Objektfinanzierungen: Hilfe in Sondersituationen

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

Asset-Backed Leasing ist ein innovatives Finanzierungsinstrument, das sich besonders für Unternehmen eignet, die jenseits klassischer Kreditlinien nach Wegen suchen, Investitionen in produktives Anlagevermögen zu realisieren. Im Zentrum steht dabei nicht die Bonität des Unternehmens, sondern das zu finanzierende Wirtschaftsgut selbst – also das Asset.

Voraussetzung für Asset-Backed Leasing ist ein standardisiertes, werthaltiges Investitionsobjekt mit einem funktionierenden Zweitmarkt. Das können beispielsweise Maschinen, Produktionsanlagen oder Nutzfahrzeuge sein – Objekte, die bei Bedarf gut verwertbar sind und deren Marktgängigkeit nachvollziehbar ist. Diese Objektfokussierung ermöglicht es, auch solche Finanzierungen umzusetzen, bei denen traditionelle Kreditinstitute eher zurückhaltend agieren.

Vielfältige Einsatzgebiete

Besonders interessant ist Asset-Backed Leasing für Firmen, die sich in besonderen Phasen befinden – etwa im Zuge einer Neugründung, eines Carve-out, in der Transformation, Restrukturierung oder Sanierung. Dabei steht nicht die Vergangenheitsanalyse im Vordergrund, sondern die Einschätzung des zukünftigen Potentials.

Auch bei Kern- oder Sprunginvestitionen ist Asset-Backed Leasing daher interessant. So können Unternehmen begleitet werden, die für die Bewältigung ihrer Aufträge hohe Investitionen tätigen müssen. Es können aber auch Unternehmen in ihrer Transformation unterstützt werden, etwa wenn Automotive-Unternehmen sich neuen Geschäftsfeldern wie Rüstung zuwenden und dafür einen hohen Investitionsbedarf haben.

Sobald die erforderlichen Unterlagen vorliegen – neben den klassischen wirtschaftlichen Unterlagen umfassen diese auch Plan- und Liquiditätszahlen sowie eine transparente Darstellung des Geschäftsmodells – kann eine Entscheidung innerhalb von nur drei Wochen getroffen werden. Asset-Backed Leasing schafft damit einen Zugang zu Finanzierung, die pragmatisch, objektbasiert und chancenorientiert ist – ideal für Unternehmen mit Investitionsbedarf und klarer Zukunftsper­spektive, die alternative Wege jenseits konventioneller Finanzierungsansätze suchen.

Drei Wochen bis zur Zusage

Ein Beispiel ist ein hessisches Automotive-Unternehmen, das Investitionen über 5 Millionen Euro tätigen wollte. Das Unternehmen hatte zwar seine Sanierung abgeschlossen und der Turn­around war klar erkennbar. Bei einer Gesamtleistung von 600 Millionen Euro war die Investition auch nicht sonderlich hoch. Dennoch tat sich das Bankenkonsortium schwer, die Gelder bereitzustellen.

Über die Empfehlung einer Konsortialbank kam der Kunde auf einen auf Asset-Backed Leasing spezialisierten Anbieter zu. Die vom Kunden erstellte Planung und die sehr guten Erläuterungen zum Geschäftsmodell konnte er mit vielen Aufträgen untermauern. Nach drei Wochen erhielt der Kunde die Zusage für die Finanzierung.

Bei Asset-Backed Leasing wird grundsätzlich auf bankentypische Sicherheiten verzichtet und stattdessen auf das Objekt abgestellt. In diesem Fall gab es einen hohen Anteil kundenspezifischer, nicht verwertbarer Komponenten an dem Investitionsobjekt. Daher war eine Sonderzahlung von 20 Prozent Teil der Konstellation. Den Rest finanziert der Kunde auf 72 Monate. Auch dank dieser Investition hat sich das Unternehmen seitdem sehr gut entwickelt und wird zeitnah wieder für klassische Bankenfinanzierungen attraktiv sein.

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