Fördermittel: ein unterschätzter Standortvorteil

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com
Fachbeitrag aus der Sonderbeilage zur Structured FINANCE 2025. Foto: tostphoto - stock.adobe.com

„Fördermittel lohnen sich nicht, sind zu kompliziert, langwierig und ohnehin nur für die ganz Kleinen oder die ganz Großen gedacht“ – so oder ähnlich lauten die gängigen Vorurteile. Gemeint ist dabei die gesamte Bandbreite öffentlicher Unterstützung: von direkten Zuschüssen über zinsvergünstigte Förderkredite bis hin zu Garantien und Risikoabsicherungen.

Dennoch investieren immer mehr – insbesondere größere, energie- oder forschungsintensive – Unternehmen in eigene Fachabteilungen oder entsenden gezielt Interessenvertreter nach Brüssel. Ist das Thema also doch relevanter als gemeinhin angenommen?

Breite Palette

Zwar gilt für alle EU-Mitgliedstaaten derselbe Rechtsrahmen, doch kaum ein Land nutzt dessen Spielräume so umfassend wie Deutschland. Längst geht es nicht mehr nur um Agrarsubventionen oder pandemiebedingte Hilfen. Die Palette reicht von milliardenschweren Zuschüssen für den Aufbau strategisch relevanter Industrien – etwa in der Batterie-, Mikroelektronik-, Halbleiter- oder Medizintechnik – über die jüngst ausgeweitete Innovationsförderung in Form der sogenannten Forschungszulage bis hin zur Ansiedlung von Unternehmen in strukturschwachen Regionen.

Hinzu kommen vielfältige Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiepreise infolge des Ukra­ine-Kriegs sowie umfangreiche Förderprogramme zur Beschleunigung der Klimatransformation in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Industrie und Wohnungsbau.

Förderung kann auch in Form von Risikoabsicherung erfolgen – etwa durch Bürgschaften, Exportkreditgarantien (ECA), Haftungsfreistellungen oder Mezzanine-Finanzierungsinstrumente. Diese sind längst nicht mehr nur für Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage von Interesse.

Spitze im EU-Vergleich

In der Mehrzahl dieser Kategorien belegt Deutschland in den einschlägigen EU-Statistiken regelmäßig Spitzenplätze. Ob man diese Entwicklung begrüßt oder kritisch sieht – sie ist Realität. Unternehmen, die diesen Aspekt ignorieren, riskieren einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Konkurrenten, die ihre Optionen kennen und gezielt nutzen. Fördermittel sind inzwischen ein entscheidender Faktor im internationalen Wettbewerb um attraktive Unternehmensstandorte.

Allerdings ist es nicht trivial, einen Überblick über die relevanten Fördermöglichkeiten zu gewinnen und dauerhaft zu behalten. Größere Investitionen erfolgen meist nur in mehrjährigen Abständen und die einmal gemachten Erfahrungen verlieren rasch an Aktualität – denn die Förderlandschaft unterliegt einem ständigen Wandel.

Mehrwert generieren

Nicht jedes Unternehmen kann hierfür dauerhaft eigene Ressourcen bereitstellen. Gelingt es jedoch, von einer Förderung zu profitieren – sei es durch Verbesserung der Wirtschaftlichkeit einer Investition oder durch zusätzliche Absicherung –, lässt sich ein Mehrwert generieren.

In einem Umfeld, das Unternehmen nahezu aller Branchen unter hohen Transformationsdruck setzt, gehören Fördermittel zu einem intelligenten Finanzierungskonzept. Umso wichtiger ist es, einen Partner zu haben, der die gesamte Palette vom Durchleitungskredit bis hin zur Zulage bespielen kann.

Autor