Matching von Anlage und Verpflichtungen

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Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

Seit dem Zinsanstieg 2022 und den daraus resultierenden höheren Funding Ratios von Pensionsplänen haben sich die Prioritäten bei der Investition von Pensionsmitteln verschoben. Vorher stand die Reduktion von Deckungslücken im Fokus, nun geht es um das Matching von Anlagemitteln und Zahlungsverpflichtungen.

Beim Matching steht häufig die Begrenzung bilanzieller Risiken im Vordergrund. Es wird daher eine Synchronisierung der Wertentwicklungen von Aktiva und Passiva angestrebt (Liability Driven Investing, LDI). Ein vollumfängliches LDI erfordert die Nachbildung von Zins-, Spread- und Inflationssensitivitäten der Verpflichtungen auf der Anlageseite. Dazu stehen für Pensionsverpflichtungen in Euro verschiedene Ansätze zur Verfügung.

Zinssensitivitäten mit Staatsanleihen replizieren

Zinssensitivitäten und – bei Verwendung inflationsindexierter Anleihen – auch Inflationssensitivitäten können beispielsweise mit Staatsanleihen repliziert werden. Mittels derivativer Instrumente, wie Credit Default Swaps (CDS), können Staatsanleihen um eine Spread-Komponente erweitert werden.

Die exakteste Nachbildung der Zins- und Spread-Sensitivitäten von Pensionsverpflichtungen in Euro wird jedoch mit Euro-Unternehmensanleihen erreicht. Dem Inflationsrisiko kann mit Inflationsderivaten, wie Inflation Swaps, Rechnung getragen werden. Grenzen dieser Gestaltungsvariante ergeben sich aus der eingeschränkten Verfügbarkeit von Euro-Unternehmensanleihen langer Laufzeiten. Daraus kann die Notwendigkeit zu einem Einsatz zusätzlicher Derivate, wie beispielsweise CDS, resultieren.

Alternativ zu einer derivativen Verlängerung von Euro-Unternehmensanleihen kann eine Immunisierung gegen Zins- und Spread-Risiken mit US-Dollar-Unternehmensanleihen erfolgen. Um die Sensitivitäten von Pensionsverpflichtungen in Euro möglichst genau zu replizieren, müssen die in US-Dollar denominierten Anleihen allerdings mittels Cross Currency Swaps in Euro-Anleihen transformiert werden. Daraus ergibt sich ein erhöhter Transaktions- und Administrationsaufwand, der aber auf eine externe Investmentplattform, zum Beispiel SPIRE, übertragen werden kann; SPIRE ist eine Verbriefungsplattform, die dazu dient, Investmentinstrumente in einem Wertpapier zu bündeln.

Für das Matching von Pensionsverpflichtungen kommen grundsätzlich auch Alternative Investments mit weitgehend feststehendem Auszahlungsprofil in Frage. Die geringe Frequenz und die Verzögerung bei der Bewertung von Alternative Investments erhöhen jedoch die Ungenauigkeit des Matchings von Anlagen und Verpflichtungen.

Growth Investments

Auch bei einer Ausrichtung auf eine möglichst weitgehende Stabilität der Funding Ratio von Pensionsplänen kann in begrenztem Umfang in Growth-Anlageklassen wie Aktien investiert werden. Kurzfristig können solche Anlagen zwar die bilanzielle Volatilität erhöhen, auf längere Sicht kann das attraktive Renditepotential aber einen Puffer für nicht abgesicherte Risiken schaffen und so verhindern, dass Deckungslücken entstehen.

Welcher Ansatz vorteilhaft ist, hängt von den Zielen des Unternehmens für die Investition seiner Pensionsmittel ab. Oft ist eine Kombination sinnvoll. Bei der Entwicklung einer solchen diversifizierten LDI-Strategie sollten die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Bausteinen beachtet werden. Insbesondere die Allokation von Growth Investments kann nicht isoliert ermittelt werden. Denn für Unternehmen ist nicht die Diversifikation im Growth-Portfolio, sondern die des Gesamtinvestments relevant.

Disclaimer: Es handelt sich nicht um eine Anlageberatung. Die in diesem Dokument vertretenen Meinungen stellen ausschließlich die Auffassungen der Autorin der HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH dar und können sich jederzeit ändern; solche Meinungsänderungen müssen nicht publiziert werden.

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