Ingo Mandt (rechts) ist seit 2010 bei der LBBW und verantwortet derzeit das Kapitalmarktgeschäft der Schwaben. Im Januar übergibt er sein Amt an Christian Ricken. Dieser kommt wie der neue Vorstandschef von der Deutschen Bank.

LBBW

11.10.16
Banking & Berater

Kapitalmarktvorstand Ingo Mandt verlässt LBBW

Die Landesbank Baden-Württemberg verliert ihren Kapitalmarktchef Ingo Mandt. Mit Christian Ricken steht der Nachfolger schon bereit – abgeworben von der Deutschen Bank.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bekommt einen neuen Vorstand für ihr Kapitalmarktgeschäft. Wie die Schwaben mitteilten, wird Christian Ricken ab Januar nächsten Jahres die Nachfolge von Ingo Mandt antreten, da sich dieser für einige Zeit ins Privatleben zurückziehen möchte.

Mandt war seit 2010 bei der LBBW tätig – zunächst als Risikovorstand, später als CFO und zuletzt als Kapitalmarktvorstand. Im Kapitalmarktgeschäft (Financial Markets) bündelt die LBBW das Treasury, ihr Eigen- und Fremdkapitalgeschäft sowie seit Juli auch das internationale Geschäft mit Firmenkunden, das zuvor dem Geschäftssegment Corporates zugeordnet war.

Mandts Nachfolger Christian Ricken kommt von der Deutschen Bank, wo er zu Jahresbeginn auf eigenen Wunsch ausschied. Der 50-Jährige war seit 2007 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Dies ist eine 100-Prozent-Tochter der Deutschen Bank, in der die Frankfurter ihr Geschäft mit Privat- und kleinen Geschäftskunden bündeln. Außerdem saß Ricken von 2012 an im Executive Committee der Deutschen Bank. Das heute elfköpfige Gremium mit CEO John Cryan an der Spitze umfasst alle Vorstände der Deutschen Bank.

LBBW stark bei Schuldscheinen, schwach im ECM- und DCM-Geschäft

Der neue Kapitalmarktchef Ricken übernimmt ein Segment im Firmenkundengeschäft, das in Stuttgart noch Luft nach oben hat. Das zeigt ein Blick in die Halbjahreszahlen der LBBW. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das Vorsteuerergebnis im Kapitalmarktgeschäft um rund 100 Millionen auf 50 Millionen Euro eingebrochen. Im Vergleich zu anderen relevanten Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank oder Hypovereinsbank belegt die LBBW damit, gemessen am Vorsteuergewinn im Kapitalmarktgeschäft, den sechsten Platz. Mit der NordLB schnitt eine Landesbank besser ab als die Schwaben.

Gut läuft es dagegen bei Schuldscheinfinanzierungen. Dieser Markt wird derzeit klar von den Landesbanken dominiert. Die LBBW ist dort nach dem ersten Halbjahr mit 27 Deals und einem Marktanteil von 21 Prozent Marktführer und verweist die Helaba und die BayernLB auf die Plätze Zwei und Drei. Deutschlands größte Bank, die Deutsche Bank, belegt hier nur den sechsten Rang.

Auch der neue LBBW-Chef kommt von Deutscher Bank

Bei der LBBW wird Ricken künftig unter einem alten Weggefährten aus seiner Zeit bei der Deutschen Bank arbeiten: Im November wird Rainer Neske den Vorstandsvorsitz von Hans-Jörg Vetter übernehmen.

Neske war zuvor Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, kehrte der Bank im vergangenen Jahr allerdings den Rücken, da die Strategie der früheren Doppelspitze, bestehend aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen, dem Investmentbanking und Kapitalmarktgeschäft Priorität einräumte.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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