Warum der Mutares-CFO 3 Millionen Euro verdient hat

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Mark Friedrich ist seit 2015 CFO bei Mutares. 2023 wurde er mit mehr als 3 Millionen Euro vergütet. Foto: Mutares
Mark Friedrich ist seit 2015 CFO bei Mutares. 2023 wurde er mit mehr als 3 Millionen Euro vergütet. Foto: Mutares

Die meisten Private-Equity-CFOs kommen auf auskömmliche Jahresgehälter – verdienen aber in aller Regel innerhalb eines Jahres keine Million. Ein CFO aus der Branche sticht daher besonders hervor: Mark Friedrich, Finanzchef des Private-Equity-Investors Mutares, kassierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 satte 3,19 Millionen Euro.

Damit ist Friedrich nicht nur der bestbezahlte CFO einer börsennotierten PE-Gesellschaft, sondern hat auch das zweithöchste Gehalt aller CFOs im SDax erhalten. Warum fiel sein Gehalt im vergangenen Jahr so hoch aus?

Mutares übertrifft Jahresziel

Die Antwort auf die Frage steckt in den Short-Term Incentives (STI), den kurzfristigen Boni. Diese sind 2023 besonders hoch ausgefallen und machten mehr als zwei Drittel von Friedrichs Gesamtvergütung aus, nämlich 2,25 Millionen Euro.

Der Jahresbonus wird in Tantiemen ausbezahlt und ist laut Vergütungsbericht zu 100 Prozent an den Jahresüberschuss des jeweiligen Geschäftsjahres gekoppelt. Liegt der Überschuss bei 20 Millionen Euro, erhält der CFO einen Bonus von 500.000 Euro, bei 50 Millionen Euro Überschuss bekommt er 1,5 Millionen Euro und bei einem Maximalwert von 100 Millionen Euro Überschuss fließen dem Manager 2,25 Millionen Euro zu. Dazwischen wird sein Bonus an zuvor festgelegten Stufen bemessen.

Für das Geschäftsjahr 2023 lag der Jahresüberschuss von Mutares bei 102,5 Millionen Euro. Damit hat der Investor die Jahresziele übertroffen – und CFO Friedrich hat mit 2,25 Millionen Euro den für ihn höchstmöglichen Jahresbonus erhalten. Kurios mutet an dieser Stelle an, dass Friedrichs Bonus fast genauso hoch ist wie die Summe, die zur Erreichung des Maximalwerts beigetragen hat, nämlich 2,5 Millionen Euro.

LTI bemisst sich am Mutares-Aktienkurs

Neben dem Jahresbonus flossen Friedrich außerdem Long-Term Incentives (LTI) aus dem Jahr 2019 in Höhe von 358.000 Euro zu. Diese Langzeitboni bestehen bei Mutares aus Aktienoptionen, die wiederum an die Aktienkurssteigerung geknüpft sind. Der LTI erstreckt sich über vier Jahre, bevor CFO Friedrich aus diesem etwas zufließt. Das erst 2023 aufgesetzte Programm wird für Friedrich somit frühestens im Geschäftsjahr 2027 fällig. Nach dem vierjährigen Zeitraum hat der Manager zwei Jahre, um diese geltend zu machen. Anfang 2019 lag der Aktienkurs bei etwa 8,70 Euro und hat seitdem bis Ende Dezember um mehr als 300 Prozent auf 35 Euro zugelegt. Aktuell notiert die Mutares-Aktie bei rund 31 Euro – eine ordentliche Performance.

„Durch die Wartezeit und die sich anschließende Ausübungsfrist werden die Vorstandsmitglieder incentiviert, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern“, heißt es zu dem LTI-Programm im Vergütungsbericht.

Die STIs und LTIS kommen noch on top auf Friedrichs Festgehalt von einer halben Million Euro. Hinzu kam für den Manager außerdem eine Summe von 78.000 Euro für Nebenleistungen.

Mutares zahlt mehr als andere PE-Investoren

Generell besteht das Gehalt von Friedrich zu einem Großteil aus variablen Vergütungskomponenten. Im Bericht gibt der Private-Equity-Investor an, dass dieses Vergütungssystem „branchentypisch“ sei. Als Peer Group gibt die Gesellschaft andere PE-Häuser wie Aurelius, DBAG, Indus und MBB an.

Im Vergleich zu seinen börsennotierten Private-Equity-CFO-Kollegen fiel Friedrichs Gehalt dennoch deutlich höher aus. Das zweithöchste Gehalt hatte mit 660.000 Euro Rudolf Weichert, CFO der Industrie-Holding Indus. Und auch Melanie Wiese, Finanzchefin der ebenfalls im SDax agierenden DBAG, verdiente mit 645.000 Euro deutlich weniger als Friedrich. Mit 418.200 Euro erhielt Andrea Holzbaur, Finanzvorständin von Gesco, unter den CFOs der börsennotieren PE-Gesellschaften das niedrigste Gehalt.

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Gehalt und Personal. Zudem ist sie Moderatorin bei FINANCE TV. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.