Was tun, wenn Risiken und Bedarf steigen?

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Fachbeiträge aus der Sonderbeilage Structured FINANCE 2022
Fachbeiträge aus der Sonderbeilage Structured FINANCE 2022 Foto: Eduardo - stock.adobe.com

Neben unterbrochenen Lieferketten und dem anhaltenden Rohstoffmangel führen vor al­lem steigende Inflationsraten sowie explodieren­de Energiekosten zu erhöhten Produktions- und Logistikkosten. Für Unternehmen ergibt sich dar­aus in der Folge ein steigender Exposure- und Fi­nanzierungsbedarf auf Seiten der entsprechenden Debitoren. Während sich also verschiedenste Ri­sikofaktoren stärker ausprägen, müssen sich Un­ternehmen zugleich stärker absichern, um weiter handlungsfähig zu bleiben.

Aussagekraft von Bilanzen gering

Derzeit versuchen viele Finanzverantwortliche – aber auch Kreditversicherer und Finanzierer – herauszufinden, mit welchen Geschäftspart­nern auch künftig noch ein sicheres Geschäft im In- und Ausland möglich ist. Zudem wollen sie wissen, wie sich die aktuellen weltpolitischen Ereignisse auf das Konsumverhalten auswirken werden.

Um Geschäftsrisiken frühzeitig und die Bonität von Geschäftspartnern besser einschätzen zu können, wird es immer wichtiger, deren aktu­elle wirtschaftliche Situation zu kennen. Denn die Märkte sind, befeuert durch die bereits genann­ten Belastungen, extrem volatil, und das Verän­derungsrisiko ist immens hoch. Dabei reicht es häufig nicht mehr, sich im August eines Jahres auf die Bilanzzahlen des vorangegangenen zu stützen. Diese Bilanzen haben kaum noch Aussagekraft.

In einem unsicheren Umfeld liegt es auf der Hand, sich mit Lösungen rund um das For­derungsmanagement zu befassen. Unterneh­mensinformationen, Kreditversicherungs- und Factoringlösungen geraten daher in den Fokus der Kreditmanager. Aber welche Unterstützung kommt von entsprechenden Dienstleistern? Und wie reagiert der Kreditversicherer, wenn steigende Absicherungs- und Finanzierungsbedürfnisse auf­grund steigender Rohstoff- und Energiepreise auf ein sich abzeichnendes stark rückläufiges gesamt­wirtschaftliches Umfeld treffen?

Neben der Auswertung vorliegender Ge­schäftszahlen und ständig aktualisierter Ana­lysen von Branchen und Ländern setzen Kre­ditversicherer stark auf die Informationen, die sie aus den Zahlungserfahrungen ihrer Kunden erhalten – insbesondere, wenn klassische Warn­signale, wie in jüngster Vergangenheit die In­solvenzanmeldepflicht, ausgesetzt werden.

Eine jährliche Studie befragt deutsche Unternehmen nach deren Zahlungserfahrungen in den vergan­genen zwölf Monaten. In der jüngsten Befragung (durchgeführt im Q3/2022) berichteten 65 Pro­zent der Befragten von Zahlungsverzögerungen – das bedeutet ein Plus von 6 Prozent gegenüber 2021. Besonders betroffen von Zahlungsverzö­gerungen sind Pharma/Chemie (76 Prozent; 21 Prozentpunkte mehr als 2021) sowie Transport und Maschinenbau (jeweils 73 Prozent; 6 bezie­hungsweise 13 Prozentpunkte mehr als 2021).

Engere Kommunikation ist nötig

Ein weiterer Lösungsansatz ist eine (noch) en­gere und regelmäßige Kommunikation zwischen Kunden, Debitoren und Warenkreditversicherern – mit dem Ziel, aus allen zusammengetragenen Informationen ein Gesamtbild mit Blick auf die nahe Zukunft zu zeichnen. Dazu zählen unter anderem der offene Dialog über sich eintrübende wirtschaftliche Aussichten sowie die gemeinsa­me Erarbeitung angedachter Gegenmaßnahmen. Denn eine proaktive Kommunikation zwieschen den Partnern schafft Vertrauen, und auf dieser Grundlage können bedarfsgerechte Kreditlimite abgestimmt und zur Verfügung gestellt werden.

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