Neura Robotics sammelt bis zu 1,4 Milliarden Dollar ein
Das Robotikunternehmen Neura Robotics aus dem schwäbischen Metzingen hat in einer Series-C-Runde bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar (etwa 1,2 Milliarden Euro) eingesammelt. Das gab Neura Robotics am vergangenen Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt. An der Runde beteiligten sich vor allem US-Konzerne wie Tether, Qualcomm, Amazon und Nvidia, hinzu kommen unter anderem Imec Xpand, Bosch, Schaeffler, die Europäische Investitionsbank, Lingotto Horizon und Interalpen Partners. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider berichtet, steigt Neura Robotics mit der Finanzierung bei einer Bewertung von 7 Milliarden Dollar zum Einhorn auf.
Mit dem Kapital will Neura den Aufbau seiner Physical-AI-Plattform vorantreiben. Im Zentrum steht das sogenannte Neuraverse – eine gemeinsame Plattform, auf der kognitive und humanoide Roboter lernen, zusammenarbeiten und in realen Umgebungen agieren sollen. Geplant sind laut dem Start-up unter anderem der Ausbau der Serienproduktion, der globale Rollout der Neura Gyms als Trainingsumgebungen für kognitive Roboter sowie die Entwicklung der nächsten Generation von Physical-AI-Systemen. Der Auftragsbestand des Unternehmens liegt nach eigenen Angaben bereits bei über 1 Milliarde US-Dollar.
Firmengründer David Reger sieht Neura durch die Finanzierung im globalen Robotikrennen auf Augenhöhe mit der Spitze aus den USA und China. Die Zukunft der KI werde sich nicht auf Bildschirme beschränken, sondern künftig in der realen Welt stattfinden. Entscheidend sei daher die Frage, was KI physisch leisten könne.
K+S begibt Wandelanleihe über 300 Millionen Euro
Der Dünger- und Salzkonzern K+S hat eine Wandelanleihe über rund 320 Millionen Euro begeben. Das sind rund 20 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Grund sei eine starke Investorennachfrage gewesen, hieß es. Die unbesicherte und nicht nachrangige Anleihe läuft bis 2031 und wird mit 0,625 Prozent pro Jahr verzinst.
Wandelbar ist der Bond in bis zu 17,91 Millionen Aktien von K+S, das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre ist ausgeschlossen. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 17,9279 Euro, das sei eine Prämie von 35 Prozent auf den Referenzaktienkurs. Angeboten wurde die Anleihe im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens ausschließlich institutionellen Investoren außerhalb der USA. Die Abwicklung ist für den 16. Juni 2026 vorgesehen, anschließend soll die Anleihe in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen werden.
Den Nettoerlös will K+S für die kürzlich angekündigte Übernahme des Salzgeschäfts von Qemetica sowie für allgemeine Geschäftszwecke verwenden und damit zugleich seine Finanzierungsstruktur optimieren.
Frische Millionen für Isar Aerospace
Beim Münchener Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace sind 270 Millionen Euro frisches Kapital von Investoren zusammengekommen. Die Mittel sind für die Weiterentwicklung der hauseigenen Spectrum-Rakete vorgesehen. An der Runde beteiligen sich unter anderem der US-Risikokapitalgeber Island Green Capital und das britische Haus Molten Ventures.
Vorrangig geht es dem Unternehmen darum, die geplante Serienfertigung von bis zu 40 Raketen jährlich vorzubereiten. Auf der Agenda steht außerdem ein zweiter Startplatz, der in Kanada entstehen soll. Transportieren soll die Spectrum-Rakete künftig bis zu einer Tonne Nutzlast – meist Satelliten – in erdnahe Umlaufbahnen.
Abgehoben ist die Rakete bislang nur ein einziges Mal, bei einem Testflug im Frühjahr 2025. Der zweite Start vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya hat sich mehrfach verschoben. Dennoch ist Isar Aerospace nach Angaben von Unternehmenschef Daniel Metzler ausgebucht.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Der Verpackungsanbieter Ifco hat seinen Term Loan B um 100 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro aufgestockt und zugleich die Zinsmarge um 50 Basispunkte auf 3 Prozent pro Jahr gesenkt. Das Darlehen läuft bis 2032. Nach Angaben von CFO Julian zu Putlitz verschafft die Aufstockung dem Unternehmen zusätzlichen Spielraum für Investitionen in Wachstum. So will Ifco etwa in die Kundengewinnung in Europa und Nordamerika sowie in die Expansion in Südamerika und Asien investieren.
Der Automobilzulieferer Mahle hat seine bis 2032 laufende Anleihe um 200 Millionen Euro aufgestockt. Die neuen Schuldverschreibungen werden zu denselben Konditionen wie die im Juni 2025 begebenen 7,125-Prozent-Papiere ausgegeben, der Emissionspreis liegt bei 104,5 Prozent des Nennbetrags. Zugleich bietet Mahle den Inhabern ihrer bis 2028 laufenden Anleihe einen teilweisen Rückkauf von bis zu 250 Millionen Euro zu 98,8 Prozent des Nennbetrags an. Das Angebot soll voraussichtlich am 18. Juni 2026 enden.
Die RAG-Stiftung, größter Aktionär des Spezialchemiekonzerns Evonik, plant eine neue Umtauschanleihe über rund 375 Millionen Euro. Die nicht nachrangigen und unbesicherten Schuldverschreibungen laufen bis Dezember 2031 und sollen in bestehende Evonik-Stammaktien umtauschbar sein. Angeboten werden sie institutionellen Investoren außerhalb der USA im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens. Die Stiftung hält derzeit rund 44 Prozent der Evonik-Anteile. Bereits jetzt stehen drei Umtauschanleihen auf Evonik-Papiere über zusammen 1,4 Milliarden Euro aus – eine davon über 400 Millionen Euro läuft kommende Woche aus.
Das Rohstoffhandelsunternehmen HMS Bergbau plant eine Unternehmensanleihe in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro. Der Bond soll bis 2031 laufen und ist mit einem Kupon von 8 Prozent ausgestattet, zahlbar halbjährlich. Begeben werden soll die Anleihe in einer Preisspanne von 98 bis 100 Prozent, den endgültigen Preis will HMS am 17. Juni 2026 festlegen.
Den Erlös will der Konzern für die allgemeine Unternehmensfinanzierung und vor allem für Wachstumschancen im Rohstoffhandel nutzen. Unter anderem sollen die Nettoemissionserlöse der Finanzierung zur Volumensteigerung in den Bereichen Flüssigbrennstoffe und Schmierstoffe dienen, insbesondere in den Wachstumsmärkten China, Indien und der Asean-Region. Darüber hinaus sollen die Erlöse für die Produktionsvorfinanzierung zur Sicherung langfristiger Handelsvolumina im Bereich Kohle und Chromerz verwendet werden.
Rating-Meldungen
S&P hat Tele Columbus von „CCC+“ auf „CCC“ herabgestuft. Der Ausblick bleibt negativ.
S&P hat Phoenix Pharma von „BB+“ auf „BBB-“ heraufgestuft. Der Ausblick wurde von positiv auf stabil geändert.
Moody’s hat das „Aa3“-Rating von Siemens bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Moody’s hat das „Baa1“-Rating von Gea bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
