Verbriefte Kredite widerstehen volatilen Märkten

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Fachbeiträge aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2023. Foto: Tinnakorn-stock.adobe.com
Fachbeiträge aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2023. Foto: Tinnakorn-stock.adobe.com

Die gestiegenen Zinsen haben festverzinsliche Anlagen in der Breite wieder attraktiver gemacht. Nach wie vor ist der Markt aber mit Blick auf die Zinsentwicklung sehr schwankungsanfällig. Preiste der Markt zunächst deutliche Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte ein, wurden diese Erwartungen im Frühsommer wieder zurückgenommen. Zugleich bestehen aber weiterhin Risikofaktoren wie geopolitische Spannungen, aber auch die Ungewissheit, wie stark die rasch gestiegenen Zinsen die wirtschaftliche Dynamik dämpfen.

Gerade weil die ökonomischen Aussichten so ungewiss sind, kann eine Investition in verbriefte Kredite Sinn machen. Verbriefte Kredite (Collateralized Loan Obligations, CLOs) weisen einen deutlichen Risikoaufschlag gegenüber normalen Unternehmensanleihen auf, bieten aber einen guten Puffer gegen eine mögliche Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds und sind weitgehend immun gegen Zinsschwankungen.

CLOs bieten widerstandsfähige Anlagemöglichkeiten

Denn die von Kreditagenturen eingestuften CLO-Tranchen bieten jeweils einen substantiellen Puffer gegen Kreditausfälle im zugrundeliegenden Darlehens-Pool. Im Vergleich zu einem Kreditfonds (Loan Fund) oder einem Hochzinsanleihenfonds können hier deutliche Verlustpuffer geboten werden, die auch ausgeprägtere konjunkturelle Unwetter durchstehen können.

Durch ihre variable Verzinsung bieten Collateralized Loan Obligations eine gewisse Zinsimmunität. Weil der Markt Anfang Juli 2023 immer noch mit einem baldigen Ende der Zinserhöhungen rechnete, war die Zinskurve bei deutschen Bundesanleihen mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren invers, kürzer laufende Anleihen rentieren sich also mehr als länger laufende. Da CLOs über dem 3-Monats-Euribor-Satz verzinst sind, findet sich hier eine attraktivere Rendite, da das kurze Ende einen Aufschlag bringt. Die Basisverzinsung der CLOs ist damit höher als bei klassischen Rentenpapieren. Dazu kommt noch der höhere Risikoaufschlag, der Spread. Dies ist auf die Unsicherheit über eine möglicherweise nahende Rezession zurückzuführen.

Geringere Kreditausfallrisiken bei CLOs

Die Risikomärkte sind weiter angespannt, die Risikoprämien gemessen am iTraxx Crossover lagen Mitte Juli bei rund 420 Basispunkten gegenüber rund 250 Basispunkten Ende 2021. Eine Studie der Universität Frankfurt hat gezeigt, dass die Risikoaufschläge von CLOs aufgrund der höheren Komplexität deutlich stärker auf systemische Risiken reagieren als die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen. Die Kreditausfallrisiken hingegen sind in der Regel deutlich geringer bei gleichem Rating. Mit A eingestufte CLOs haben Anfang Juli etwa 350 Basispunkte über einfache Industrieanleihen geboten, bei Verbriefungen mit BBB-Rating waren es sogar 450 Basispunkte.

Anleger mit höherem Sicherheitsbedürfnis können folglich CLOs mit Triple-A-Rating anstelle von Unternehmensanleihen im Bereich A kaufen und dürften dabei noch einen Aufschlag von 150 Basispunkten vereinnahmen. Auch im schwächeren Bonitätsbereich bietet es sich an, statt Hochzinsanleihen (BB) BBB-CLOs zu erwerben. Für ein Finanzinstitut ist eine Investition in Triple-A-CLOs besonders vorteilhaft wegen der sehr geringen Eigenkapitalbelastung. Aber: CLOs bedürfen einer sorgfältigen Auswahl und einer genauen Kenntnis der individuellen Verbriefungsstruktur.

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