Strategie & Effizienz
17.07.17

Nachspiel der Formel-1-Affäre

BayernLB zahlt wohl Millionen an Constantin Medien

Von Jakob Eich

Die BayernLB zahlt offenbar einen zweistelligen Millionenbetrag an die Filmfirma Constantin und die Kirch-Erben. Hintergrund ist der Verkauf der Formel 1 an den Private-Equity-Investor CVC aus dem Jahr 2005.

Die BayernLB hat sich mit Constantin Medien auf eine Millionenzahlung geeinigt. Hintergrund war ein Streit um den Verkauf der Formel 1.

BayernLB

Die BayernLB hat sich mit Constantin Medien auf eine Millionenzahlung geeinigt. Hintergrund war ein Streit um den Verkauf der Formel 1.

Die BayernLB zahlt mehrere Millionen Euro an die Filmfirma Constantin Medien und die Erben des verstorbenen Unternehmers Leo Kirch. Das Medienunternehmen hat die Einigung im jüngsten Geschäftsbericht verkündet.

Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Unternehmens-Insider berichtet, liegt die Zahlung im zweistelligen Millionenbereich. Ein Sprecher der Landesbank bestätigte der Zeitung zufolge die Einigung. Details wollen beide Seiten nicht nennen.

Verkaufte die BayernLB die Formel 1 zu billig?

Der Grund für den Streit ist der Verkauf der Formel 1 an den Private-Equity-Investor CVC. Die BayernLB hatte einen 62-Prozent-Anteil an der Rennserie nach der Pleite des Kirch-Imperiums als Pfand erhalten und diesen Anteil 2005 für 773 Millionen US-Dollar an CVC veräußert.

Constantin, ein Unternehmen aus dem Kirch-Imperium, und die Erben des Unternehmers hatten der bayerischen Landesbank vorgeworfen, die Beteiligung zu günstig losgeschlagen zu haben.

Jahre nach dem M&A-Deal war herausgekommen, dass der frühere Risikovorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, vom früheren Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bestochen worden war.

Gribkowsky waren insgesamt 44 Millionen US-Dollar zugeflossen. Der BayernLB-Manager wurde 2012 wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung für achteinhalb Jahre verurteilt. Gribkowsky hatte vorher ein Geständnis abgelegt.

Constantin forderte 171 Millionen Dollar von Bernie Ecclestone

Die Zahlung nahmen Constantin und die Kirch-Erben als Anlass, um gegen den aus ihrer Sicht zu niedrigen Verkaufspreis vorzugehen. Sie verfügten über einen Besserungsschein, der ihnen eine Beteiligung an dem Verkaufserlös bei einem Verkaufspreis von mehr als 1 Milliarde Euro versprach.

Constantin hatte zuvor bereits 171 Millionen US-Dollar direkt von Ex-Formel-1-Chef Ecclestone gefordert – vergeblich. Ein Londoner Gericht entschied, dass die Forderungen nur gegen die BayernLB direkt gerichtet werden könnten.

Die BayernLB hat stets bestritten, die Rennserie zu billig verkauft zu haben. Die Richter, die Gribkowsky verurteilt hatten, stellten nicht fest, ob es einen Zusammenhang zwischen der Bestechung und dem niedrigen Verkaufserlös beim Verkauf der Formel 1 gab.

jakob.eich[at]finance-magazin.de