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Firmenkundengeschäft: Die Deutsche Bank wartet

Sascha Duis

Die Deutsche Bank strukturiert ihr Firmenkundengeschäft um. Auf Anordnung von ganz oben. Jürgen Fitschen war unzufrieden, und er hat auf den Tisch gehauen. Das tut er nicht oft, nur wenn er wirklich genervt ist.

Doch der Wandel ist das Einzige, was sicher ist. Über die zukünftige Aufstellung schwirren die verschiedensten Gerüchte durch die Flure. Selbst hochrangige Manager im deutschen Firmenkundengeschäft versichern glaubwürdig, nichts zu wissen. „Das nervt hier alle“, sagt einer. Einer scheint mehr zu wissen als die anderen. „Ich habe meinen Hut in den Ring geworfen, und das scheint zu klappen.“ Was genau klappt, verrät er nicht. Ansonsten dringt über Personalia nichts nach draußen.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Grenze zwischen den Bereichen Private & Business Clients (PBC) und Corporate & Investment Banking (CIB) bei 250 Millionen Euro Umsatz gezogen wird. „Das hätte auch für uns Konsequenzen, wir dürften dann nichts über 250 Millionen Euro machen“, sagt einer aus der Postbank, die an PBC dranhängt. Doch es gibt auch anderslautende Gerüchte.

Was passiert mit dem Mittelstandsgeschäft der Deutschen Bank?

Vor gut zwei Jahren hatte Co-CEO Anshu Jain eine Neuaufstellung in seinem Bereich Corporate & Investment Banking (CIB) durchgedrückt, die auch in Deutschland zur Einführung eines CIB Executive Committee geführt hatte. Darin sitzt unter anderem die für das Mittelstandsgeschäft verantwortliche Doppelspitze aus Cornel Wisskirchen, ein Stratege mit Beratungshintergrund, und Ulrich Schürenkrämer, ein altgedienter Kundenbetreuer. Den beiden steht Stefan Boden als Leiter Unternehmensfinanzierung zur Seite.

Ob sich an dieser Struktur etwas ändert und die Deutsche Bank vielleicht zukünftig einen einzigen Kopf für das Mittelstandsgeschäft erhält, der Co-CEO Jürgen Fitschen in der Außendarstellung entlasten könnte, steht in den Sternen. Geeignet wäre dafür Wilhelm Freiherr von Haller. Der Vorgänger von Wisskirchens leitet seit 2009 mit großer Leidenschaft die Tochtergesellschaft Sal. Oppenheim, gerade wurde aber seine Rückkehr zur Konzernmutter bekannt. Von Haller könnte auf altem Posten mit größeren Befugnissen zu höheren Weihen kommen.

Mitte März soll endlich Klarheit geschaffen werden. „Es hat nur keiner gesagt, ob 2013 oder in einem anderen Jahr“, witzelt ein Betroffener müde.

bastian.frien[at]finance-magazin.de

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