Norma startet Aktienrückkauf über 208 Millionen Euro
Die Norma Group setzt die angekündigte Kapitalrückführung an die Aktionäre fort. Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer mit Sitz in Maintal startet am 17. August ein zweites öffentliches Aktienrückkaufangebot außerhalb der Börse. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Insgesamt will Norma bis zu rund 9,3 Millionen Aktien zurückkaufen, das Volumen liegt bei rund 208 Millionen Euro.
Der Angebotspreis beträgt 22,35 Euro je Aktie. Damit bietet Norma eine Prämie von 25,47 Prozent auf den durchschnittlichen Xetra-Schlusskurs der vergangenen drei Monate. Die Annahmefrist läuft vom 17. August bis zum 15. September 2026.
Mit dem neuen Angebot setzt der Konzern den zweiten Schritt der Kapitalrückführung um. Bereits im Frühjahr hatte das Unternehmen ein erstes öffentliches Aktienrückkaufangebot über rund 52,8 Millionen Euro abgeschlossen. Insgesamt sollen über beide Rückkäufe bis zu 260 Millionen Euro an die Aktionäre zurückfließen. Hintergrund sind Mittelzuflüsse aus dem Verkauf des früheren Wassermanagementgeschäfts.
Bilfinger sammelt 450 Millionen Euro am Schuldscheinmarkt ein
Bilfinger ist mit einem Schuldscheindarlehen auf deutlich mehr Nachfrage gestoßen als geplant. Der Mannheimer Industriedienstleister platzierte insgesamt 450 Millionen Euro am Kapitalmarkt. Ursprünglich hatte Bilfinger ein Volumen von 150 Millionen Euro angestrebt, wegen des hohen Investoreninteresses wurde die Transaktion jedoch deutlich aufgestockt.
Nach Unternehmensangaben beteiligten sich mehr als 60 nationale und internationale institutionelle Investoren. Das Orderbuch wurde wegen der starken Nachfrage vorzeitig geschlossen. Die Schuldscheindarlehen laufen zwischen drei und sieben Jahren und wurden sowohl fest als auch variabel verzinst platziert.
Die Auszahlung erfolgt in zwei Schritten: 300 Millionen Euro flossen bereits im Juli, weitere 150 Millionen Euro sollen im Dezember folgen. Das frische Kapital will Bilfinger in Übernahmen und die weitere Umsetzung der Unternehmensstrategie stecken.
Begleitet wurde die Transaktion von Helaba, Raiffeisen Bank International und Unicredit.
Thyssengas erhält 130 Millionen Euro für Netzumbau
Thyssengas rüstet sich finanziell für den Umbau seiner Infrastruktur. Die KfW Ipex-Bank stellt dem Gasfernleitungsnetzbetreiber 130 Millionen Euro bereit. Die Mittel fließen über eine revolvierende Kreditfazilität und sollen Investitionen in Versorgungssicherheit sowie den schrittweisen Umbau des Netzes für Wasserstoff unterstützen.
Thyssengas betreibt ein rund 4.400 Kilometer langes Ferngasnetz und versorgt damit unter anderem Stadtwerke, Industrieanlagen und Kraftwerke. Das Netz liegt vor allem in Nordrhein-Westfalen und teilweise in Niedersachsen.
Thyssengas geht historisch auf den früheren Thyssen-Konzern zurück, ist heute aber vollständig im Besitz der Investmentbank Macquarie, die das Unternehmen über den „Macquarie Super Core Infrastructure Fund“ hält.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Cicor hat die Finanzierung frühzeitig neu geordnet und unbesicherte Kreditfazilitäten über 425 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet rund 452 Millionen Euro, abgeschlossen. Das teilte der Schweizer Elektronikfertiger mit. Die neue Finanzierung ersetzt bestehende Kreditlinien, die im Herbst 2027 fällig geworden wären. Das Paket umfasst unter anderem einen revolvierenden Mehrwährungs-Kreditrahmen, einen Terminkredit und einen Akquisitionskredit. Mit der Refinanzierung will Cicor die Finanzierung für die nächste Wachstumsphase absichern. Strukturiert wurde die Finanzierung von Commerzbank und LBBW.
Axpo hat eine Anleihe über 100 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet rund 106 Millionen Euro, am Schweizer Kapitalmarkt platziert. Das teilte der Schweizer Energiekonzern mit. Die Anleihe läuft über acht Jahre und ist mit einem Kupon von 1,29 Prozent ausgestattet. Den Emissionserlös will Axpo für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden, darunter für die Modernisierung bestehender und den Bau neuer Anlagen.
Mobimo hat am Schweizer Kapitalmarkt einen Green Bond über 100 Millionen Schweizer Franken platziert, umgerechnet rund 107 Millionen Euro. Das hat das Immobilienunternehmen bekanntgegeben. Die festverzinsliche Anleihe läuft bis November 2029 und hat einen jährlichen Kupon von 0,995 Prozent. Den Erlös will Mobimo für nachhaltige Projekte nach dem Green Financing Framework 2025 einsetzen. Die Anleihe soll an der Six Swiss Exchange gehandelt werden; Basler Kantonalbank, Luzerner Kantonalbank und UBS begleiteten die Transaktion als Joint Lead Managers.
Das Münchener Tax-Tech-Start-up Skalar hat in einer kombinierten Pre-Seed- und Seed-Runde 12 Millionen Euro eingesammelt. Das teilte das Unternehmen mit. Skalar baut eine KI-gestützte Steuerkanzlei auf, in der wiederkehrende Aufgaben in der Buchhaltung, der Lohnabrechnung und der Steuerberatung automatisiert werden sollen. Angeführt wurde die Runde vom Venture-Capital-Investor Headline. Außerdem beteiligten sich unter anderem Futurepresent, QED Investors, Repeat, MS&AD und Foreword. Die Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing hat Futurepresent bei der Finanzierungsrunde beraten.
Rating-Meldungen
Fitch hat den Ausblick für Fresenius von stabil auf positiv angehoben. Das Rating bleibt bei „BBB-“.
Moody’s hat den Ausblick für JAB von negativ auf stabil angehoben. Das langfristige Rating bleibt bei „Baa1“.
Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.
