FINANCE-Gehaltsreport 2023

Das verdienen CFOs, Controller, Treasurer, Wirtschaftsprüfer und andere Spezialisten im Corporate Finance

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Quelle: ©Vegefox – stock.adobe.com

PDF-Version: FINANCE-Gehaltsreport 2023

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Für deutsche Unternehmen waren die vergangenen Jahre wahrlich nicht leicht: Eine makroökonomische Krise jagte die nächste. Setzte zunächst die Corona-Pandemie der Wirtschaft ordentlich zu, haben nun die Folgen des Ukraine-Kriegs viele Unternehmen im Griff. Ob steigende Energiepreise, stockende Lieferketten, Inflation oder höhere Zinsen – die Herausforderungen sind mannigfaltig.

Und was bedeutet diese schwierige Gemengelage für die Gehälter und Jobaussichten der Spezialisten im Corporate Finance? Einerseits müssen Unternehmen gerade jetzt ihr Geld zusammenhalten und können sich keine unnötigen Ausgaben für hohe Gehälter leisten. Andererseits müssen sie aber auch gutes Personal unbedingt halten – denn der Fachkräftemangel der vergangenen Jahre hat seine Spuren hinterlassen.

Welche Gehälter Finanzexperten jetzt also erwarten können und wie sie Gehaltsverhandlungen am besten angehen, lesen Sie in unserem neusten FINANCE-Gehaltsreport. Gute Karten haben nun vor allem jene Berufsgruppen, die in der Krise besonders gefragt sind, wie Controller, Treasurer, IR-Manager oder Risikomanager. Doch auch andere Berufsgruppen wie Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater haben gute Argumente auf ihrer Seite.

Klar ist: Wer sich jetzt in der Krise beweist, hat ein gutes Standing bei Gehaltsverhandlungen – ergreifen Sie also Ihre Chance! 

Stimmungsbarometer

Bedeutungszuwachs einzelner Spezialisten im Finanzbereich*

Controller

3,1

Buchhalter

3,0

Risikomanager

2,7

CFO

2,2

M&A-Manager

1,9

IR-Manager

1,7

Jobperspektiven einzelner Finanzspezialisten*

Cash Manager

1,9

Zins- und Währungsmanager

1,9

Buchhalter

0,8

Treasurer

0,2

Leiter Finanzen

-0,5

CFO

-0,8

Gehaltsaussichten einzelner Experten*

ESG-Manager

2,3

Treasurer

2,1

Steuerberater

2,0

Wirtschaftsprüfer

1,8

Risikomanager

1,6

Cash Manager

1,3

Quelle: Hays

*Systematik
Hays hat eine Umfrage unter den Personalberatern durchgeführt. Abgefragt wurde, wie die Experten die Entwicklung einzelner Berufe in den kommenden Jahren einschätzen. Sie konnten Zahlen zwischen –5 (nimmt sehr stark ab) und +5 (nimmt sehr stark zu) angeben. Nebenstehend finden Sie eine Auswahl der interessantesten Ergebnisse. Die Farben Grün (X > 2), Gelb (1 < X < 2 ) und Rot (X < 1) dienen als Orientierung, wie der Bereich im Vergleich abschneidet. Der Bedeutungszuwachs bezieht sich darauf, wie sehr das Jobprofil durch die Digitalisierung an Bedeutung gewinnt; die Jobperspektive darauf, wie stark Stellen in den kommenden Jahren aufgrund der Digitalisierung auf- oder abgebaut werden. Die Gehaltsaussichten zeigen an, wie stark Gehälter in den kommenden Jahren zurückgehen oder ansteigen.

Interview

Arbeitgeber müssen durch Zusatzleistungen punkten, so Erich Schwinghammer – Quelle: Hays

Gehälter steigen quer durch die Bank an

Inflation, Energiekrise und Corona verändern die Jobs in der Finanzabteilung. Welche jetzt besonders gefragt sind und wie man eine Gehaltserhöhung herausschlagen kann, verrät Hays-Experte Erich Schwinghammer.

Herr Schwinghammer, makroökonomische Krisen beherrschen momentan viele Finanzabteilungen: Lieferketten klemmen, Zinsen steigen. Hinzu kommt die Angst vor einer Rezession bei vielen Unternehmen. Sind jetzt bestimmte Berufe im Finanzbereich besonders gefragt?

Das höhere Kostenbewusstsein führt zunächst einmal dazu, dass die Finanzabteilung in Unternehmen grundsätzlich an Bedeutung gewinnt. Die Spezialisten sollen vermehrt Einsparpotentiale und Risiken in ihren Unternehmen eruieren. Ganz konkret sind momentan Treasurer gefragt, die den Zahlungsverkehr und das Liquiditätsmanagement im Blick haben, außerdem Risikomanager und Controller, vor allem wenn es darum geht, Daten in Echtzeit zu bekommen und so stets auf dem Laufenden zu sein.

Gibt es noch andere Faktoren, die die Nachfrage nach Spezialisten antreiben?

Unabhängig von den momentanen makroökonomischen Verwerfungen führt der Fachkräftemangel schon seit geraumer Zeit dazu, dass Finanzer sehr gefragt sind. Der Hays Fachkräfte-Index bewegte sich im ersten Quartal 2023 nochmals um 36 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal nach oben (+158 Prozent). Mit einer Gesamtzahl von 33.894 absolut ausgeschriebenen Stellen markiert das erste Quartal 2023 damit ein Allzeithoch innerhalb dieser Berufsgruppe seit der Erstauswertung 2015. Die zahlenmäßig meisten Jobanzeigen richteten sich an Controller und Bilanzbuchhalter (12.700 beziehungsweise 6.200 offene Stellen), die stärksten Zuwächse hatten Wirtschaftsprüfer (+49 Prozentpunkte), Controller (+43) und Compliance Manager (+35).

Wenn bestimmte Berufe stärker gefragt sind, sollten auch deren Gehälter steigen, oder?

Tatsächlich steigen die Gehälter für Finanzer quer durch die Bank an. Auch dies ist eine Folge des Fachkräftemangels. Gute Fachkräfte sind ein rares Gut. Unternehmen sind bereit, dafür einiges zu bezahlen. Im Vergleich zu 2020 bezieht ein Junior Controller beispielsweise heute rund 15 Prozent mehr Gehalt. Ein Risk Manager liegt bei plus 13 Prozent im Vergleich zu 2020.

Auch wegen der Inflation herrscht derzeit ein hoher Gehaltsdruck. Gleichzeitig müssen Unternehmen wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage sorgfältig planen. Einige haben schon Einstellungsstopps und Nullrunden angekündigt. Was beobachten Sie?

Die Inflation ist für viele Arbeitnehmer in der Tat ein Thema. 2022 sind die Gehälter im Finanzbereich um etwa 3,5 Prozent gestiegen – das gleicht die Teuerung nicht aus. Unternehmen bemühen sich um Gehaltssteigerungen, bieten aber auch zunehmend andere Benefits an, um Mitarbeiter zu gewinnen. Dazu zählen flexible Arbeitszeiten, Pendlerpauschalen oder Jobräder – Gehalt ist nicht alles. Wenn wir in der Vermittlung merken, dass Arbeitnehmer nur monetär getrieben sind, raten wir den Mandanten sogar von solchen Kandidaten ab, denn hier steht die Aufgabe offensichtlich nicht im Vordergrund. Zudem sind sie bei einem noch höheren Gehaltsangebot gleich wieder weg.

Wie sollten Arbeitnehmer in dieser Gemengelage am besten in Gehaltsverhandlungen agieren?

Anstatt bei Gehaltsverhandlungen auf den Inflationsausgleich zu pochen, rückt man besser seine bisherige Performance in den Vordergrund. Arbeitnehmer sollten hier davon sprechen, welche wichtigen Projekte sie vorangetrieben haben und welche Einsparpotentiale sie damit für ihren Arbeitgeber realisieren konnten.

Und aus Sicht des Arbeitgebers?

Aus Unternehmenssicht sollte man in einem gewissen Rahmen bei den Gehaltssteigerungen mitgehen, aber natürlich nur innerhalb des bestehenden Gehaltsgefüges. Darüber hinaus sollte man identifizieren, was den Mitarbeiter noch antreibt und wo man ihn entlasten kann: Ist es ihm wichtig, dass er weniger pendeln muss? Dass er sich seine Arbeit flexibel aufteilen kann? Hier kann man oft noch viel rausholen und für Pluspunkte sorgen.

Gibt es derzeit Skills, mit denen Finanzexperten besonders punkten können?

Digitale Kenntnisse sind gefragt: Wer an der Schnittstelle zwischen IT und Finance arbeiten kann, hat gute Karten. Die Hochschulen versuchen ihre Ausbildung zu verändern, allerdings entwickeln sich die Technologien so schnell weiter, dass die Schere zwischen Ausbildung und Arbeitsalltag immer noch sehr groß ist. Punkten können Mitarbeiter daher mit Weiterbildungen im Bereich Big Data und Business Intelligence. Wichtiger als Zertifikate sind tatsächlich aber Praxiserfolge in diesen Bereichen, die Mitarbeiter vorweisen sollten.

Wie hat Corona das Skill Set verändert?

Eigenverantwortliches Arbeiten, Veränderungsbereitschaft und Flexibilität sowie Agilität sind wichtiger geworden. Auf Seiten der Führungskräfte in den Finanzabteilungen haben Kommunikationsfähigkeiten und Empathie an Bedeutung gewonnen. Mehr denn je müssen Führungskräfte Sicherheit ausstrahlen und gleichzeitig authentisch bleiben. Sie müssen außerdem den Spagat zwischen Kontrolle und Vertrauen schaffen, wenn Mitarbeiter aus dem Home Office arbeiten. Es gibt kein Zurück mehr: Die hybriden Arbeitsmodelle werden bleiben.

Seit einiger Zeit verändert ein weiteres Thema die Finanzabteilungen: Nachhaltigkeit. Zu welchen neuen Berufsprofilen führt das?

Das Thema tangiert viele Bereiche: Lieferketten, Gebäudeeffizienz, Corporate Sustainability, Green Finance. Entsprechend gibt es viele neue Berufsprofile mit unterschiedlichen Aufgaben an der Schnittstelle zur Finanzabteilung, etwa Sustainability Manager oder Sustainability-Analysten. Viele arbeiten in Ratingagenturen, manche auch in Unternehmen. Das ist ein klares Wachstumsfeld für die Zukunft. Aus Sicht der Kandidaten, aber auch der Investoren und Kunden, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven verstärkt nach Nachhaltigkeit fragen, wird dieses Berufsfeld immer attraktiver.

Erich Schwinghammer
Der ausgebildete Diplom-Betriebswirt ist seit elf Jahren beim Personalberater Hays beschäftigt und ist damit ein Spezialist, wenn es um die Besetzung von Vakanzen in den Bereichen Finance, Bank- und Personalwesen geht. Als Senior Abteilungsleiter verfügt er zudem über eine langjährige Erfahrung im Bereich Leadership.

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Infos zu Finance-Spezialisten

„Inflation ist für viele Arbeitnehmer ein Thema.“

Erich Schwinghammer.
Diplom-Betriebswirt, Hays

Hays Fachkräfte-Index für die Nachfrage nach Finance-Spezialisten in Deutschland

Anmerkung: Den Referenzwert des Index bildet mit 100 Punkten das erste Quartal 2015.

Quelle: Hays

DAX-CFOs

Merck-CFO Kuhnert mit höchstem Gehalt

CFOs aus Dax-Unternehmen haben 2022 im Schnitt weniger verdient als im Jahr zuvor. Spitzenreiter Marcus Kuhnert profitierte besonders von Langzeitboni.

Finanzchefs mit langer Unternehmenszugehörigkeit und viel CFO-Erfahrung sind für Unternehmen äußerst wertvoll – und das spiegelt sich auch in den Gehältern der Finanzexperten wider. So auch bei Marcus Kuhnert, CFO des Chemiekonzerns Merck. Er ist seit August 2014 für die Finanzen verantwortlich – und führte 2022 das Gehaltsranking der CFOs auf Dax-Ebene an.

Insgesamt konnte sich Kuhnert über eine Vergütung von knapp 7,2 Millionen Euro freuen. Dem CFO spielten dabei besonders Langzeitboni in die Karten. Das geht aus einer Analyse der Vergütungsberichte aller Dax-Unternehmen durch die Corporate-Finance-Beratung Blättchen & Partner hervor. Zu Kuhnerts Grundgehalt von 1,2 Millionen Euro kamen noch satte 3,3 Millionen Euro an Langzeitboni sowie knapp 2,7 Millionen Euro Kurzzeitboni hinzu. Damit strich er insgesamt die höchsten Bonuszahlungen im Dax ein.

Bereits im Jahr 2021 hatte der Merck-CFO mit einem Salär von rund 6,1 Millionen Euro zu den Top-Verdienern im Dax gehört. Auch der Zweitplatzierte, BMW-Finanzchef Nicolas Peter, hatte 2021 schon gut verdient. Er wurde 2022 mit knapp 5,7 Millionen Euro vergütet, im Vorjahr hatte er noch Platz vier mit 4,8 Millionen Euro belegt. Seine Ära bei BMW ist unterdessen zu Ende – Mitte Mai hat sich Peter in den Ruhestand verabschiedet.

Börsenneuling auf Platz drei

Auf Platz drei findet sich Lutz Meschke, CFO von Porsche, mit einem Gehalt von 4,4 Millionen Euro wieder. Er hatte im vergangenen Jahr für seine Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender einen Sonderbonus von 1 Million Euro erhalten. Seit September 2022 ist die Porsche AG im Dax gelistet.

Das geringste Gehalt unter den Dax-CFOs erhielt Clemens Jungsthöfel von Hannover Rück mit einer Gesamtvergütung von 866.000 Euro. Ebenfalls unter 1 Million Euro blieben Continental-Finanzchefin Katja Dürrfeld (913.000 Euro), Adidas-CFO Harm Ohlmeyer (rund 937.000 Euro) und die Beiersdorf-CFO Astrid Hermann (957.000 Euro).

Auffällig ist, dass die weiblichen CFOs auch im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient haben als ihre männlichen Kollegen. Im Schnitt wurden die Finanzchefinnen mit 1,5 Millionen Euro vergütet. Zum Vergleich: Das Durchschnittsgehalt eines Dax-CFOs betrug insgesamt 2,6 Millionen. Im Ranking berücksichtigt wurden allerdings nur fünf der sieben weiblichen CFOs im Dax, denn nur sie waren ganzjährig für dasselbe Unternehmen tätig. Maria Ferraro von Siemens Energy verdiente mit 1,7 Millionen Euro deutlich mehr als ihre Mitstreiterinnen, ebenso Helen Giza von Fresenius Medical Care (knapp 2 Millionen Euro) und Melanie Kreis von der Deutschen Post (1,8 Millionen Euro). Interessant ist ebenfalls, dass die durchschnittliche CFO-Vergütung im Dax im Vorjahresvergleich gesunken ist. 2021 lag diese noch bei knapp 3,5 Millionen Euro.

Die Gehaltsspitze der Dax-CFOs
Marcus Kuhnert (Merck) 7.180.000 Euro
Nicolas Peter (BMW) 5.689.801 Euro
Lutz Meschke (Porsche AG) 4.372.289 Euro
Das Tabellenende der Dax-CFOs
Harm Ohlmeyer (Adidas) 937.167 Euro
Katja Dürrfeld (Continental) 913.000 Euro
Clemens Jungsthöfel (Hannover Rück) 866.000 Euro
Quelle: Blättchen & Partner

Quelle: Blättchen & Partner

CFOs und Bereichsleiter

Mehr Empathie in der Führungsriege

In Krisenzeiten muss sich der CFO auf ein gutes Führungsteam in seiner Finanzabteilung verlassen können. Wer als Führungskraft gut verdienen will, muss aber auch seine Social Skills ausbauen.

Seit der Corona-Pandemie sind Führungskräfte besonders gefordert – das gilt auch für die Leader in den Finanzabteilungen der Unternehmen. Mehr denn je müssen sie ihre sozialen Kompetenzen unter Beweis stellen, Kommunikationsfähigkeiten und Empathie haben an Bedeutung gewonnen.

Mit dem Abklingen der Pandemie ist keineswegs Ruhe eingekehrt: Ukraine-Krieg, Inflation oder stockende Lieferketten halten einige Herausforderungen bereit. Umso wichtiger ist für den CFO ein starkes Team an Führungskräften, auf das er sich verlassen kann.

Davon können diese auch finanziell profitieren: Wer sich in Krisenzeiten beweist, hat bei Gehaltsverhandlungen gute Argumente parat. Stärken können leitende Finanzer ihre Verhandlungsposition laut Hays-Experten mit guten IT-Kenntnissen und Digitalisierungserfahrung. Die Leiter Finanzen und CFOs gelten nicht umsonst als jene Jobgruppen, deren Berufsbild mit am stärksten durch die Digitalisierung verändert wird.

Und die Gehälter bei Führungskräften können sich durchaus sehen lassen, wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Spezialisten groß sein können. Am unteren Ende der Gehaltsspannen befindet sich der Leiter Rechnungswesen, der zwischen 97.000 Euro und 152.000 Euro verdienen kann. Der Leiter Risikomanagement kann auf bis zu 219.000 Euro kommen. Groß ist die Spanne beim Leiter Treasury: Hier fangen manche Gehälter bei 91.000 Euro an, können sich aber je nach Unternehmensgröße auf 225.000 Euro steigern.

Das Sprungbrett zum CFO-Job

Eine ähnlich große Spanne zeigt sich bei den leitenden Investor-Relations-Managern, die zwischen 109.000 und knapp 300.000 Euro verdienen. Deutlich darüber liegen die Gehälter der M&A-Leiter mit bis zu 363.000 Euro. Etwas mehr ist es bei den Leitern Controlling, die bis zu 389.000 Euro erreichen können. Der Leiter Finanzen kann sich bereits über bis zu 414.000 Euro freuen.

Nicht selten ist die Leitungsfunktion in der Finanzabteilung schließlich das Sprungbrett zum CFO-Posten. Hier zeigt sich das höchste Gehalt, CFOs kommen auf bis zu 488.000 Euro. Ausreißer finden sich im Dax, wo die Top-Verdiener auf ein Gehalt von mehreren Millionen Euro kommen können.

2,2

Bedeutungszuwachs

-0,8

Jobperspektive

1,5

Gehaltsaussichten

So viel verdient die oberste Führungsriege der Finanzabteilung

Quelle: Hays

Controller

Controller punkten mit Digitalisierungserfahrung

Gerade in volatilen Zeiten nimmt die Bedeutung der Controller als Planer und Überwacher der Zahlen zu. Dabei kann die Digitalisierung ein wichtiger Hebel für Gehaltserhöhungen sein.

Energiekrise, Inflation und Krieg in Europa – Unternehmen finden sich derzeit mit einer Vielzahl von Krisen konfrontiert. In solch volatilen Zeiten sind Controller gefragter denn je. Häufige Forecastings und solide Prognosen haben an Bedeutung gewonnen, um Entwicklungen am Markt dauerhaft im Blick zu behalten und Strategien gegebenenfalls schneller anpassen zu können. Gleichzeitig werden das Planen und das Steuern für Controller aber immer herausfordernder. In diesem Wirrwarr muss sich das Controlling behaupten – hinzu kommt noch die Digitalisierung,die das Berufsbild des Controllers bereits seit mehreren Jahren deutlich verändert. Hays-Experten zufolge sind die Controller jene Gruppe im Finanzbereich, deren Berufsbild sich durch die Digitalisierung am stärksten verändert – und zwar im positiven Sinne. Auf einer Skala von –5 (= verliert sehr an Bedeutung) bis +5 (= gewinnt sehr an Bedeutung) vergeben die befragten Personaler einen hohen Wert von 3,1. Auf Controller kommen künftig also weitere neue Aufgaben zu. Lange geisterte in den Finanzabteilungen das Schreckgespenst herum, dass die Digitalisierung einen großen Stellenabbau bei den Controllern zur Folge haben könnte, doch dies scheint inzwischen unbegründet. Hays-Experten zufolge bleibt die Anzahl der Stellen bis auf Weiteres gleich. Gleichzeitig sehen die Personalberater in den kommenden Jahren einen leichten bis starken Anstieg der Gehälter für Controller.

Gute Gehaltsaussichten

Bereits jetzt kann sich das Gehalt im Controlling sehen lassen. So verdienen Berufseinsteiger mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung zwischen 46.000 und 65.000 Euro im Jahr. Controller auf der Manager-Ebene mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung können sich über ein Jahresgehalt zwischen 58.000 und 86.000 Euro freuen. Wer den Karrierepfad im Controlling weiterverfolgt, kann als Senior Manager mit einer Berufserfahrung von mehr als sechs Jahren ein Gehalt von bis zu 125.000 jährlich erhalten. Mit den Gehältern in den unterschiedlichen Hierarchiestufen hebt sich das Controlling nicht wesentlich von anderen Jobs im Finanzbereich ab. Eine Ausnahme bildet der Aufstieg zum Leiter des Ressorts, dessen Gehalt teils deutlich höher ist als in anderen Leitungsfunktionen der Finanzabteilung. So kann der Chef-Controller mit einem Jahresgehalt von bis zu 389.000 Euro aufwarten. Auch wer sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzt und sich für neue Aufgaben sowie neue Herausforderungen konstant weiterbildet, hat als Controller in Gehaltsverhandlungen eine gute Ausgangsposition. Zu den gefragten Skills zählen unter anderem der Umgang mit neuen IT- und BI-Tools sowie ein umfassendes technisches Verständnis. Controller sollten die Digitalisierung beruflich daher mehr als Chance sehen und der Entwicklung offen gegenüberstehen.

3,1

Bedeutungszuwachs

0,1

Jobperspektive

2,2

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Controller

Quelle: Hays

Buchhalter

Buchhalter auf der Überholspur

Buchhalter verdienen meist weniger als ihre Kollegen in der Finanzabteilung. Doch der Fachkräftemangel spielt dem Accounting in die Karten – und steigert die Gehaltsaussichten.

Die Digitalisierung verändert fast jeden Job in der Finanzabteilung, doch auf den Buchhalter hat sie besonders viel Einfluss – denn im Accounting werden einfache und sich wiederholende Tätigkeiten zunehmend automatisiert. Das bedeutet, dass sich das Jobprofil teils deutlich verändern wird. Hays-Experten zufolge könnte perspektivisch der Finanzbuchhalter verschwinden, während der Bilanzbuchhalter nur noch bewertet und diese Bewertungen dokumentiert. Den Spezialisten zufolge haben Accountants mit einem IHK Bilanzprüferabschluss daher deutlich bessere Gehaltsaussichten als andere Kollegen in dem Segment.

Insgesamt hat das Accounting Hays-Experten zufolge trotzdem an Bedeutung gewonnen. Auf einer Skala von –5 (= verliert sehr an Bedeutung) bis +5 (= gewinnt sehr an Bedeutung) vergeben die befragten Personaler einen hohen Wert von 3,0. Und auch die Annahme, dass das Accounting durch die Digitalisierung Stellen einbüßen muss, dürfte sich nicht als wahr herausstellen. Im Gegenteil: Die befragten Experten erwarten vielmehr einen leichten Anstieg an Stellen. Auf einer Skala von –5 (= sehr viele Stellen fallen weg) bis +5 (= sehr viele Stellen werden geschaffen) vergeben die Personaler einen Wert von 0,8.

Fachkräftemangel treibt Gehälter

In die Karten könnte den Buchhaltern spielen, dass der Bereich von einem Fachkräftemangel betroffen ist. Das können die Finanzexperten nutzen, denn damit kommen sie gehaltstechnisch in eine gute Verhandlungsposition. Buchhalter werden sich wohl künftig über einen Anstieg der Gehälter freuen können, zeigt die Einschätzung der Hays-Experten, die auf einer Skala von –5 (= Gehalt geht sehr stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an) einen Wert von 2,0 vergeben.

Damit sehen die Gehaltschancen der Buchhalter so gut wie lange nicht mehr aus. Allerdings sind die Gehälter der Experten im Schnitt niedriger als die der Kollegen in der Finanzabteilung. Zumindest bei den Einstiegsgehältern können sie noch mithalten: Junior Buchhalter mit einer Erfahrung von bis zu zwei Jahren verdienen zwischen 44.000 und 58.000 Euro im Jahr. Nach etwa drei Jahren können sich Buchhalter über ein Gehalt zwischen 57.000 und 78.000 Euro freuen, was vergleichbar mit anderen Gehältern auf dieser Hierarchiestufe ist.

Senior Buchhalter verdienen jährlich zwischen 71.000 und 94.000 Euro – hier zeigen sich erste Unterschiede. Während andere Finanzexperten auf der Senior-Ebene die 100.000-Euro-Marke knacken können, bleiben die Gehälter der Accountants noch darunter. In den Positionen des Leiters zeigen sich dann deutliche Gehaltsunterschiede: Leiter des Accountings können mit einem Jahresgehalt zwischen 97.000 Euro bis 152.000 Euro rechnen. Damit liegen sie erheblich unter den anderen Gehältern der leitenden Kollegen, die teilweise ein doppelt so hohes Jahresgehalt erhalten.

3,0

Bedeutungszuwachs

-0,8

Jobperspektive

2,0

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Buchhalter

Quelle: Hays

Treasurer

Treasurer im Digitalisierungsmodus

In Krisenzeiten ist der Job des Treasurers besonders gefragt. Das zeigt sich auch in den Gehältern der Schatzmeister. Dabei können sich vor allem Spezialisten über eine hohe Vergütung freuen.

Nicht jedes Unternehmen hat eine eigene Treasury-Abteilung. Doch je größer das Unternehmen, desto wichtiger wird die Steuerung von Zahlungsströmen. In Unternehmen mit größeren Finanzabteilungen gehört das Treasury daher zu den wichtigsten Funktionen.

Besonders in Krisenzeiten sind Treasurer gefragt, denn sie behalten den Zahlungsverkehr und das Liquiditätsmanagement im Blick. An Bedeutung gewinnt der Job auch durch die Digitalisierung: Auf einer Skala von –5 (= verliert sehr an Bedeutung) bis +5 (= gewinnt sehr an Bedeutung) vergeben die befragten Hays-Personaler einen Wert von 2,3. Den Experten zufolge können technologische Entwicklungen den Job aber auch redundant machen, etwa Klick-to-Pay oder automatisierte Überweisungen.

Die Einstiegsgehälter für Treasurer sind attraktiv: Junior Treasurer mit wenig Berufserfahrung können bereits auf ein Jahresgehalt zwischen 48.000 und 66.000 Euro kommen. Erfahrenere Treasury-Kollegen mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung verdienen jährlich zwischen 62.000 und 86.000 Euro.

Für Senior Treasurer sind sogar Gehälter bis zu 129.000 Euro möglich, dabei verdienen Experten auf der Senior-Ebene im Schnitt nicht weniger als 80.000 Euro. Als Leiter des Treasury sind Höchstgehälter bis zu 225.000 Euro jährlich drin.

Spezialisten bekommen hohe Gehälter

Für Treasurer lohnt sich eine Spezialisierung, denn Spezialisten werden gut bezahlt. Junior Cash Manager verdienen beispielsweise zwischen 46.000 und 62.000 Euro. Das Gehalt von Junior Zins- und Währungsmanagern mit einer Berufserfahrung von bis zu zwei Jahren fängt bei 47.000 Euro an und kann auf 63.000 Euro im Jahr steigen.

Zins- und Währungsmanager mit einer Berufserfahrung von drei bis fünf Jahren verdienen bis zu 78.000 Euro, Cash Manager bis zu 82.000 Euro. Die untere Grenze liegt für beide Spezialisten bei 61.000 Euro. Sehen lassen kann sich das Gehalt von Senior Cash Managern mit mehr als sechs Jahren Berufserfahrung. Die Gehälter fangen hier bei 86.000 Euro an und können auf 125.000 Euro Jahresgehalt steigen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf der Senior-Ebene der Zins- und Währungsmanager, die sich über ein Gehalt zwischen 92.000 und 130.000 Euro freuen können.

Die Gehaltsaussichten für Treasurer bleiben auch künftig gut: Auf einer Skala von –5 (= Gehalt geht sehr stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an) vergeben die Hays-Experten einen soliden Wert von 2,1. Die Vergütung der Spezialisten wird hingegen künftig nur leicht steigen, glauben die Personaler von Hays. Sie vergeben für Zins- und Währungsmanager einen Wert von 1,4, die Gehaltsaussichten für Cash Manager schätzen sie mit 1,3 ein.

2,3

Bedeutungszuwachs

-0,2

Jobperspektive

2,1

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Treasurer

Quelle: Hays

FINANCE-TV-Talk mit Hays-Experte Erich Schwinghammer

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Gehaltspoker vs. Kostendruck: Tipps zum FINANCE-Gehaltsreport

Bei FINANCE-TV ordnet Erich Schwinghammer, Corporate-Finance-Spezialist bei der Personalberatung Hays, die Gehaltstrends ein und gibt Tipps für die nächste Gehaltsverhandlung.

Welche Finanzspezialisten am Job- und Gehaltsmarkt gerade die besten Aussichten haben, wie man klug für ein besseres Gehalt argumentiert und was beim Jobwechsel noch viel wichtiger ist als ein möglichst hohes neues Gehalt – die FINANCE-Gehaltsreports-Nachlese mit Erich Schwinghammer.

Zu FINANCE TV

Risikomanager

Risikospezialisten in Krisen gefragter denn je

Gerade in volatilen Zeiten ist das Risikomanagement wichtiger denn je – aber auch besonders herausfordernd. Wer gute Arbeit leistet, kann selbst in Krisenzeiten mit guten Gehältern rechnen.

Welche Folgen könnte der Ukraine-Krieg für das Unternehmen haben? Wie entwickelt sich die Inflation weiter? Und wie stark belasten Lieferkettenprobleme die Firma? Mit unter anderem solchen Fragen müssen sich Risikomanager auseinandersetzen – sie müssen die Risiken für Unternehmen identifizieren und diese richtig einschätzen. Dazu zählen neben den Finanzrisiken auch strategische Risiken,Compliance-Risiken sowie Risiken, die den operativen Geschäftsbetrieb betreffen.

In den aktuell volatilen Zeiten arbeiten die Manager also auf Hochtouren und sind besonders gefragt. Unabhängig von makroökonomischen Krisen beschäftigen sich die Manager auch noch mit anderen Unternehmensrisiken wie dem Fachkräftemangel und der Digitalisierung, hier etwa mit der Frage, ob diese das Geschäftsmodell des Unternehmens gefährden könnte. Und noch ein Thema ist inzwischen auf der Agenda der Risikomanager nach oben gerückt: Cyberangriffe. Immer mehr deutsche Unternehmen werden Opfer von Hackerangriffen, besonders prominente Fälle waren zuletzt Continental und SAF-Holland.

Risikomanager übertrumpfen Kollegen

Die aktuell hohe Relevanz der Risikomanager zeigt sich auch an den Gehältern der Experten: Bereits zum Einstieg können Junior Manager mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung mit einem Gehalt zwischen 51.000 und 66.000 Euro rechnen. Mit einer Berufserfahrung von drei bis fünf Jahren erhalten Risikomanager eine Höchstvergütung von 89.000 Euro. Dabei liegt ihr Gehalt meist nicht unter 65.000 Euro im Jahr.

Dass mit Erfahrung und Expertise das Gehalt steigt, zeigt sich besonders im Risikomanagement. Auf der Senior-Ebene, auf der die Manager mehr als sechs Jahre Berufserfahrung mitbringen, können sich Risikomanager über ein Gehalt zwischen 91.000 und 129.000 Euro freuen. Damit verdienen sie deutlich mehr als ihre Kollegen in der Buchhaltung mit einer ähnlichen Berufserfahrung, und sie übertrumpfen mit dem Verdienst auch die Controller.

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage schätzen die Hays-Experten, dass die Gehälter der Risk Manager nicht unter Druck geraten werden. Ganz im Gegenteil: Sie sehen sogar einen leichten Anstieg der Vergütungen und bewerten die Aussichten mit 1,6 auf einer Skala von –5 (= Gehalt geht sehr stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an).

Auch sehen die Personalexperten die Jobperspektiven der Risk Manager nicht gefährdet. Auf einer Skala von –5 (= sehr viele Stellen fallen weg) bis +5 (= sehr viele Stellen werden geschaffen) vergeben sie einen Wert von 0,5. Es lohnt sich also, über einen Karriereweg im Risikomanagement nachzudenken, denn klar ist: Auch in Zukunft werden immer wieder Risiken wie wirtschaftspolitische Herausforderungen, starke Währungsschwankungen und Cyberangriffe Unternehmen mit neuen Bedrohungen konfrontieren.

2,7

Bedeutungszuwachs

0,5

Jobperspektive

1,6

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Risikomanager

Quelle: Hays

Investor-Relations-Manager

Krisenkommunikatoren vor Herausforderungen

Investor-Relations-Manager haben ein vielseitiges Aufgabenfeld und dienen besonders in Krisen als Sprachrohr der Unternehmen. Dafür werden sie auch entsprechend gut entlohnt.

Investor-Relations-Manager kommunizieren mit dem Kapitalmarkt und arbeiten dafür eng mit dem CFO im Unternehmen zusammen. Es liegt in ihrer Verantwortung, dass kapitalmarktrelevante Nachrichten wie Geschäftsberichte und Ad-hoc-Meldungen verständlich und rechtzeitig publiziert werden. Gerade Letzteres ist keineswegs banal, ist es doch manchmal durchaus eine Auslegungsfrage, wann eine Information spätestens an die Öffentlichkeit gehen muss.

Eine besondere Rolle kommt IR-Managern in Krisen zu – seit der Corona-Pandemie haben die Manager also alle Hände voll zu tun und stürzen sich von einer Krise in die nächste. Dabei kann die Kommunikation durchaus herausfordernd sein, müssen die IR-Manager doch einerseits möglichst transparent kommunizieren, sollten andererseits aber auch keine Panik in den Investorenreihen verbreiten – ein schwieriger Spagat, den die Experten meistern müssen.

Diese Verantwortung der IR-Manager wird aber auch entsprechend gut entlohnt: Junior Investor-Relations-Manager mit einer Berufserfahrung von bis zu zwei Jahren können sich über ein Einstiegsgehalt von 45.000 bis 61.000 Euro freuen. Mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung können erfahrenere Kommunikatoren sogar bis zu 92.000 Euro jährlich verdienen. Dabei liegt ihre Vergütung in der Regel nicht unter 64.000 Euro.

Es lohnt sich also finanziell durchaus, eine Karriere im Investor-Relations-Bereich anzustreben: So können IR-Manager auf der Senior-Ebene mit einer Berufserfahrung von über sechs Jahren in der Spitze bis zu 149.000 Euro verdienen. An der unteren Grenze verdienen die Seniors mehr als 91.000 Euro im Jahr. Als Leiter des Bereichs kann das Jahresgehalt mit 297.000 Euro sogar an der 300.000-Euro Marke kratzen – die Verantwortung, die hier auf den Kommunikatoren lastet, ist dann aber auch schon entsprechend hoch.

Soziale Netzwerke werden wichtiger

Mit der Vielzahl an Krisen und Herausforderungen dürften Investor-Relations-Manager auch künftig gute Gehaltsaussichten haben. Hays-Experten zufolge werden die Saläre weiter moderat ansteigen. Sie vergeben einen Wert von 1,6 auf der Skala von –5 (= Gehalt geht sehr stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an).

Doch nicht nur die Krisen stellen die Manager vor neue Aufgaben, auch die Digitalisierung verändert das Berufsprofil – so werden seit der Corona-Pandemie zum Beispiel Hauptversammlungen und Roadshows vermehrt virtuell abgehalten. Die Digitalisierung verändert zudem die Kommunikationskanäle: So werden soziale Netzwerke wie Linkedin immer wichtiger, um das Bild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit zu formen. Das verändert perspektivisch auch das gefragte Skill Set der Investor-Relations-Manager.

1,7

Bedeutungszuwachs

0,9

Jobperspektive

1,6

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Investor-Relations-Manager

Quelle: Hays

ESG-Manager

Strahlende Zukunft für ESG-Manager

Kaum eine Berufsgruppe hat in den vergangenen Jahren so stark an Bedeutung gewonnen wie ESG-Manager. Mit den vielfältigen Anforderungen an die Experten wachsen auch ihre Gehälter.

ESG-Themen werden in der Wirtschaft immer wichtiger: So müssen Unternehmen seit 2023 darlegen, wie sie Umweltthemen, soziale Angelegenheiten und Diversität in ihre Geschäftsprozesse integrieren sowie Korruption und Regelverstöße verhindern wollen. Um die neuen Aufgaben stemmen zu können, stellen viele Finanzabteilungen nun ESG-Experten ein.

In Unternehmen haben die Manager die Aufgabe, die nötigen Reports zu verfassen und zu koordinieren. Darüber hinaus sind sie dafür zuständig, das Bewusstsein der Mitarbeiter für das Thema ESG zu schärfen. Ihr Jobprofil ist dabei sehr vielfältig: ESG-Manager müssen über gesetzliche Regulierungen Bescheid wissen und ESG-Softwaretools kennen. Auch die Fähigkeit zum Vernetzen sowie systemisches Denken werden von den Nachhaltigkeitsexperten gefordert.

Die Vielzahl an Anforderungen an ESG- Manager wird entsprechend entlohnt. So können sich Berufseinsteiger mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung über ein Jahresgehalt zwischen 50.000 und 67.000 Euro freuen. Erfahrenere Kollegen mit bis zu fünf Jahren Expertise werden sogar mit einem Gehalt zwischen 65.000 und 96.000 Euro vergütet.

Starkes Gehaltswachstum in Aussicht

Dabei lohnt es sich durchaus, einen geradlinigen Karriereweg als ESG-Experte in einem Unternehmen einzuschlagen. Denn die Manager auf der Senior-Ebene, die sechs Jahre oder mehr Berufserfahrung vorweisen, können mit einem jährlichen Höchstgehalt von 128.000 Euro rechnen, wobei ihre Vergütung auf dieser Position nicht unter 88.000 Euro liegt. Ein ordentliches Gehalt für eine Berufsgruppe, die bis vor ein paar Jahren noch nicht existierte.

Und auf ESG-Manager wartet eine vielversprechende Zukunft. Den Hays-Experten zufolge nimmt die Bedeutung der Manager künftig – auch in einem digitalisierten Unternehmensumfeld – signifikant zu. Auf einer Skala von –5 (= verliert sehr an Bedeutung) bis +5 (= gewinnt sehr an Bedeutung) vergeben die befragten Personaler einen soliden Wert von 2,2.

Mit dem Bedeutungszuwachs dürften sich gleichzeitig die Gehaltsaussichten für ESG-Manager weiter verbessern, so die Einschätzung der Hays-Experten. Auf einer Skala von –5 (= Gehalt geht sehr stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an) vergeben sie einen Wert von 2,3. Damit könnten ESG-Manager künftig das stärkste Gehaltswachstum innerhalb der Finanzabteilung verzeichnen, schätzen Personaler.

Obwohl die Jobs bedeutsamer werden, schaffen Unternehmen nicht mehr Stellen. Auch Hays-Experten sehen keinen signifikanten Anstieg: Auf einer Skala –5 (= sehr viele Stellen fallen weg) bis +5 (= sehr viele Stellen werden geschaffen) vergeben sie lediglich einen Wert von 0,6. Perspektivisch wird die Anzahl der Stellen also nicht stark steigen.

2,2

Bedeutungszuwachs

0,6

Jobperspektive

2,3

Gehaltsaussichten

So viel verdienen ESG-Manager

Quelle: Hays

Corporate M&A

M&A-Experten: gutes Gehalt und starke Nerven

Der Job in der M&A-Abteilung eines Unternehmens ist abwechslungsreich und wartet mit Überraschungen auf. Wer damit zurechtkommt, dem winkt ein attraktiver Verdienst.

Wer für Übernahmen und Fusionen in Unternehmen verantwortlich ist, erlebte in den vergangenen Jahren eine Achterbahnfahrt. Lag der M&A-Markt mit Ausbruch von Corona 2020 zeitweise komplett am Boden, erholte er sich 2021 wieder rasant – um 2022 dann wieder etwas abzukühlen.

Unternehmen, die kaufen oder verkaufen wollen, haben es derzeit wahrlich nicht leicht. Der Ukraine-Krieg etwa führt je nach Branche zu einer Unsicherheit, die das M&A-Geschehen teils abwürgt. Hinzu kommen die steigenden Zinsen, die Akquisitionsfinanzierungen erschweren – gerade für Unternehmen mit schlechter Bonität. Unklar ist auch, wie sich die Unternehmensbewertungen entwickeln werden: Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage müssen immer mehr Unternehmen ihre Geschäftsprognosen zurücknehmen.

Aber auch unabhängig von diesen konkreten aktuellen Herausforderungen wird der Job in der M&A-Abteilung eines Unternehmens selten langweilig: Regelmäßig auf der Agenda steht es, Ziele zu sondieren, Preise einzuschätzen, Verhandlungen zu führen, die Due Diligence durchzuführen, Deals einzutüten und das neue Target in die eigene Unternehmensstruktur zu integrieren beziehungsweise den verkauften Teil sauber abzutrennen.

Entspannter als in der Investmentbank

Dass dabei durchaus auch etwas schiefgehen kann, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit: etwa wenn Verkaufsgespräche zu früh durchsickern, sich aktivistische Investoren einkaufen und den Preis in die Höhe treiben wollen oder Deals unerwartet rückabgewickelt werden müssen. Der M&A-Experte braucht neben seinem Fachwissen also auch starke Nerven und muss bereit sein, in der heißen Phase die ein oder andere Überstunde zu machen. Trotzdem: Im Vergleich zur Arbeit eines Investmentbankers oder M&A-Beraters geht es in der M&A-Abteilung eines Unternehmens in Summe entspannter und geregelter zu.

Nichtsdestotrotz warten auch auf die M&A- Spezialisten in Konzernen durchaus attraktive Gehälter. Berufseinsteiger können mit 56.000 bis 72.000 Euro rechnen. Ab drei Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt bereits auf bis zu 98.000 Euro und kratzt somit an der 100.000-Euro-Marke. Senior M&A-Experten mit sechs Jahren Berufserfahrung oder mehr verdienen schließlich zwischen 118.000 und 159.000 Euro. Und wer es bis zum Leiter M&A schafft, gehört mit bis zu 363.000 Euro Gehalt zu den Top-Verdienern unter den Führungskräften in der Finanzabteilung.

Und auch die weitere Entwicklung ist positiv: Hays-Experten zufolge wird sich das Gehalt der M&A-Experten in Konzernen in den kommenden Jahren gut entwickeln. Die Personalberater attestieren dieser Berufsgruppe einen Wert von 1,6 auf einer Skala von –5 (= Gehalt geht sehr stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an).

1,9

Bedeutungszuwachs

0,2

Jobperspektive

1,6

Gehaltsaussichten

So viel verdienen M&A-Experten in Unternehmen

Quelle: Hays

Steuerberater

Gutbezahlte Tax-Spezialisten im Konzern

Die Ausbildung zum Steuerberater ist herausfordernd. Die Arbeitsbedingungen in einer Kanzlei sind ebenfalls nicht ohne. Eine Alternative ist da die Steuerabteilung im Konzern.

Wer eine Karriere als Steuerberater anstrebt, kann entweder den Weg der klassischen Ausbildung zum Steuerfachangestellten und dann zum Steuerfachwirt gehen. Als Alternative ist auch ein Vollzeitstudium oder ein duales Studium möglich. Die Karrierewege können unterschiedlich ausgestaltet werden, eines haben die unterschiedlichen Laufbahnen jedoch gemeinsam: Um zum Steuerberater ernannt zu werden, ist eine bestandene Steuerberaterprüfung unabdingbar. Diese gilt durchaus als herausfordernd.

Wer die Hürde gemeistert hat, steht vor der nächsten Entscheidung: In der Kanzlei oder im Konzern arbeiten? In einer Kanzlei herrscht meist mehr Druck, die Arbeit ist stressiger, aber gleichzeitig auch abwechslungsreich. Gerade seit einigen Jahren sind Kanzleien besonders stark ausgelastet: War die Expertise der Steuerspezialisten zunächst infolge der Corona-Pandemie bei der Beantragung von steuerlichen Hilfsprogrammen sehr gefragt, stehen nun – neben den üblichen Tätigkeiten – Coronahilfen-Rückzahlungen und Grundsteuererklärungen auf der Agenda.

Von der Kanzlei in den Konzern

Eine Alternative kann die Steuerabteilung eines Konzerns sein, wo es oftmals etwas geregelter und entspannter zugeht. Gleichzeitig sind die Gehälter durchaus attraktiv. Wer gerade das Steuerberater-Examen bestanden hat, verdient in einem Unternehmen Hays-Experten zufolge zwischen 57.000 und 70.000 Euro im Jahr. Ab drei Jahren Berufserfahrung winken Gehälter zwischen 68.000 und 92.000 Euro – die Marke von 100.000 Euro ist also nicht mehr weit entfernt.

Mit über sechs Jahren Berufserfahrung ist ein sechsstelliger Verdienst möglich, so können Senior-Steuerberater in Konzernen bis zu 131.000 Euro verdienen. Richtig große Sprünge machen Steuerberater schließlich in einer leitenden Funktion, wo sich die Gehälter zwischen 124.000 und 228.000 Euro pro Jahr bewegen.

Und es bleibt positiv: Hays-Experten zufolge werden sich die Gehälter für Corporate-Steuerberater in den kommenden Jahren weiter erhöhen. So vergeben sie auf einer Skala von –5 (= Gehalt geht stark zurück) bis +5 (= Gehalt steigt stark an) einen guten Wert von 2,0.

Auch glauben die Personalspezialisten von Hays, dass der Beruf des Steuerberaters durch die Digitalisierung durchaus an Bedeutung gewinnen wird; für die Jobperspektiven vergeben sie daher ebenfalls einen Wert von 2,0. Ähnlich wie bei den Wirtschaftsprüfern gilt auch hier: So manche einfache und repetitive Tätigkeit wird von automatisierter Software übernommen werden, weshalb sich die Arbeit des Steuerberaters stärker Richtung Analyse und Bewertung entwickelt. Wer hier als Steuerexperte frühzeitig in das richtige Skill Set investiert, hat perspektivisch auch die besseren Gehaltsaussichten.

2,0

Bedeutungszuwachs

-0,4

Jobperspektive

2,0

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Steuerberater in Unternehmen 

Quelle: Hays

Wirtschaftsprüfer

Gefragte Prüfer mit hoher Verantwortung

Schon lange grassiert ein Fachkräftemangel in der Prüferbranche. Bilanzskandale setzen dem Beruf zusätzlich zu. Finanziell kann sich der Weg zum examinierten Prüfer aber durchaus lohnen.

Wirtschaftsprüfer haben es gerade nicht leicht. Nach dem Bilanzskandal bei dem Zahlungsdienstleister Wirecard im Jahr 2020 hat die Branche viel Kritik einstecken müssen. Noch immer stehen die Bilanzkontrolleure im Fokus der Öffentlichkeit und agieren deutlich vorsichtiger als bisher. Die Folge: Die Prüfer verweigern immer häufiger Testate oder lehnen Mandate gar ab, wie das Beispiel Adler Group zeigt.

Infolge des Wirecard-Skandals wurden die Wirtschaftsprüfer durch das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) zudem deutlicher an die Kandare genommen: Unter anderem wurde durch das Gesetz die Haftung bei Fehlern erheblich ausgeweitet. Das schürt bei den Berufsträgern Unsicherheit und macht den Job des Abschlussprüfers weniger attraktiv. Das ist bitter für den Berufsstand, so kämpft die Branche doch ohnehin schon seit Jahren mit einem Fachkräftemangel. Nicht nur das herausfordernde Examen schreckt so manchen Berufseinsteiger ab, auch kämpfen die Wirtschaftsprüfer immer noch mit dem Ruf des langweiligen Häkchenmachers. Doch gerade Letzteres könnte bald schon der Vergangenheit angehören: Denn der Beruf wird durch die fortschreitende Digitalisierung modernisiert und interessanter gemacht. Maschinen übernehmen etwa eintönige Routinetätigkeiten, wie den Abgleich von Excel-Tabellen. Gleichzeitig kann Software riesige Datenmengen auf Auffälligkeiten analysieren und diese den Prüfern melden – die Kontrolleure müssen diese dann richtig beurteilen und gegebenenfalls tiefer bohren, wenn sich der Verdacht auf Fehler erhärtet. Das eröffnet der Branche ganz neue Möglichkeiten im Hinblick auf Prüftiefe und Qualität der Abschlussprüfung.

Digitalisierung verändert Prüfer-Alltag

Hays-Experten zufolge gewinnt der Beruf des Wirtschaftsprüfers durch die Digitalisierung deutlich an Relevanz. Auf einer Skala von –5 (= verliert sehr an Bedeutung) und +5 (= gewinnt sehr an Bedeutung) vergeben die Personaler den Wert von 2,0. Doch das neue Jobprofil verändert auch die gefragten Skills: Erfahrungen mit spezialisierter Software werden immer wichtiger. Das kommt zu dem ohnehin beschwerlichen Wirtschaftsprüferexamen hinzu, für das viele Anwärter mehrere Anläufe bis zum Bestehen brauchen.

Doch wer den Weg geht, kann sich über ein gutes Gehalt freuen. Wer sein Wirtschaftsprüferexamen gerade frisch in der Tasche hat, verdient 52.000 bis 67.000 Euro im Jahr. Ab einer Berufserfahrung von drei bis fünf Jahren beträgt der Verdienst zwischen 63.000 und 86.000 Euro. Die Marke von 100.000 Euro können Berufsträger dann knacken, wenn sie länger als sechs Jahre im Job sind: Gehälter bis zu 130.000 Euro sind möglich. In neue Sphären stoßen schließlich leitende Wirtschaftsprüfer vor, die zwischen 118.000 und 242.000 Euro im Jahr verdienen können.

2,0

Bedeutungszuwachs

0,0

Jobperspektive

1,8

Gehaltsaussichten

So viel verdienen Wirtschaftsprüfer

Quelle: Hays

PDF-Version: FINANCE-Gehaltsreport 2023

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