist oft unübersichtlich und stark verzweigt. Die befragten Finanzentscheider, deren Unternehmen ein Cloud-basiertes ERP-System nutzt oder dies plant, setzen mehrheitlich auf externe Unterstützung für die Cloud-Migration. Die häufigsten Partner sind IT-Berater, dicht gefolgt von Systemhäusern. Unternehmensberatungen sind seltener Begleiter auf dem Weg in die Cloud.

Lediglich ein Fünftel verzichtet gänzlich auf externe Hilfe im Umstellungsprozess. Aktuell ist es tatsächlich nicht einfach, erfahrene Berater zu finden, wie einige Befragte anmerkten, gerade für die SAP-S/4HANA-Umstellung fehlt fachlich kompetente Unterstützung.

„Haben Sie sich externe Unterstützung für die Cloud-Umstellung geholt?“; in Prozent der Befragten, die ein Cloud-basiertes ERP-System nutzen oder dies planen1,2; n = 53

¹Mehrfachnennungen möglich
²Darstellung ohne Antwortoption „weiß nicht/keine Angabe“
Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

„Wer soll Innovationen, Updates und neue Funktionalitäten umsetzen?“; in Prozent der Befragten, die ein Cloud-basiertes ERP-System nutzen oder dies planen; n = 53

Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

Zwar muss sich ein Unternehmen nach der Migration des ERP-Systems in der Regel keine Gedanken mehr um Software- und Sicherheitsupdates machen. Aber um Innovationen und neue technologische Entwicklungen nicht zu verpassen, sollte auch nach dem Wechsel strategisch am System gearbeitet werden.

Erneut wird hier von denjenigen, die eine ERP-Cloud-Lösung nutzen oder dies planen, kooperatives Handeln präferiert: Bei Innovationen und der Schaffung neuer Funktionalitäten geben knapp zwei Drittel dieser Befragten an, dass das eigene Unternehmen und Dienstleister zusammenarbeiten sollten. Den Cloud-Lösungsanbieter sehen knapp ein Viertel in der alleinigen Pflicht, das Unternehmen in Eigenverantwortung hingegen ein deutlich kleinerer Teil.

Für die meisten Befragten, die bereits die Umstellung auf ein Cloud-ERP-System geschafft haben oder dies gerade diskutieren, steht und fällt der Erfolg des Migrationsprojektes mit einer Steigerung der Datenqualität. Damit in engem Zusammenhang steht die Standardisierung von Prozessen. Zudem erhofft sich die Befragtengruppe Kosteinsparungen.

Die Gründe für den Umstieg sind somit genauso vielfältig wie die verfügbaren Cloud-Anwendungen. Bereits aktuell zeigt sich, dass Unternehmen nicht mehr an der Cloud im Geschäftsalltag vorbeikommen. Deshalb steht immer mehr im Fokus, wie Unternehmen am meisten von Cloud Computing profitieren können – unter anderem auch in der Finanzabteilung.

Die Cloud ist gekommen, um zu bleiben

„Welche Ergebnisse würden die Transformation Ihres ERP-Systems in eine Cloud-Anwendung zum Erfolg machen bzw. haben es zum Erfolg gemacht?“; ausgewählte und gewichtete Antworten auf eine offene Frage an die Befragten, die ein Cloud-ERP-System nutzen bzw. dies planen/diskutieren

Quellen: FINANCE/F.A.Z. Business Media | research; SAP

60%

der befragten Entscheidungsträger sind davon überzeugt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Bereitstellung der Software und die Datenhaltung standardmäßig in der Cloud erfolgen werden.

Alexander Michnov, Head of Strategic Sales RISE bei SAP, beschreibt anhand von Praxisbeispielen das Potential von Cloud Computing.

Mehr erfahren über „Innovation aus der Cloud“