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Russisches Gericht fordert Hunderte Millionen von Deutsche Bank

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Die Deutsche Bank wurde in Russland von einem russischen Gericht zu einer Schadenersatzforderung in Millionenhöhe verurteilt. Foto: jcg_oida - stock.adobe.com
Die Deutsche Bank wurde in Russland von einem russischen Gericht zu einer Schadenersatzforderung in Millionenhöhe verurteilt. Foto: jcg_oida - stock.adobe.com

Die Deutsche Bank wurde in Russland von einem russischen Gericht zu einer Schadenersatzforderung in Millionenhöhe verurteilt. Das Gericht hat am gestrigen Dienstag entschieden, dass die Deutsche Bank einen Schadensersatz in Höhe von 239 Millionen Euro an den russischen Gaskonzern Gazprom zahlen müsse.

Deutsche Bank: Urteil bisher nicht rechtskräftig

Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Die Deutsche Bank bestätigte das Urteil auf FINANCE-Nachfrage. Das Gerichtsurteil sei zwar gefällt worden, es sei bislang jedoch weder rechtskräftig noch vollstreckbar, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. „Sobald wir die vollständige Gerichtsentscheidung erhalten haben, werden wir sie analysieren und über weitere Schritte entscheiden“, heißt es seitens der Deutschen Bank weiter.  

Vor rund einer Woche hatte Russland bereits Vermögen der Deutschen Bank und Commerzbank aufgrund einer Klage eingefroren. Die Schadenersatzforderung kommt von der Gazprom-Tochtergesellschaft RusChemAllianz. Die Deutsche Bank war gemeinsam mit anderen Banken an der Finanzierung eines LNG-Terminals an der Ostsee beteiligt. Aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde der Bau des Terminals, das von dem Industrieunternehmen Linde in Auftrag gegeben wurde, gestoppt. Dabei stellten auch deutsche Banken ihre Garantien in dem Projekt ein.

Deutsche Bank stellt Russland-Neugeschäft ein

Nun fordert der Gasriese einen Schadenersatz von 238 Millionen Euro. Die Deutsche Bank sehe sich durch eine Entschädigungsvereinbarung mit einem Kunden jedoch vollständig abgesichert, heißt es seitens des Geldhauses. Bereits im Jahresbericht 2023 gab die Deutsche Bank bekannt, dass das Institut für eine mögliche Zahlung eine Rückstellung in Höhe von 260 Millionen Euro vorgenommen hat.

Mittlerweile hat die Deutsche Bank ihr Neugeschäft in Bezug auf Russland eingestellt. „Wir helfen unseren Kunden weiterhin, ihr Russland-Exposure zu reduzieren, in voller Übereinstimmung mit den Sanktionsvorschriften“, teilte die Bank mit.  

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.