Steigende Kosten und Löhne, Fachkräftemangel, Klimakrise und geopolitische Unsicherheit: Die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen und für Investoren sind so zahlreich wie komplex. Sie hinterlassen deutliche Spuren in Unternehmensbilanzen, Staatskassen und Portfolios. Unternehmen müssen ihre Strategien überprüfen und an neue Rahmenbedingungen und regulatorische Vorgaben anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Risiken zu minimieren.
Harter Wettbewerb um Fachkräfte
Auf dem Arbeitsmarkt fehlen zunehmend Fachkräfte, der Wettbewerb um die besten Talente wird immer intensiver. Zudem steigt der Druck, die Löhne zu erhöhen – teils bedingt durch die Inflation, teils um qualifizierte Arbeitskräfte durch attraktive Gehälter zu werben und langfristig zu binden. Fähige Fachleute sind für Unternehmen entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und den Wirtschaftserfolg.
Aber nicht nur die Arbeitswelt lenkt das strategische Vorgehen der Unternehmen.
Aktuelle Krisen wie der Krieg in der Ukraine, aber auch die Corona-Pandemie haben gezeigt, dass es für Unternehmen immer wichtiger wird, die Geopolitik bei der strategischen Planung zu berücksichtigen. Beispielsweise ist eine gründliche Analyse von Chancen und Risiken einer globalen oder regionalen Aufstellung des Geschäftsmodells entscheidend, ebenso wie das Sicherstellen von resilienten Lieferketten.
Ein effektives Risikomanagement hilft, Bedrohungen durch Lieferengpässe oder Währungsschwankungen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Fähigkeit, Chancen zu nutzen und Risiken zu managen, kann dazu beitragen, langfristigen Erfolg in einer sich ständig verändernden globalen Wirtschaft zu gewährleisten.
Die nachhaltige Transformation annehmen
Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine der globalen Herausforderungen. Die Anforderungen an Unternehmen sind vielfältig. Sie reichen etwa vom verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen über den Einsatz umweltfreundlicher Technologien und die Berücksichtigung sozialer Aspekte bis hin zu erweiterten ESG-Berichtspflichten.
Eine nachhaltige Unternehmensausrichtung kann dazu beitragen, Risiken im Hinblick auf Umweltveränderungen oder Imageschäden zu mindern und das Vertrauen der Kunden zu stärken. Deshalb ist es heute unabdingbar, Nachhaltigkeit in die Geschäftsstrategie zu integrieren.
Die Bedeutung eines aktiven Investmentmanagements
Wie erfolgreich meistert ein Unternehmen diese Herausforderungen? Das haben Investoren fest im Blick. Um in einem Anlageportfolio Chancen und Risiken optimal abzuwägen, ist ein aktives Management der Investmentstrategien essentiell. Basis ist dabei eine gründliche fundamentale Analyse von Unternehmen, Branchen und Trends. Strukturveränderungen und zukunftsfähige Geschäftsmodelle lassen sich so erkennen und für den Portfolioerfolg nutzen.
Werttreiber und Risiken des Geschäftsmodells müssen analysiert sowie die Qualität des Managements eines Unternehmens und dessen strategische Entscheidungen bewertet werden. Neben den Finanzkennzahlen ist es wichtig, die Aspekte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung systematisch in das Anlageportfolio zu integrieren und damit bei der Auswahl der Titel eine nachhaltige Anlagestrategie zu schaffen. So lassen sich zusätzliche Alphaquellen früh erkennen und Verlustrisiken vermeiden.
Autor
Oliver Kopp ist Head of Institutional Sales bei der Metzler Asset Management GmbH in Frankfurt am Main.
okopp@metzler.com