So ernüchternd das reine Anlageergebnis der vergangenen Jahre für viele Investoren war, umso erfreulicher ist das Bilanzergebnis für Pensionspläne mit einer Leistungszusage. Die nach IFRS bewerteten Pensionsverpflichtungen sind durch die gestiegenen Zinsen geringer bewertet als noch zum Ende des Jahres 2020. Der gestiegene Ausfinanzierungsgrad erlaubt es, bei den Pensionsplänen über De-Risking nachzudenken.
De-Risking: Welche Ansätze gibt es?
Ein Ansatz dazu ist Cashflow-driven Investing (CDI). CDI beschreibt ein diversifiziertes Portfolio aus Anleihen, mit dessen Kupons und Fälligkeiten die Rentenzahlungen getätigt werden. Dieser Ansatz ist besonders für Cashflow-negative Pensionspläne interessant – also auch für Pensionsfonds, Pensionskassen oder Rentnergesellschaften. Mit diesem Ansatz wird das Liquiditätsmanagement verbessert, so dass Zwangsveräußerungen zu ungünstigen Bewertungen oder übermäßige Cash-Bestände vermieden werden.
Ein weiterer Ansatz ist Liability-driven Investing (LDI). LDI zielt darauf ab, die Bilanz gegenüber Veränderungen der Bewertungsparameter, wie beispielsweise des IFRS-Rechnungszinses, zu immunisieren. Vereinfacht formuliert: Sollten meine Pensionsverpflichtungen eine hohe Zins-Duration haben, wird auch die Zins-Duration in der Kapitalanlage erhöht, so dass die Bilanzvolatilität reduziert und der erreichte Ausfinanzierungsgrad abgesichert wird.
Auf die Diversifizierung achten
Mit der Kombination aus CDI und LDI sind mit der Zwangsveräußerung und der Bewertung durch Zins, Credit Spread und Inflation bereits einige Pensionsrisiken adressiert. Mit der Langlebigkeit verbleiben jedoch noch biometrische Risiken. In den CDI- und LDI-Portfolien ergeben sich durch Downgrades und Kreditausfälle auch verstärkt andere Risiken.
Daher bleibt ein diversifiziertes Wachstumsportfolio weiterhin wichtig, um die verbliebenen Pensionsrisiken langfristig kompensieren zu können. Aus Investmentsicht sollte das Wachstumsportfolio diversifizierend zu den CDI- und LDI-Portfolien sein.
Autor
Dr. Maximilian Franke
Dr. Maximilian Franke ist Director Client Solutions bei Fidelity International in Kronberg im Taunus.