Volkswagen AG

29.09.17
Finanzabteilung

Abgasskandal kostet Volkswagen 2,5 Milliarden mehr

Der Dieselskandal lässt VW nicht los. Der Konzern stockt seine Vorsorgen für die Rückrufaktion in den USA auf.

Für Volkswagen wird das operative Ergebnis im dritten Quartal deutlich schlechter ausfallen als gedacht. Der Wolfsburger Autokonzern rechnet mit negativen Sondereinflüssen von rund 2,5 Milliarden Euro, die das Ergebnis belasten werden. Die Neunmonatszahlen will der Konzern am 27. Oktober veröffentlichen. Im ersten Halbjahr erzielte VW ein operatives Ergebnis von 8,9 Milliarden Euro.

Der Grund für die hohe Belastung ist das Rückkauf- und Nachrüstprogramm für 2-Liter-Dieselmotoren in Nordamerika. Die Maßnahmen stellen sich als technisch komplexer und zeitaufwändiger als gedacht, teilt der Konzern mit. Deshalb hat VW die Vorsorge für das Programm, das im Rahmen des Vergleichs mit der US-Justiz beschlossen wurde, um 2,5 Milliarden Euro aufgestockt.

Dieselskandal kostet VW jetzt 25 Milliarden Euro

Mit der Aufstockung der Vorsorge steigt die Gesamtrechnung für den Dieselskandal auf 25,1 Milliarden Euro, wie Nachrichtenagenturen berichten. VW-CFO Frank Witter hatte nach dem Beginn des Skandals einen Brückenkredit über 20 Milliarden Euro abgeschlossen, um bei der Bewältigung der finanziellen Belastungen nicht vom Kapitalmarkt abhängig zu sein. Im Frühjahr dieses Jahres ist VW an den europäischen Bondmarkt zurückgekehrt.

Die aktuelle Meldung zeigt: Ausgestanden ist der Skandal noch nicht. Auch die Anleger des Autokonzerns machen sich Sorgen. Der Kurs der VW-Aktie bricht am heutigen Freitagvormittag um bis zu minus 4 Prozent auf rund 134 Euro ein. Erst gestern hatte die F.A.Z. berichtet, dass die Münchener Staatsanwaltschaft einen weiteren ranghohen Manager von VW im Zusammenhang mit dem Abgasskandal festgenommen hat.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de