Die Gehälter im Controlling variieren immer noch stark.

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27.07.20
Finanzabteilung

So viel verdienen Controller 2020

Nicht nur in wirtschaftlichen Krisenzeiten ist die Arbeit des Controllers stark gefragt – auch sonst kommt kaum ein größeres Unternehmen ohne eigene Controlling-Abteilung aus. Controller, die auf bessere Gehaltsaussichten hoffen, dürfen sich aber nicht ins gemachte Bett legen.

In Zeiten der Coronavirus-Krise sind nicht nur Treasurer heiß gefragt: Auch Controller gehören zu denjenigen Mitarbeitern in der Finanzabteilung, die derzeit besonders begehrt sind. Sie sammeln Kennzahlen, planen, budgetieren die Finanzmittel und liefern dem Management um den CFO so die wichtigsten Daten für ihre Entscheidungen.

Die Spannbreite für das Gehalt des Controllers ist groß: Zwischen 48.000 und 125.000 Euro sind je nach Berufserfahrung und Position möglich, zeigen Daten des FINANCE-Gehaltsreports.

Beteiligungscontroller verdienen am meisten

Die Gehälter im Controlling lassen sich aber nur schwerlich verallgemeinern, denn je nach Spezialisierung, Unternehmensgröße und Berufserfahrung des Controllers unterscheidet sich die Höhe des Gehalts deutlich. Eher am unteren Ende der Spanne findet sich der Werks-/Produktionscontroller mit einem Jahresgehalt von 60.000 Euro wieder, mit einigen Jahren Berufserfahrung sind aber auch bis zu 112.000 Euro möglich. Financial Controller sowie Beteiligungscontroller verdienen im Minimum rund 65.000 Euro, teilweise kommen sie aber auch auf über 112.000 Euro.

Das höchste Einstiegsgehalt hat der Risiko-Controller: Er startet seine berufliche Karriere im Schnitt mit einem Gehalt von fast 70.000 Euro. Dafür sind seine Gehaltsaussichten etwas schlechter: Laut Daten des FINANCE-Gehaltsreports liegt das Maximalgehalt eines Risiko-Controllers bei rund 106.000 Euro. Bessere Aussichten haben die Kollegen aus dem Financial Controlling und Beteiligungscontrolling: Sie verdienen in der Spitze bis zu 125.000 beziehungsweise 140.000 Euro. Spezialisierung im Controlling zahlt sich also aus.

Coronakrise: Controller müssen aktiv werden

An diesen Gehältern dürfte sich in nächster Zeit erst einmal nichts ändern, denn die Folgen der Coronakrise auf die Verdienstmöglichkeiten machen sich erst nachgelagert bemerkbar. Die Krise hat aber bereits jetzt Auswirkungen auf das Aufgabenportfolio von Controllern: Corona-bedingt sind zahlreiche Controller nur noch für die Ausgabensteuerung zuständig, wie FINANCE-Blogger Niels Dechow in seinem Blog „Controlling 2025“ diagnostiziert. Sein Vorschlag: Controller sollten jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern die aktuelle Krisensituation nutzen, um sich bei unternehmerischen und strategischen Fragen stärker einzubringen.

Dem stimmt auch Gehaltsexperte Nils Rauschen von der Personalberatung Michael Page zu: „Finanzer – darunter auch die Controller – müssen jetzt in der Krise kreativ werden: Sie müssen sich fragen, wie Kosten eingespart werden können, wo neue und bessere Absatzwege liegen oder welche prozessrelevanten Tools die Arbeit in der Finanzabteilung erleichtern.“ Gerade jetzt hätten auch Finanzer bedingt durch die Arbeit von zuhause aus mehr Zeit, um neue Projekte anzustoßen.

Controller sollten sich jetzt weiterbilden

Dieses Engagement zahlt sich früher oder später aus: Denn Controller, die in der Krise flexibel agieren – und nach der Krise nicht wieder in alte Muster verfallen – werden langfristig die höheren Gehälter erhalten, schätzen Gehaltsexperten. Und noch ein weiterer Faktor kann Controllern künftig höhere Gehälter bescheren: „Controller, die gerade etwas mehr Zeit haben, sollten die aktuelle Lage für Weiterbildungen nutzen, zum Beispiel im Bereich Big Data“, rät Erich Schwinghammer von der Personalberatung Hays. Webinare seien etwa eine gute Möglichkeit, sich aktuell fortzubilden.

Wer nicht mehr Zeit zur Verfügung habe, sollte zumindest darauf achten, dass er für das eigene Unternehmen jederzeit einen erkennbaren Mehrwert generiert – und dafür Schwinghammer zufolge auch mal die Extrameile geht. „Wer das tut, hat auch an dem Erfolg des Unternehmens teil, wenn die Krise vorbei ist.“

Ein Beispiel für diese Extrameile: „In einem Unternehmen haben sich Controller und Buchhalter zusammengetan, und eine Zeiterfassungs-App entwickelt, die den Arbeitsalltag in der Firma deutlich erleichtert“, berichtet Schwinghammer. Das heißt: Controller, die jetzt über den Tellerrand ihres eigenen Aufgabenportfolios blicken, können sich im Unternehmen profilieren – und profitierten letztlich langfristig davon.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Im FINANCE-Gehaltsreport 2019 hat FINANCE die Gehaltsdaten für die wichtigsten Berufe in deutschen Finanzabteilungen zusammengetragen und analysiert. Sie beruhen auf den Einschätzungen von Personaldienstleistern, Vergütungsspezialisten sowie Headhuntern. Mehr über die Gehälter von Treasurern, Controllern, Buchhaltern, CFOs & Co. finden Sie hier zum Download.