Die LBBW erzielte zum dritten Mal in Folge einen Milliardengewinn. Sie meldete am Mittwochmorgen ein Ergebnis vor Steuern von knapp 1,3 Milliarden Euro, 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu trug ganz wesentlich das Firmenkundengeschäft bei: Dort stieg der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 704 Millionen Euro. Als Gründe dafür nannten CEO Rainer Neske und CFO Stefanie Münz den Bereich Corporate Finance sowie das Einlagen- und Leasinggeschäft mit Unternehmen.
Die Risikovorsorge im Firmenkundengeschäft blieb 2025 mit 79 Millionen Euro weit hinter dem Vorjahr zurück. Damals lag der Betrag noch bei 201 Millionen Euro. Bankchef Neske führte dies unter anderem darauf zurück, dass die Bank 2025 mit weniger schwierigen Finanzierungsfällen konfrontiert war als im Jahr zuvor. Sowohl Zuführungen als auch Auflösungen bei der Risikovorsorge hätten das Jahr geprägt.
LBBW reduzierte Automotive-Exposure
Außerdem habe sich über die vergangenen Jahre der Anteil des Automobilsektors am Finanzierungsvolumen der LBBW verringert, berichtete CFO Münz. 2025 machte die Branche nur mehr 9 Prozent des ausgereichten Gesamtvolumens aus. Insgesamt hatte die LBBW Ende 2025 Unternehmenskredite in Höhe von 109 Milliarden Euro ausgegeben.
Einen Ausblick auf das laufende Jahr wagte Neske nicht: „Die Risikovorsorge ist enorm schwer vorherzusehen“, sagte der Bankchef. Er erwartete aber eine erhöhte Inflation und höhere Zinsen aufgrund des Iran-Krieges, das werde die Unternehmen weiter belasten.
Die Erträge im Firmenkundengeschäft der LBBW legten um knapp 11 Prozent zu auf 1,57 Milliarden Euro. Der Großteil davon ging auf das Zinsergebnis von 1,27 Milliarden Euro zurück. Das Provisionsergebnis legte leicht zu auf 230 Millionen Euro. Insgesamt trug das Firmenkundengeschäft 37 Prozent zu den Gesamterträgen der Bank bei. Diese beliefen sich auf 4,25 Milliarden Euro, rund 6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.
