Alles anders: Das plant das Ex-Andersch-Liebthal-Team

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Eduard Wiens (v.l.n.r.), Florian Hoffmann, Henning Syllwasschy, Steffen Puhlmann und Marius Banholzer bilden das Managementteam von dem neu gegründeten operativen Investor Resvion. Foto: Resvion
Eduard Wiens (v.l.n.r.), Florian Hoffmann, Henning Syllwasschy, Steffen Puhlmann und Marius Banholzer bilden das Managementteam von dem neu gegründeten operativen Investor Resvion. Foto: Resvion

Trotz der herausfordernden Zeit hat sich im Private-Equity-Markt ein neuer Player formiert. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass ein vierköpfiges Team die Sanierungseinheit Andersch Liebthal verlassen hat. FINANCE hat exklusiv darüber berichtet. Ebenjenes Team, bestehend aus Marius Banholzer, Steffen Puhlmann, Henning Syllwasschy und Eduard Wiens, hat nun mit dem Investment Professional Florian Hoffmann gemeinsam eine neue Beteiligungsgesellschaft gegründet.

Das plant die neue Beteiligungsgesellschaft Resvion

Die Beteiligungsgesellschaft mit dem Namen Resvion versteht sich als operativer Investor. Im Fokus des fünfköpfigen Managementteams stehen Unternehmen mit einem Umsatz von 50 bis 500 Millionen Euro. Der Branchenfokus liegt auf dem breiten deutschen Mittelstand, dem klassischen produzierenden Gewerbe, Dienstleistungssektor und Handel. Banken, Versicherer und Immobilienentwickler schließt Resvion aus.

Zum Zeitpunkt der Ausgründung sagt Marius Banholzer: „Wir sehen derzeit äußerst attraktive Opportunitäten im deutschen Mittelstand. Agieren wollen wir dabei nicht nur wie ein reiner Finanzinvestor, sondern vielmehr wie ein operativer Investor. Wir verstehen uns als Mitgestalter des Wandels und packen die Dinge aktiv an.“

Auch wenn der deutsche Mittelstand im Hinblick auf Nachfolgelösungen und Transformationsdruck auf strategische Partner angewiesen ist, ist der deutsche Private-Equity-Markt immer noch von Unsicherheiten geprägt, insbesondere hinsichtlich der Exits, die derzeit wesentlich schwieriger zu gestalten sind als noch vor wenigen Jahren.

Resvion hat bereits erstes Mandat

Als Mehrheitsbeteiligte will das Managementteam in Unternehmen einsteigen, die vor einem Turnaround stehen, und die Transformation operativ und finanziell begleiten. Wie hoch die Equity Tickets künftig sein sollen, verrät Resvion auf Nachfrage von FINANCE nicht. Der Investor lässt sich aber dem Small-Cap-Segment zuordnen. Interessant: Resvion ist an einer zügigen Transformation interessiert. Bereits nach zwei bis drei Jahren planen die Restrukturierungsexperten in der Regel einen Exit.

Ein Grund für die durchaus rasch entwickelte neue Einheit ist ein erstes Mandat. Ihre erste Transaktion im Mobilitätsbereich wurde auf Deal-by-Deal-Basis umgesetzt. Zukünftig sollen Investitionen aus einem Fonds gestemmt werden, den Resvion derzeit aufsetzt. Weitere Details zu dem Vehikel gab der Investor auf FINANCE-Nachfrage jedoch nicht Preis.

Gemeinsame FTI-Andersch-Vergangenheit

Die fünf Gründungsgesellschafter von Resvion kennen sich seit über 20 Jahren aus einer gemeinsamen Zeit bei der Beratungsgesellschaft FTI-Andersch.

Banholzer und Wiens bringen zudem unter anderem CRO-Erfahrung mit, Florian Hoffmann war zuletzt als Investment Professional bei dem Mid-Cap-Private-Equity-Investor Hillpoint Partners tätig. Die langjährige Restrukturierungs– und Transformationserfahrung teilen sich die Resvion-Gesellschafter.

In Abstimmung mit dem kommenden Fundraising und der angestrebten Deal-Pipeline will das Team durch das „hervorragende“ Netzwerk zeitnah schnell wachsen, so Banholzer. Eine Zielgröße gab er nicht an.

Mögliche Zusammenarbeit mit Andersch Liebthal?

Anders als Tammo Andersch vor wenigen Tagen gegenüber FINANCE verlautet, handelt es sich bei Resvion um eine eigenständige Einheit, die sich auf das klassische Beteiligungsgeschäft fokussiert. In Abgrenzung zum Geschäftsmodell von Andersch Liebthal, die den diskreten Ansatz des Restrukturierungsgesellschafters verfolgt. „Beide Seiten behalten sich vor, gemeinsam an einem Mandat zu arbeiten, sollte sich die Möglichkeit dazu bieten. Dabei geht es um eine fallbasierte Zusammenarbeit. Resvion ist eine gänzlich neue Einheit mit eigenem Ansatz“, betont Banholzer.

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.