Das Private-Equity-Haus Oakley Capital hat frisches Geld eingesammelt. Der britische Investor hat seinen zweiten Fonds Origin II bei 750 Millionen Euro geschlossen. Das Kapital ist für Unternehmen aus dem unteren Mid-Market-Segment gedacht.
Damit übertrifft der neue Fonds seinen Vorgänger Origin I, der 2021 geschlossen wurde und 458 Millionen Euro schwer ist, um rund 65 Prozent, wie Oakley mitteilte. Die Nachfrage nach dem zweiten Mid-Cap-Fonds seitens institutioneller Investoren sei sehr hoch gewesen. Darunter sind dem PE-Investor zufolge 18 neue Limited Partners aus Europa, den USA und Asien vertreten. Wie hoch der Anteil neuer und bestehender Investoren ist, gab Oakley auf FINANCE-Nachfrage nicht bekannt.
Das Fundraising hat Oakley nach eigener Aussage innerhalb von vier Monaten abgeschlossen. Ob es eine sogenannte Pre-Marketing-Phase gab und wie lange diese war, wollte Oakley auf Nachfrage von FINANCE ebenfalls nicht bekanntgeben.
Oakley ist auf mittelgroße Unternehmen fokussiert
Die Fonds-Generation Origin von Oakley richtet sich an kleinere und mittlere Unternehmen aus dem Mid-Market-Sektor. Der Fonds Origin II soll dem Investor zufolge die gleiche Strategie wie sein Vorgänger Origin I fahren und in technologieorientierte Unternehmen mit einem Unternehmenswert von bis zu 200 Millionen Euro investieren. Origin II wird sowohl Mehrheits- als Minderheitsbeteiligungen an europäischen Unternehmen erwerben und in der Regel bis zu 75 Millionen Euro investieren, wie Oakley auf FINANCE-Nachfrage erklärte. Im Fokus hat Oakley dabei die Branchen Technologie, Business Services, Digital Consumer und Bildung.
Bereits der Vorgängerfonds hatte vorzugsweise in diese Sektoren investiert. Zu den Investments aus dem ersten Origin-Fonds gehören unter anderem die Übernahme des spanischen Softwareentwicklers Seedtag sowie die Beteiligung an Ecommerce One, ein Anbieter von SaaS-Lösungen in der DACH-Region. Im vergangenen Jahr hat sich Oakley frühzeitig von einem Anteil an Seedtag getrennt und dabei nach eigener Aussage eine implizite Rendite von 3,5x erzielt. Weitere deutsche Beteiligung des ersten Origin-Fonds sind Gymondo und Vice Golf. Damit kommt Stand heute die Hälfte der Portfoliounternehmen aus Deutschland. Ein Investment aus dem neuen Fonds hat Oakley noch nicht getätigt, die Deal-Pipeline sei aber „sehr stark“.
Laut Oakley hat das Private-Equity-Haus seit der Auflegung der Origin-Strategie über alle bisherigen Fonds hinweg mit Investitionen in kleine und mittlere Unternehmen aus dem Mittelstand das eingesetzte Kapital versiebenfacht und eine jährliche Rendite (Internal Rate of Return, IRR) von 96 Prozent erzielt.
Oakley schloss Buy-out-Fonds bei 2,85 Milliarden Euro
Für Oakley war das Closing des Origin II nicht der erste in diesem Jahr. Anfang des Jahres schloss der Investor das Fundraising für den Flagship-Fonds V ab, der ein Volumen von 2,85 Milliarden Euro umfasst. Darüber hinaus haben die Briten einen Continuation-Fonds von 1,1 Milliarden Euro für die deutsche Universitätsgruppe IU geraised. Eigenen Angaben zufolge hat Oakley so in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 4,8 Milliarden Euro erworben, über 2 Milliarden Euro investiert und 1,3 Milliarden Euro realisiert.
Das Fundraising-Umfeld ist aktuell herausfordernd, da institutionelle Investoren Kapitalzusagen für Private Equity deutlich strenger als noch vor einem Jahr evaluieren. Weil außerdem viele Private-Equity-Investoren bereits in den vergangenen Monaten neue Fonds aufgelegt haben, ist es an der Fundraising-Front aktuell eher ruhiger. Einzelne Closings gibt es aber: So gelang es etwa dem Growth-Investor Verdane seinen neuesten Fonds Mitte September bei 1,1 Milliarden Euro zu schließen.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
