Es ist ein bekanntes Problem vieler Finanzabteilungen: Deren Verantwortliche verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit damit, Finanzdaten manuell zu sammeln und zu überprüfen. Beratende, strategische und steuernde Tätigkeiten kommen dabei für die meisten Finanzentscheider immer noch deutlich zu kurz.
Doch die Digitalisierung bietet einen Ausweg: Mit den richtigen Tools lassen sich Prozesse optimieren und Zeit sparen. Wenn Finanzabteilungen beispielsweise Datensammlung, Konsolidierung und Reporting automatisieren, spart das die manuelle und damit zeitaufwendige und fehleranfällige Arbeit mit Spreadsheets. So gewinnen Finanzentscheider Zeit, die sie in die Analyse, Beratung und strategische Planung investieren können, und mehr Einfluss auf ihr unternehmerisches Handeln.
Vier Schritte zur digitalen Transformation im Office of Finance
Vier Schritte, die Unternehmen in ihrem Digitalisierungsprojekt im Office of Finance weiterbringen, sind die Einführung digitaler Tools, Datenintegration und -management, Schulungen und Change Management sowie eine kontinuierliche Optimierung. Softwarelösungen für das Accounting, das Berichtswesen und das Controlling sind essentiell für die digitale Transformation. Viele Unternehmen setzen auf Cloud-basierte All-in-One-Plattformen für das Finanzmanagement, um Prozesse zu automatisieren und Echtzeitdaten zur Verfügung zu haben. Welche Tools dabei die richtigen für ein Unternehmen sind, hängt von dessen Problemen, Zielen und Erwartungen ab und setzt eine sorgfältige Evaluierung voraus.
Unvollständige oder inkonsistente Daten sind eines der Hauptprobleme für Finanzabteilungen. Tools, die sich einfach an verschiedene Quellen und Vorsysteme andocken lassen und Finanzdaten automatisiert erfassen, sind daher von großem Nutzen und ersparen viel Arbeit. Sie schaffen eine konsistente und zuverlässige Datenquelle für das Berichtswesen.
Da die Einführung neuer Technologien immer auch Veränderung bedeutet, sind Schulungen und Change Management unerlässlich, um die Akzeptanz der digitalen Transformation zu erhöhen. Unternehmen sollten daher auf Schulungsprogramme für ihre Mitarbeitenden im Finanzbereich setzen, um diese auf die neuen Prozesse und Technologien vorzubereiten. Die digitale Transformation ist zudem kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der einer ständigen Analyse und Optimierung bedarf. Wo gibt es Verbesserungspotential? Inwieweit muss ich mich an veränderte Geschäftsanforderungen anpassen? Diese Fragen sollten sich Finanzentscheider immer wieder stellen und ihre digitalen Prozesse entsprechend optimieren.
Vorteile für das ESG-Reporting
Ab 2025 gilt auch für viele mittelständische Unternehmen die Pflicht zum sogenannten ESG-Reporting (Environmental, Social, Governance). Dabei können digitale Prozesse und Tools Unternehmen in zwei zentralen Phasen maßgeblich unterstützen: zum einen bei der Erfassung der benötigten ESG-Daten, bei der wie bei den klassischen Finanzdaten die Arbeit mit Tabellenkalkulationen aufwendig und fehleranfällig ist. Zeit- und kostensparender ist der Einsatz einer spezialisierten Software, die die Erfassung der ESG-Daten automatisiert und an alle möglichen Vorsysteme im Unternehmen angebunden werden kann. Zum anderen helfen digitale Prozesse und Tools bei der ESG-Berichterstattung: Ob interner Management-, Geschäfts- inklusive Lagebericht oder Nachhaltigkeitsreporting – spezialisierte Tools erleichtern den Prozess, etwa wenn es darum geht, die ESG-Berichte in das regulatorisch geforderte iXBRL-Format zu überführen.
Autor
Ferdinand Schwarzberg ist Manager Account Executive bei der LucaNet AG in Berlin.
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