Rena hat mit dem PE-Investor Capvis einen neuen Eigentümer gefunden.

Rena

05.02.15
Deals

PE-Investor Capvis kauft insolvente Rena

Der PE-Investor Capvis übernimmt den insolventen Maschinenbauer. Die Anleihegläubiger konnten sich mit ihrem Sanierungsplan am Ende nicht durchsetzen – und sind zum Teil bitter enttäuscht.

Der Maschinenbauer Rena hat mit dem PE-Investor Capvis einen neuen Eigentümer gefunden. Wie das insolvente Unternehmen aus Gütenbach mitteilte, wird der Schweizer Finanzinvestor alle betriebsnotwendigen Vermögenswerte, bestehende Aufträge und zudem auch alle Mitarbeiter von Rena übernehmen. Der Deal soll in den nächsten Wochen vollzogen werden und muss noch von den Wettbewerbsbehörden abgesegnet werden.

Mit dem Zuschlag für Capvis endet für Rena ein monatelanger Investorenprozess. Seit Oktober vergangenen Jahres hatten sich zwei mögliche Wege zur Rettung des Unternehmens herauskristallisiert: Neben dem Verkauf an einen Investor hatten Management und Sachwalter auch eine Fortführung im Rahmen des Insolvenzplans geprüft, den die Anleihegläubiger vorgelegt hatten. Dieser sei zwar auf „viel Interesse gestoßen“, habe sich aber dennoch am Ende nicht durchsetzen können, teilte Rena mit.

Eine große Mehrheit der Anleihegläubiger hatte sich noch vor wenigen Tagen für eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzplans ausgesprochen, damit aber kein Gehör bei Eigenverwaltung, Sachwaltung und dem Gläubigerausschuss gefunden.

Rena-Insolvenz war eine der größten Pleiten am Minibond-Markt

Rena war im März vergangenen Jahres pleite gegangen, nachdem Gespräche mit den Finanzierungspartnern gescheitert waren. Man habe sich nicht über Mithaftungsfragen für die Verbindlichkeiten der kurz zuvor ebenfalls insolvent gewordenen Tochtergesellschaft SH+E einigen können, hieß es damals zur Begründung. Im Juni hatte das Amtsgericht Villingen-Schwenningen dann ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet.

Die Insolvenz von Rena markierte den insgesamt 15. Ausfall eines Minibond-Emittenten. Das Unternehmen hat zwei Mittelstandsanleihen im Gesamtvolumen von 115 Millionen Euro begeben, die aktuell bei 12 und 13 Prozent notieren. Damit war die Rena-Pleite einer der größten Ausfälle am Markt für Mittelstandsanleihen, wo sich die Anzahl der Ausfälle inzwischen auf über 20 erhöht hat.

Zwischenzeitlich hatten die institutionellen Anleihegläubiger zur Rettung des Unternehmens auch die Begebung einer weiteren Anleihe erwogen, diesen Plan aber wieder verworfen.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

Alle Hintergründe zur Insolvenz des Unternehmens finden Sie auf unserer Themenseite zu Rena.