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15.01.18
Deals

Modehaus C&A offenbar vor Verkauf an chinesische Investoren

Das Modehaus C&A steht offenbar kurz vor einem Verkauf an chinesische Investoren. Die Eigentümerholding Cofra äußerte sich zwar nicht direkt zum Verkauf, bestätigte aber den stärkeren Fokus auf China.

Die Textilkette C&A soll kurz vor dem Verkauf stehen. Die Kaufinteressenten für das 1841 gegründete Unternehmen sollen dabei aus China kommen, berichtet das Magazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf Insiderinformationen. Demnach sei der M&A-Deal bereits weit vorangeschritten und stehe kurz vor dem Abschluss.

C&A selbst wollte die Sachlage auf eine FINANCE-Anfrage nicht kommentieren. Dagegen bestätigte die Schweizer Cofra-Holding, dass China stärker in den Blick rücke. Cofra ist die Mutter des Modehauses, in der sämtliche Anteile der Eigentümerfamilie Brenninkmeijer gebündelt sind. „Der andauernde Umbau von C&A beinhaltet auch das Ausloten verschiedener Wege, um in Wachstumsmärkten wie China und im Digitalen Fahrt aufzunehmen“, teilte Cofra mit. Dies könne „potentiell auch Partnerschaften und andere Arten von zusätzlichen, externen Beteiligungen beinhalten“.

Ob tatsächlich ein Verkauf des Modehauses ansteht, lässt die Mitteilung von Cofra offen. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass die als verschwiegen geltende Eigentümerfamilie Brenninkmeijer willens ist, zumindest einige Anteile ihres Unternehmens abzugeben. Cofra kommentiert weiter: „Daher hat jede C&A-Region Möglichkeiten der Expansion mit einer Reihe von Parteien sondiert und wird das auch weiterhin, im Rahmen der Transformationsstrategie, tun."

C&A steht unter wirtschaftlichem Druck

Das Traditionsunternehmen sieht sich aufgrund der zunehmenden Konkurrenz am Modemarkt mit steigendem wirtschaftlichen Druck konfrontiert. Modehäuser wie Primark und H&M sowie die Konkurrenz durch Online-Anbieter haben C&A einen Abwärtstrend beschert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 setzte das Düsseldorfer Unternehmen mit 35.000 Mitarbeitern 2,6 Milliarden Euro um. 2015 konnte C&A laut der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ noch 2,8 Milliarden Euro erwirtschaften. Als Reaktion auf diese Entwicklung und im Zuge der strategischen Neuausrichtung hatte das Modehaus im vergangenen Jahr überraschend seinen CEO ausgetauscht. Alain Caparros war von der Lebensmittelkette Rewe zu C&A gewechselt und folgte dort auf Philippe Brenninkmeijer.

Cofra schreibt in einem Statement, C&A blicke auf „eine herausragende Geschäftsleistung in 2017 zurück“ und wolle durch Expansion weiter wachsen. In diesem Rahmen würden auch Wege geprüft, Wachstumsmärkte wie China stärker zu besetzen.

Doch trotz des wirtschaftlichen Drucks der Modekette kann sich das Vermögen der C&A-Eigentümerfamilie Brenninkmeijer sehen lassen. Schätzungen zufolge soll sich dies zwischen 20 und 25 Milliarden Euro bewegen. Damit zählt sie zu den reichsten Familien der Welt. 

andreas.mehring[at]finance-magazin.de