Guter Jahresstart am IPO-Markt: Der österreichische Kupferspezialist Asta Energy ist am heutigen Freitag erfolgreich an der Frankfurter Börse gestartet. Die Aktie eröffnete zum Handelsstart bei 43 Euro und notierte damit 45 Prozent über dem Emissionspreis von 29,50 Euro.
Im Rahmen des Börsengangs platzierte Asta Energy insgesamt 6,45 Millionen Aktien. Davon stammen 4,24 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie rund 1,37 Millionen Aktien aus dem Bestand von Altaktionären. Hinzu kam eine Mehrzuteilungsoption über etwa 840.000 Aktien, die bei hoher Nachfrage gezogen werden kann. Das Gesamtvolumen der Platzierung summiert sich Asta Energy zufolge auf rund 190 Millionen Euro.
Siemens Energy als Ankerinvestor
Bereits vor dem Börsenstart hatte sich das Unternehmen die Unterstützung namhafter Ankerinvestoren gesichert. Der Energiekonzern Siemens Energy sowie mehrere Fonds haben sich verpflichtet, Aktien im Wert von insgesamt etwa 55 Millionen Euro zu zeichnen, teilte Asta Energy mit. Allein Siemens Energy investiert 25 Millionen Euro.
Das frische Kapital aus dem Börsengang in Höhe von 125 Millionen Euro soll primär in den Ausbau von Kapazitäten fließen, unter anderem in den Ausbau der globalen Produktionskapazitäten. Weitere Investitionsschwerpunkte liegen in der Stärkung der Lieferketten sowie in zusätzlichen Recycling- und Gießereikapazitäten. Zudem will das Management die Kapitalstruktur festigen und sich mehr finanzielle Flexibilität für künftiges Wachstum verschaffen.
„Der Zugang zum Kapitalmarkt verschafft uns zusätzliche finanzielle Flexibilität und stärkt unsere Fähigkeit, strategische Investitionen gezielt umzusetzen. Gleichzeitig erhöhen wir unsere Sichtbarkeit und schaffen mit der Börsennotierung eine transparente sowie verlässliche Grundlage für die nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens“, kommentiert Asta-Energy-CFO Daniela Klauser den Börsengang.

Eigentümer Michael Tojner behält Mehrheit
Trotz des Börsengangs behalten die bisherigen Eigentümer um den österreichischen Unternehmer Michael Tojner die Kontrolle über Asta Energy. Ihr Anteil wird weiterhin bei etwa 54,7 Prozent liegen – wenn die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird. Der Streubesitz dürfte damit voraussichtlich bis zu 39 Prozent betragen.
Die Wirtschaftskanzlei DLA Piper hat Asta Energy bei dem Börsengang rechtlich beraten. Berenberg agierte bei dem IPO als Sole Global Coordinator und fungierte gemeinsam mit der Commerzbank (in Kooperation mit Oddo BHF) sowie der Raiffeisen Bank International als Joint Bookrunner und Underwriter. Die Baader Bank war als Co-Lead Manager eingebunden. Im Xetra-Handel übernimmt Berenberg die Rolle des Designated Sponsors, während Oddo BHF als Spezialist am Handelsplatz Frankfurt tätig ist. Das Bankenkonsortium wurde von Linklaters beraten.
Asta Energy hat sich auf die Herstellung von Kupferkomponenten für Stromübertragungsnetze spezialisiert und bedient damit einen stark wachsenden Markt. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Asta Energy einen Nettoumsatz von 643 Millionen Euro und beschäftigt rund 1.400 Mitarbeitende.
Hoffnungsträger für IPO-Markt 2026
Mit dem gelungenen Debüt setzt Asta Energy ein positives Signal für den deutschen Kapitalmarkt, der im Jahr 2025 eine äußerst schwache IPO-Aktivität verzeichnete. Der Börsengang von Asta Energy könnte der Auftakt eines erfolgreichen IPO-Jahres 2026 werden.
Mehrere namhafte Unternehmen haben bereits ihre Absichten für einen Gang aufs Parkett in diesem Jahr kommuniziert: darunter das deutsch-französische Rüstungsunternehmen KNDS, der Aufzughersteller und einstige Thyssenkrupp-Tochter TK Elevator sowie die Software-Firma Celonis. Erst am vergangenen Freitag startete zudem der technische Rüstungskonzern Czechoslovak Group an der Amsterdamer Börse.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
