Industrieunternehmen verfügen oft über ein ungenutztes Asset, das mit Fortschreiten der Energiewende sehr wertvoll geworden ist: Ihr Netzanschluss ist häufig historisch bedingt größer dimensioniert, als es der tatsächliche Bedarf erfordert. Die freien Kapazitäten können sie monetarisieren, indem sie einen Batteriespeicher installieren, der am Strommarkt Erlöse erwirtschaftet. Die stark gesunkenen Technologiekosten machen das zu einem attraktiven Business Case.
Mit dem Speicher vom Stromhandel profitieren
Wie lässt sich der Speicher konkret am Markt einsetzen? Zum einen können Unternehmen damit am Stromhandel teilnehmen. Die Anlagen nehmen Strom auf, wenn der Börsenpreis gerade niedrig ist, und speisen ihn bei hohen Preisen ins Netz zurück. Mit solchen Arbitrage-Geschäften nutzen die Betriebe die Preisvolatilität am Spotmarkt.
Ein zweiter Erlösstrang ist die Regelenergie. Netzbetreiber zahlen dafür, dass sie den Speicher kurzfristig laden oder entladen dürfen, um die Netzfrequenz stabil zu halten.
Hinzu kommt ein strategischer Aspekt: Mit einem Batteriespeicher am eigenen Standort rüsten sich Unternehmen für die kommende Neuordnung der Netzentgelte („AgNes“). Die Reform zielt unter anderem darauf, die Netzentgelte stärker an der Auslastung der Netze zu bemessen. Ein Speicher macht es möglich, den Strombezug gezielt in Zeitfenster mit niedrigeren Netzkosten zu verlagern. Das Investment liefert damit nicht nur Rendite, sondern reduziert auch das Kostenrisiko.
Finanzierung ohne Eigenkapital
Mit dem Industriestrompreis macht der Bund die Investition in einen Speicher für stromintensive Unternehmen nun noch attraktiver. Die Subvention ist nämlich an eine Gegenleistung geknüpft: Die Unternehmen müssen mindestens 50 Prozent der erhaltenen Beihilfe für die Dekarbonisierung einsetzen. Dabei setzt der Bund einen Anreiz, Speicher zu installieren. Denn wer vor allem in Flexibilisierungs-Maßnahmen investiert, erhält einen Bonus von 10 Prozent auf die Basis-Beihilfe.
Für die Finanzierung bedeutet das: Weil sich die Speicher mit einer Kombination aus Beihilfe und Fremdkapital voll finanzieren lassen, müssen die Unternehmen dafür kein Eigenkapital einsetzen. Auch den operativen Aufwand können sie geringhalten, da sie die Batteriespeicher nicht selbst installieren oder betreiben müssen.
Speicher mit hohem Kapitalwert
Ein Rechenbeispiel zeigt die Attraktivität des Geschäftsmodells: Ein Unternehmen mit 100 Gigawattstunden Stromverbrauch kann mit passender Finanzierungsstruktur über die zu reinvestierenden Beihilfen einen Speicher mit 20 Megawatt Leistung und 50 Megawattstunden Kapazität liquiditäts- und eigenkapitalneutral finanzieren. Dieser liefert einen Kapitalwert (NPV) von 10 Millionen Euro über 18 Jahre Betriebszeit bei gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) von 12 Prozent – gegenüber einem NPV von nur 4 Millionen Euro bei industrietypischen, alternativen Reinvestitionsoptionen.
Allerdings eignet sich nicht jeder Unternehmensstandort, um dort einen Speicher zu installieren. Die Betriebe können dennoch von ihnen profitieren, da das Regelwerk zum Industriestrompreis auch Offsite-Beteiligungsmodelle zulässt.
Speicher gehören zweifellos nicht zum Kerngeschäft von Industrieunternehmen. Deshalb empfiehlt es sich, Bau und Betrieb einem Dienstleister zu übertragen, der nicht nur über technologisches und energiewirtschaftliches Know-how, sondern auch über finanzwirtschaftliche und rechtliche Kompetenzen verfügt. Ein solcher Partner übernimmt unter anderem die Abstimmung mit dem Netzbetreiber, vermarktet den Speicher und sorgt dafür, dass alle regulatorischen und förderrechtlichen Pflichten erfüllt werden.
Mehr Informationen unter https://ampermo.com/batteriespeicher-als-renditechance-aus-dem-industriestrompreis/
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